David Humes Kritik an Kausalität, Metaphysik und Skepsis
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Humes Kritik der Kausalität: Erfahrung und Gewohnheit
4) Wenn wir nur akzeptieren, was uns die reine Erfahrung bietet, müssen wir feststellen, dass Kausalität keine inhärente Eigenschaft der Dinge ist, sondern lediglich eine Folge von Erscheinungen.
5) Wir können weder die Macht in A beobachten, B zu erzeugen, noch die notwendige Verbindung zwischen A und B (wobei A die Ursache von B ist). Die Kräfte, die angeblich wirken, sind uns völlig unbekannt. Der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung erscheint willkürlich. Das Einzige, was wir als konstant feststellen, ist die Folge der Erscheinungen, charakterisiert durch:
- a) Räumlich-zeitliche Nähe zwischen Ursache und Wirkung.
- b) Priorität in der Zeit: Die Ursache geht der Wirkung immer voraus.
- c) Ständige Verbindung (Constant Conjunction) zwischen Ursache und Wirkung.
Hume betont, dass alle gemachten Erfahrungen zwar sehr gut sind, aber auch anders sein könnten. Wenn wir dennoch von Notwendigkeit sprechen, liegt dies daran, dass unser Geist uns dazu verleitet anzunehmen, dass auf bestimmte Ursachen auch bestimmte Wirkungen folgen müssen.
Das Kausalprinzip: Gewohnheit statt Notwendigkeit
6) Das Prinzip: „Alles, was existiert, muss eine Ursache für seine Existenz haben“, kann weder bewiesen noch gesichert werden. Hume argumentiert, dass wir an dieses Prinzip aus Gewohnheit glauben. Durch die wiederholte Beobachtung der Abfolge von Erscheinungen in der Erfahrung nimmt unser Geist an, dass nichts ohne eine Ursache existieren kann – eine Schlussfolgerung, die über das tatsächlich Erfahrene hinausgeht.
Grenzen der Kausalität: Keine Anwendung auf Metaphysik
7) Hume argumentiert, dass die durch seine Kritik implizierten Beschränkungen bedeuten: Wenn wir weiterhin an Kausalität glauben, müssen wir diese auf die empirische Welt begrenzen. Wir können die Kausalität nicht direkt von der empirischen Welt auf metaphysische Realitäten wie Gott und die Seele übertragen, da wir von diesen keine direkte Erfahrung besitzen.
Humes Skepsis und die Auflösung der Metaphysik
Hume öffnet die kartesischen Gewissheiten erneut zur Diskussion und zum Zweifel. In unserem Geist existieren nur Eindrücke und Ideen, die daraus abgeleitet sind. Es gibt jedoch keine Möglichkeit, eine notwendige Beziehung zwischen diesen Wahrnehmungen und den externen Objekten, die sie repräsentieren sollen, herzustellen.
Obwohl mathematische Argumentation allein Sicherheit bieten kann, ist ihr Anwendungsbereich begrenzt. Der Mensch lebt in einer Welt der Fakten und muss notwendigerweise ein gewisses Wissen darüber besitzen.
Die Rolle des philosophischen Skeptizismus
Hume war sich bewusst, dass die philosophische Skepsis – die besagt, dass unsere Erkenntnis der Realität nur das Maß des Glaubens erreichen kann – zwar das Ergebnis philosophischer Untersuchung ist, aber im täglichen Leben nicht aufrechterhalten werden kann. Unser Leben hängt davon ab, dass wir eine gewisse Kenntnis der Realität annehmen.
Diese Skepsis dient dazu, die Grenzen unseres Wissens aufzuzeigen. Sie ist die Ablehnung jeglichen metaphysischen Dogmas, das über unsere Fähigkeit hinausgeht, die Rahmenbedingungen des Wissens zu erkennen und zu pflegen.
Auflösung von Substanz und Kausalität
Mit seiner Erkenntnistheorie löst Hume die zentralen Begriffe der Metaphysik auf: Substanz und Kausalität. Diese sind lediglich Beziehungen von Ideen, die nicht durch reine Erfahrung erklärt werden können. Hume entzieht der traditionellen Metaphysik die Grundlage und wendet sich dem Skeptizismus zu.
Hume argumentiert, dass die menschliche Erkenntnis auf einfache Phänomene beschränkt ist und verweigert jede Art von Wirklichkeit, die in keinem Zusammenhang mit den Erscheinungen steht.