Definitionen: Frühintervention, Behinderungen und Emotionale Entwicklung
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Frühintervention und Risikogruppen
Frühintervention (Frühwarnung)
FRÜHINTERVENTION: Eine Reihe von Interventionen für Kinder im Alter von 0 bis 6 Jahren, deren Familien und enge Bezugspersonen. Ziel ist es, schnellstmöglich auf vorübergehende oder dauerhafte Bedürfnisse von Kindern mit Entwicklungsstörungen oder dem Risiko von Entwicklungsstörungen zu reagieren. Diese Interventionen sollten das gesamte Kind betrachten und von einem inter- und transdisziplinären Team geplant werden.
Zielgruppe und Handlungsfelder
ZIELGRUPPE: Kinder mit hohem biologischem oder sozioökonomischem Risiko, mit Entwicklungsveränderungen oder -defiziten.
HANDLUNGSFELDER: Gesundheit, Bildung und Soziales.
Hör- und Sehbehinderungen
Hörbehinderung
HÖRBEHINDERUNG: Ein pathologischer Zustand des Hörsinns, bei dem ein signifikanter Hörverlust oder Taubheit auftritt, der den Zugang zur gesprochenen Sprache verhindert oder zu deren fortschreitendem Verlust führt.
Hörminderung (Schwerhörigkeit)
HÖRMINDERUNG: Schwerhörigkeit (35–69 dB). Beeinträchtigt die funktionelle Bewältigung des gewöhnlichen Lebens. Der Erwerb der gesprochenen Sprache ist erschwert und erfordert oft prothetische Hilfsmittel.
Taubheit
TAUBHEIT: Kein funktionales Hören im Alltag (70 dB oder mehr). Der Erwerb der gesprochenen Sprache über akustische Wege ist nicht möglich; die Kommunikation erfolgt visuell.
Bewertung des Hörverlusts
Der Hörverlust wird bewertet nach:
- Grad des Verlusts: (leicht, mittel, schwer, tief)
- Ort der Schädigung: (leitfähig, sensorineural/scharfsinnig)
- Zeitpunkt des Auftretens: (prälingual, postlingual)
Geistige Behinderung
GEISTIGE BEHINDERUNG (Intellektuelle Retardierung): Eine Behinderung, die durch erhebliche Einschränkungen der intellektuellen Fähigkeiten und des adaptiven Verhaltens gekennzeichnet ist, manifestiert in praktischen, sozialen und konzeptionellen Fertigkeiten. Sie beginnt vor dem 18. Lebensjahr.
Sehbehinderung
SEHBEHINDERUNG: Ein Defizit, das die optische Leistungsfähigkeit einer Person ganz oder teilweise verringert.
Blindheit und Niedrige Sehschärfe
- BLINDHEIT
- Visus von weniger als 1/10 der normalen Sehkraft, wobei die Person mit optischer Korrektur die Finger einer Hand auf 2,25 m nicht identifizieren kann.
- HIPOVISION (Niedrige Sehschärfe)
- Sehschärfe zwischen 1/3 und 1/10, wobei das Gesichtsfeld funktionale Einschränkungen aufweist.
Emotionale Entwicklung und Bindung
Authentische Emotionen
AUTHENTISCHE EMOTIONEN:
- Zuneigung (Affekt)
- Emotionale Anziehung, Geben und Empfangen von Zärtlichkeiten; fördert das Selbstkonzept.
- Freude
- Fördert die Motivation zur Aufgabenausführung; beinhaltet Heiterkeit, Zufriedenheit und Genuss.
- Macht/Kompetenz
- Als Gefühl der persönlichen Zuständigkeit.
- Angst
- Aktiviert den Alarmzustand, um Gefahrensituationen zu bewältigen.
- Traurigkeit
- Dient der Akzeptanz von Verlusten (Menschen, Situationen).
- Wut
- Notwendig zur Selbstverteidigung, zum Setzen von Grenzen und zum Zeigen von Unbehagen.
Ersatzemotionen und ihre Mechanismen
ERSATZEMOTIONEN: Unangemessenes, pathologisches emotionales Verhalten, das in der Kindheit durch Eltern oder Bezugspersonen modelliert wurde und eine reale, nicht zugelassene Emotion ersetzt.
Mechanismen der Ersatzemotionen
- Modellierung durch die Eltern: Frühe Modelle des emotionalen und sozialen Verhaltens, die von den Eltern gelernt werden.
- Disqualifikation echter Emotionen: Echte Emotionen werden ignoriert, nicht akzeptiert oder in der Familie nicht zugelassen.
- Verstärkung: Unangemessene Emotionen werden verstärkt.
- Ausgedrückte Anweisungen: Abgeleitet von Ideen, Überzeugungen und Werten der Familie (z. B. „Jungen weinen nicht“).
Bindung
BINDUNG (Anlage): Ein primäres Bonding, das die Sicherheit und Geborgenheit eines Kindes gewährleistet und durch Interaktionen mit den Eltern oder Ersatzbezugspersonen in den ersten Lebensjahren aufgebaut wird.