David Hume: Warum Moral auf Gefühl, nicht auf Vernunft basiert
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David Hume: Moralität als Tatsache und die Rolle der Vernunft
David Hume ist der Auffassung, dass die Existenz der Moral eine Tatsache ist: Jeder Mensch trifft moralische Unterscheidungen und beschäftigt sich mit Überlegungen von Recht und Unrecht.
Humes Ablehnung der Vernunft als Quelle der Moral
Hume liefert Argumente, die die Möglichkeit ablehnen, dass die Vernunft die Quelle der Moral ist. Diese Ableitung basiert auf seiner Analyse des Wissens. Es gibt nur zwei Wege, auf denen die Vernunft etwas wissen kann:
- Wissen von Tatsachen (Knowledge of Facts)
- Wissen über das Verhältnis von Ideen (Knowledge of Relations of Ideas)
Wenn die Vernunft die Quelle moralischer Unterscheidungen wäre, müssten diese durch eine der beiden Fähigkeiten gewonnen werden. Hume argumentiert jedoch, dass keine der beiden die Vorstellung von Recht und Unrecht ermöglicht.
1. Moralische Unterscheidungen basieren nicht auf Tatsachenwissen
Was wir als gut oder schlecht beurteilen, kann nicht als eine Eigenschaft angesehen werden, die ein Objekt darstellt. Wenn Sie eine moralische Handlung (ob gut oder schlecht) nehmen und die Tatsachen beschreiben, sehen Sie die Eigenschaften der Objekte, nicht aber die Qualität „gut“ oder „schlecht“ als Eigenschaft eines dieser Objekte.
Darüber hinaus ist die Moral nicht dazu bestimmt, zu beschreiben, was ist, sondern was sein sollte. Die Analyse des Sachverhalts kann niemals moralische Urteile ableiten, die aussagen, was sein sollte.
2. Moralische Unterscheidungen basieren nicht auf dem Verhältnis von Ideen
Wenn moralische Unterscheidungen aus dem Verhältnis von Ideen gezogen würden, müssten sie eine Ähnlichkeit, einen Widerspruch oder eine Qualität aufweisen. Wir sollten das Gute und das Schlechte gleichermaßen beurteilen, sowohl in Handlungen menschlicher Natur als auch bei irrationalen Wesen – was wir aber nicht tun. Zum Beispiel beurteilen wir es nicht als gut oder schlecht, wenn ein Blitz eine Person tötet.
Die Moral basiert auf Gefühl (Sentiment)
Hume sagt, dass die Moral nicht auf der Vernunft, sondern auf dem Gefühl (Sentiment) beruht. Wir halten etwas für gut oder schlecht, nicht weil die Vernunft es erfasst oder eine Lernqualität feststellt, sondern durch das Gefühl der Lust und Unlust, das in uns erzeugt wird, wenn wir einen moralischen Zweck beobachten.
Die moralische Bewertung hängt nicht von einer moralischen Sicht der Vernunft ab, sondern vom Gefühl. Hume betonte, dass die menschliche Natur konstant ist und gemeinsame Muster aufweist, die durch Gefühle geregelt werden und eine Regelmäßigkeit und Konsistenz besitzen. Eines dieser Elemente ist die Nützlichkeit.