Chilenisches Verwaltungsrecht: Gerichte, Verfahren und Rechtsmittel erklärt
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Verständnis der chilenischen Verwaltungsgerichtsbarkeit
Im chilenischen Rechtssystem wurden für bestimmte administrative Streitigkeiten spezielle Gerichte oder Verfahren geschaffen, um diese zu verhandeln. Es existiert kein einheitliches Verwaltungsgerichtssystem oder ein allgemeines ordentliches Verfahren für alle diese Streitfälle.
Die Versöhnungskommission für Konzessionen
Die Versöhnungskommission wurde für administrative Streitigkeiten im Zusammenhang mit öffentlichen Baukonzessionen eingerichtet. Sie befasst sich mit Ansprüchen und Streitigkeiten zwischen dem Konzessionär öffentlicher Arbeiten und dem Ministerium für öffentliche Arbeiten (gemäß Artikel 35 des Gesetzes über Konzessionen, DFL 164 von 1991).
- Der Händler hat die Wahl, den Rechtsstreit auch vor dem Berufungsgericht von Santiago geltend zu machen.
Das Sonderberufungsgericht (Special Court of Appeals)
Das Sonderberufungsgericht wurde eingerichtet, um Berufungen gegen Entscheidungen des Regionaldirektors des Internal Revenue Service (Steuerbehörde) bezüglich Ansprüchen aus der Immobilienbewertung zu verhandeln (Artikel 121 der Abgabenordnung).
- Es gab Diskussionen darüber, ob der Regionaldirektor für steuerliche Ansprüche als Richter anzusehen ist.
Die Vergabekammer (Procurement Chamber)
Die Vergabekammer ist das zuständige Gericht, um Handlungen oder Unterlassungen anzufechten, die als rechtswidrig oder willkürlich bei der Durchführung von Verwaltungsaufträgen mit öffentlichen Einrichtungen angesehen werden.
- Sie befasst sich mit Klagen gegen willkürliche Handlungen oder Unterlassungen, die zwischen der Genehmigung der Ausschreibungsunterlagen und der Vergabe stattfinden.
Vorsorgliche Rechtsbehelfe (Recursos de Precaución)
Vorsorgliche Maßnahmen (Recursos de Precaución) dienen dem Schutz von Rechten Einzelner, ohne die Begründetheit der Hauptsache zu lösen.
- Das System kennt drei Arten von vorsorglichen Maßnahmen: Amparo, Protección und den Schutz der wirtschaftlichen Rechte.
Spezielle Beschwerden und ordentliche Gerichte
Die chilenische Gesetzgebung sieht für bestimmte administrative Streitigkeiten spezielle Verfahren vor, die von den ordentlichen Gerichten verhandelt werden. Zu den ordentlichen Gerichten gehören:
- Der Oberste Gerichtshof
- Berufungsgerichte
- Präsidenten und Minister der Gerichte
- Mündliche Strafgerichte
- Gerichte und Gerichte der Verpflichtungserklärungen
Anspruch wegen rechtswidriger kommunaler Handlungen
Die Formalitäten für einen Anspruch wegen rechtswidriger Handlungen einer Gemeinde (Recurso de Ilegalidad Municipal) sind wie folgt geregelt:
- Der Anspruch muss von einer Einzelperson eingereicht werden; Vertreter der Stadt können ihn nicht erheben.
- Der Antragsteller muss glauben, dass eine rechtswidrige Entscheidung oder Unterlassung die Interessen der Gemeinde verletzt oder ihn persönlich beeinträchtigt.
- Der Antragsteller muss dem Bürgermeister eine Klage gegen die Entscheidung oder Unterlassung vorlegen.
- Die Frist für dieses Verfahren beträgt 30 Werktage ab dem Zeitpunkt der Zustellung oder Kenntnisnahme der beanstandeten Handlung.
- Die Forderung gilt als abgelehnt, wenn der Bürgermeister nicht innerhalb von fünfzehn Werktagen antwortet.
Das Mittel des Amparo
Die Klageschrift des Amparo (oder Habeas Corpus) dient dem Schutz des Rechts der Menschen auf Freiheit und Bewegungsfreiheit.