Demografie und Bevölkerungsentwicklung in Argentinien
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Bevölkerungswachstum und demografische Dynamik
Das Bevölkerungswachstum umfasst sowohl Zuwachs als auch Bevölkerungsrückgang und setzt sich aus dem natürlichen Wachstum sowie der Migration zusammen. Übersteigen die Geburten die Todesfälle, ist das Wachstum positiv. Zudem wird es durch die demografischen Merkmale eines Gebietes beeinflusst. Das Volumen und die Geschwindigkeit der Veränderungen stehen in Verbindung mit der Zusammensetzung nach Alter, Geschlecht, Beruf, Bildung und Herkunft.
Argentinien ist ein Land mit langsamem Wachstum:
- a) Das Bevölkerungswachstum nimmt allmählich ab.
- b) Die niedrige Geburtenrate resultiert aus einem Rückgang der Fruchtbarkeit, bedingt durch die abnehmende Zahl der Kinder pro Frau am Ende ihrer reproduktiven Lebensphase.
- c) Die Sterblichkeit bei älteren Menschen stagniert.
- d) Das Wachstum durch Zuwanderung ist praktisch null.
- e) Es findet eine Emigration von Argentiniern statt.
Die Entwicklung ist progressiv, da die städtische Bevölkerung im Vergleich zur ländlichen eine niedrigere Geburtenrate aufweist.
Geburtenrate, Fruchtbarkeit und Sterblichkeit
Die Geburtenrate ist entscheidend für eine Gesellschaft, da sie Veränderungen in der demografischen Struktur bewirkt. In Argentinien sinkt die Geburtenrate; das Land, das früher stark pronatalistisch eingestellt war, hat mittlerweile Maßnahmen zur Geburtenkontrolle erlassen.
Fruchtbarkeit bezeichnet die Zahl der Kinder von Frauen im gebärfähigen Alter. Eine hohe Fruchtbarkeitsrate zeigt, dass die meisten Frauen mehrere Kinder haben. Argentinien befindet sich derzeit an der Grenze des Generationswechsels.
Die Sterblichkeit ist ein Indikator, der direkt mit der Gesundheit der Bevölkerung verbunden ist, jedoch auch von der Altersstruktur beeinflusst wird. Argentinien zeigt hier einen leichten Rückgang.
Verteilung der Bevölkerung
Die Faktoren für die ungleiche Verteilung der Bevölkerung werden wie folgt klassifiziert:
- Physikalische Faktoren: Breitengrad, Höhe, Klima, Nähe zum Meer, Verfügbarkeit von Wasser.
- Menschliche Faktoren: Historische, politische und wirtschaftliche Aspekte.
Einige dieser Faktoren wirken sich positiv, andere ungünstig aus.
Bevölkerungsstruktur und Zusammensetzung
Die Demografie untersucht Merkmale wie Größe, Wachstum und Verteilung. Geburten, Todesfälle und Migration sind grundlegende Komponenten, die durch physische Umweltfaktoren oder menschliches Handeln beeinflusst werden.
Zusammensetzung nach Geschlecht
Jedes Gebiet weist eine ungleichmäßige Verteilung von Männern und Frauen auf, was biologische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Konsequenzen hat. Zur Messung dient der Index der Männlichkeit. Normalerweise werden mehr Jungen als Mädchen geboren.
Altersstruktur
Die Altersstruktur bestimmt das Ausmaß der Alterung oder Jugend einer Gesellschaft. Die Bevölkerung wird in folgende Altersgruppen unterteilt:
- Junge Bevölkerung: bis 14 Jahre.
- Erwachsene Bevölkerung: 15 bis 64 Jahre.
- Ältere Menschen: 65 Jahre und älter.
Alternde Bevölkerung
Die Alterung beschreibt den Anstieg des Anteils älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung. Ursachen hierfür sind:
- Reduktion der Mortalität: Mehr Menschen erreichen das höhere Lebensalter.
- Rückgang der Fruchtbarkeit: Dies führt zu einer relativen Zunahme der älteren Gruppe (Alterung von der Basis der Bevölkerungspyramide).
- Soziale Faktoren: In Industrieländern bekommen Frauen später und meist weniger Kinder.
- Migration: Landflucht junger Arbeitskräfte hinterlässt einen höheren Anteil Älterer, oder Ältere wandern in Regionen mit angenehmerem Klima ab.
Im Jahr 2001 machten ältere Menschen 10 % der argentinischen Bevölkerung aus. Die städtische Bevölkerung überwiegt die ländliche, was durch die geringere städtische Fruchtbarkeit und die höhere Lebenserwartung von Frauen im Alter geprägt ist.