Chemische Gleichgewichte: Konstanten, Prinzipien und Löslichkeit

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Chemische Gleichgewichte und Konstanten

Die Gleichgewichtskonstanten beschreiben das Verhältnis der Konzentrationen von Produkten zu Edukten im chemischen Gleichgewicht:

  • $$K_c = \frac{[C]^c [D]^d}{[A]^a [B]^b}$$ (Konzentrationen)
  • $$K_p = \frac{P_c^c P_d^d}{P_a^a P_b^b}$$ (nur Gase)
  • $$K_x = \frac{X_c^c X_d^d}{X_a^a X_b^b}$$ (Stoffmengenanteile)

Beziehung zwischen $K_p$ und $K_c$:

$$K_p = K_c (RT)^{\Delta n}$$

Wobei $\Delta n$ die Differenz der Summe der stöchiometrischen Koeffizienten der gasförmigen Produkte und Edukte ist.

Partialdruck:

$$P_{\text{partiell}} = X_i \cdot P_{\text{total}}$$ (wobei $X_i$ der Stoffmengenanteil ist)

Dissoziationsgrad ($\alpha$):

$$\alpha = \frac{x \text{ (n-dissoziiert)}}{c \text{ (ursprüngliches Gesamt-n)}}$$

Für verschiedene Reaktionsgleichungen ergeben sich unterschiedliche Ausdrücke für den Dissoziationsgrad, abhängig von der Stöchiometrie (z.B. $A \rightleftharpoons 2B$, $A \rightleftharpoons B+C$, etc.).

Thermodynamische Grundlagen

Die Änderung der Gibbs-Energie ($\Delta G$) hängt mit der Gleichgewichtskonstante zusammen:

$$\Delta G = \Delta H - T\Delta S = -RT \ln K_p$$

Die Temperaturabhängigkeit der Gleichgewichtskonstante wird durch die Van't-Hoff-Gleichung beschrieben:

$$\ln \left(\frac{K_{P1}}{K_{P2}}\right) = \frac{\Delta H}{R} \left(\frac{1}{T_2} - \frac{1}{T_1}\right)$$

Arbeits- und Energiebeziehungen

  • Innere Energie: $$Q = \Delta U + W$$
  • Bei konstantem Druck: $$Q_p = \Delta U + p \cdot \Delta V$$
  • Enthalpie: $$\Delta H = Q_p$$ (bei konstantem Druck)
  • $$Q_v = \Delta U$$ (bei konstantem Volumen)
  • Zusammenhang zwischen Enthalpie- und Energieänderung: $$\Delta H = \Delta U + \Delta n_{Gas} RT$$

Zustandsfunktion der Gibbs-Energie:

$$\Delta G = \Delta H - T\Delta S$$

  • Wenn $\Delta G < 0$: Reaktion ist spontan.
  • Wenn $\Delta G = 0$: System ist im Gleichgewicht.
  • Wenn $\Delta G > 0$: Reaktion ist nicht spontan (in dieser Richtung).

Das Massenwirkungsgesetz und die Gleichgewichtskonstante

Für eine reversible Reaktion $aA + bB \rightleftharpoons cC + dD$ wird die Gleichgewichtskonstante $K_c$ definiert.

Bedeutung der Gleichgewichtskonstante ($K_c$)

Die Gleichgewichtskonstante spielt eine entscheidende Rolle, da sie die Konzentrationen von Edukten und Produkten im Gleichgewicht bestimmt, ähnlich der Rolle des limitierenden Reagenzes bei irreversiblen Reaktionen.

  • Die Gleichgewichtskonstante $K_c$ ist dimensionslos (wenn man die korrekten Einheiten für Konzentrationen verwendet) und temperaturabhängig.
  • Die Konzentrationen werden als molare Konzentrationen angegeben.
  • Wenn $K_c \gg 1$: Es hat sich größtenteils Produkt gebildet.
  • Wenn $K_c \ll 1$: Es ist größtenteils nicht umgesetztes Edukt verblieben.

