David Hume: Der Unterschied zwischen Ideen und Tatsachen (Matters of Fact & Relations of Ideas)

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Beziehungen zwischen Ideen und Tatsachen nach Hume

1. Tatsachenfragen (Matters of Fact)

Tatsachenfragen basieren auf Beobachtungen und Erfahrungen und beziehen sich auf alles, was der Wahrnehmung zugänglich ist. Strenges Wissen ist hier nicht möglich. Dieses Wissen bezieht sich auf die empirische Welt und basiert auf Erfahrung.

Im Gegensatz zur Mathematik und Logik ist kein strenges Wissen möglich, sondern nur Wissen auf der Grundlage von Wahrscheinlichkeit. Das Gegenteil jedes Ereignisses ist immer möglich, auch wenn es unserer bisherigen Erfahrung widerspricht.

Definition der Fakten

  • Fakten sind die Geschehnisse in der Welt, das Verhalten der Dinge, wie sie uns durch die Sinne gezeigt werden.
  • Physische Tatsachen sind in Zeit und Raum gegeben, psychische Ereignisse in der Zeit.
  • Wir bezeichnen die Gesamtheit der wahrgenommenen Tatsachen als Erfahrung.

Absurdität vs. Seltsamkeit

Einige Fakten folgen auf andere (Kausalität). Man darf das Seltsame nicht mit der Absurdität verwechseln:

  • Seltsam ist, was nicht mit unseren bisherigen Erfahrungen übereinstimmt.
  • Absurd ist ein Widerspruch, der gegen die Grundgesetze der Logik verstößt.

Wir können nicht sagen, dass alle Tatsachenfragen notwendig sind. Obwohl sich Tatsachenfragen auf empirische Dinge beziehen (z. B. dass Feuer brennt), können wir nicht garantieren, dass es in jedem Fall brennen wird.

Für Hume ist alles möglich, was nicht im Widerspruch steht:

  • Ein quadratisches Dreieck ist absurd und niemals möglich.
  • Dass die Sonne morgen nicht aufgeht, ist nicht absurd, sondern nur aus Sicht der bisherigen Erfahrungen seltsam.

Es ist möglich, dass wir keinen Schmerz fühlen, wenn wir die Hand ins Feuer halten. Dies gilt für alle Fakten und Beziehungen zwischen Fakten. Die empirische Realität ist die Menge der Fakten, die wir erleben können. Wir nennen dies Erfahrungswissen, das auf der Kenntnis der Sachlage beruht.

2. Beziehungen zwischen Ideen (Relations of Ideas)

Beziehungen zwischen Ideen basieren nicht auf Erfahrung, sondern auf logischen Kriterien. Sie beziehen sich auf abstrakte Konzepte und unsere eigenen Ideen. Dies führt zu strengem Wissen.

Merkmale der Ideenbeziehungen

Dazu gehören Mathematik und Logik. Mathematisches Wissen und Logik sind Beziehungen zwischen Ideen, die durch die Ausübung der Vernunft und nicht durch Erfahrung erreicht werden.

Ihre Wahrheit hängt vom Satz vom Widerspruch ab, im Gegensatz zu Tatsachenfragen. Ihre Genauigkeit kann durch keine Erfahrung widerlegt werden, da sie sich nicht auf empirische Dinge beziehen.

Sätze dieser Art werden durch Denkoperationen entdeckt und hängen nicht von der Existenz irgendeines Dinges im Universum ab.

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