David Hume und der britische Empirismus

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Dieses Fragment gehört zum ersten Band seines Werkes "A Treatise on Human Nature" (Ein Traktat über die menschliche Natur), das 1739 verfasst wurde. Darüber hinaus wurde auch der zweite Band im Jahre 1739 geschrieben, während der dritte Band, der über die Moral handelt, im Jahr 1740 erschien. Der Untertitel des Traktats verlangt nach einer Erklärung der Grundsätze; wie Hume sagt, ist es der Versuch, die experimentelle Methode (die bereits von Bacon verwendet wurde) auf moralische Themen anzuwenden. Dies ist das empiristische Projekt. Zu Humes weiteren Werken zählen die "Political Discourses", "The Natural History of Religion", "Dialogues Concerning Natural Religion" und die "History of England".

Historischer Kontext: England im 17. Jahrhundert

Im 17. Jahrhundert herrschte in England eine völlig andere Situation als auf dem europäischen Kontinent. Auf den Inseln entwickelten sich anti-absolutistische und liberale Strömungen, in denen das Parlament durch die Unterstützung des Bürgertums gestärkt wurde. Während der Regierungszeit von Jakob I. von England begann die parlamentarische Opposition gegen die Regierung. Unter seinem Nachfolger, Karl I., verschärfte sich die Distanz zwischen dem Parlament und der Monarchie weiter. Das Parlament legte die Petition of Right vor, woraufhin der König eine Demonstration der Stärke vollzog. Die Folge war ein Bürgerkrieg, der im Jahre 1649 mit der Hinrichtung von König Karl und der Ausrufung der Republik endete.

Die Glorreiche Revolution und der politische Wandel

Im Jahr 1660, nach dem Sturz der Republik infolge des Todes von Cromwell, kam es zur Restauration der Stuart-Monarchie. Doch die Parlamentarier riefen König Wilhelm III. von Oranien herbei. Dessen Ankunft ist als die Glorious Revolution bekannt, welche den Übergang von einer absolutistischen Monarchie zu einer parlamentarischen und konstitutionellen Ordnung markierte.

Grundlagen des Empirismus

Die philosophische Antwort auf diese Entwicklungen war der Aufstieg des Empirismus. Diese Strömung besagt, dass das Subjekt durch sensible Daten, also durch die Erfahrung, begrenzt ist.

Vorläufer: Wilhelm von Ockham und Francis Bacon

Vorläufer des Empirismus finden sich bei Wilhelm von Ockham und Francis Bacon:

  • Ockham erklärte, dass Wissen die Erfahrung des einzelnen Individuums und das Konkrete sei, nicht das Universelle. Rational können wir nur über konkrete Dinge sprechen, die wir erfahren; sie sind die einzigen, die wir wirklich kennen können.
  • Bacon basierte seine Arbeit auf der induktiven Methode. Er vertrat die Ansicht, dass eine gründliche und methodische Beobachtung bestimmter Tatsachen der einzige Weg sei, um wahres Bewusstsein zu gewährleisten.

Humes Stellung in der Philosophie der Aufklärung

Hume bildet den Höhepunkt des von Locke eingeleiteten Empirismus. Er übernahm Grundprinzipien wie das Bestreben, das Wissen von Vorurteilen und Aberglauben zu befreien. Andererseits wurde er von anderen Empirikern wie Hobbes und Berkeley sowie von Denkern der Aufklärung wie Diderot, D’Alembert, Voltaire und Rousseau beeinflusst. Hume gilt als der britische Vertreter der Aufklärung, die er auch in den Rest Europas trug.

Radikaler Empirismus und Skeptizismus

Humes radikaler Empirismus führte ihn zum Skeptizismus, weshalb er heftig kritisiert und abgelehnt wurde. Dennoch hatte seine Arbeit positive Auswirkungen, da sie zu einer kritischen und kohärenten Position gegenüber den menschlichen Fähigkeiten und den Möglichkeiten des Wissens beitrug. Immanuel Kant, der ursprünglich eine rationalistische Position vertrat, erklärte später, dass Hume ihn aus seinem "dogmatischen Schlummer" geweckt habe. Kant war es schließlich, der eine Synthese zwischen den beiden Strömungen schuf.

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