Reaktionsquotient ($Q$)

Der Reaktionsquotient ist ein Ausdruck, der jeden Moment der Reaktionsentwicklung beschreibt. Im Gegensatz zur Gleichgewichtskonstante werden hier momentane Konzentrationen verwendet:

  • Wenn $Q = K_c$: Das System befindet sich im Gleichgewicht.
  • Wenn $Q < K_c$: Die Reaktion läuft nach rechts ab, um Produkte zu bilden.
  • Wenn $Q > K_c$: Die Reaktion läuft nach links ab (Zersetzung der Produkte zu Edukten).

Temperaturabhängigkeit von $K_p$ (Van't-Hoff-Gleichung)

Die Van't-Hoff-Gleichung beschreibt, wie sich die Gleichgewichtskonstante mit der Temperatur ändert:

Ist die Reaktion endotherm ($\Delta H > 0$), begünstigt eine Temperaturerhöhung ($T_1 < T_2$) die Hinreaktion. Ist die Reaktion exotherm ($\Delta H < 0$), behindert eine Temperaturerhöhung die Hinreaktion bzw. begünstigt die Rückreaktion.

Prinzip von Le Chatelier

Wird ein System im Gleichgewicht durch äußere Faktoren (Druck, Konzentration oder Temperatur) gestört, reagiert das System so, dass die äußere Änderung teilweise kompensiert wird und ein neues Gleichgewicht eingestellt wird.

Einfluss der Temperatur

Die Temperatur ist die einzige Variable, die neben der Verschiebung des Gleichgewichts auch die Gleichgewichtskonstante selbst ändert.

  • Temperaturanstieg begünstigt endotherme Prozesse.
  • Temperaturabnahme begünstigt exotherme Prozesse.

Einfluss des Drucks

Eine Druckänderung beeinflusst nur Gleichgewichte, bei denen $\Delta n_{\text{Gas}} \neq 0$ ist.

  • Nimmt der Druck zu, verschiebt sich das Gleichgewicht in die Richtung, in der das Volumen abnimmt (geringere Anzahl an Gasmolekülen).

Einfluss der Konzentration

  • Erhöhung der Konzentration der Reaktanden führt zur Verschiebung des Gleichgewichts hin zur Produktbildung (um $K_c$ konstant zu halten).
  • Erhöhung der Konzentration der Produkte führt zur Verschiebung des Gleichgewichts hin zur Eduktbildung.

Heterogene Gleichgewichte und Löslichkeit

Eine gesättigte Lösung ist eine Lösung, die nicht mehr gelösten Stoff aufnehmen kann.

Die Löslichkeit ist die Konzentration einer gesättigten Lösung (in g/L oder mol/L). Sie hängt von der Art der Stoffe und der Temperatur ab.

Ein Stoff gilt als löslich, wenn die Konzentration der gesättigten Lösung größer als 0,01 Mol/Liter ist.

Faktoren, welche die Löslichkeit beeinflussen (Ionenverbindungen in wässriger Lösung)

  • Temperatur: Eine Temperaturerhöhung erleichtert die Ionenmobilität und somit die Löslichkeit (meistens).
  • Energie-Faktor: Um eine ionische Verbindung zu lösen, muss die Gitterenergie überwunden werden. Die Verbindung löst sich, wenn die Hydratationsenergie größer ist als die Gitterenergie.
  • Entropie-Faktor: Die Auflösung einer Substanz führt zu einer Zunahme der Unordnung des Systems und somit zu einer Zunahme der Entropie.

Faktoren mit Einfluss auf die Löslichkeit von Niederschlägen

A. Gemeinsamer-Ionen-Effekt: Wird die Konzentration eines gemeinsamen Ions verstärkt, muss die Konzentration der anderen Ionen sinken, damit das Produkt der Ionenkonzentrationen ($K_{sp}$) konstant bleibt. Dies führt zu einer Verringerung der Löslichkeit.

Formel

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