Demografische Struktur Spaniens: Sex Ratio und Altersentwicklung (1900–2008)

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Aufbau der derzeitigen demografischen Struktur

Volkszählungen sowie Volks- und Labor Force Surveys (LFS) liefern Informationen über die strukturellen Merkmale der Bevölkerung. Diese Informationen ermöglichen die Erstellung einer Strukturanalyse der Bevölkerung, die folgende Merkmale umfasst: demografische (Geschlechtsverteilung), soziale (Familienstand, Bildung), wirtschaftliche (Beruf, Tätigkeit, Arbeitslosigkeit) und geografische (Wohnort) Merkmale.

Sex Ratio

Das Verhältnis von Weiblichkeit — Sex Ratio — misst die Zahl der Frauen pro hundert Männer. Spanien liegt unter dem europäischen Durchschnitt. Auffällig ist die Verteilung nach Altersklassen: Bis zum Alter von etwa 50 Jahren ist die Zahl der Frauen etwas höher als die der Männer. Ab diesem Alter beginnt ein deutliches Ungleichgewicht, das mit zunehmendem Alter, insbesondere bis etwa 85 Jahre, weiter zunimmt. Dieser Unterschied zwischen den Geschlechtern ist in vielen Ländern zu beobachten und wird unter anderem durch eine höhere männliche Sterblichkeit erklärt, wodurch der Anteil der Frauen größer ist als der der Männer.

Altersstruktur

Das Alter ist eine demografische Variable von großem Interesse. Altersdaten sind wichtig für Fragestellungen wie Fruchtbarkeit, Planung von Bildungseinrichtungen und Betreuungsangeboten, Wählerregistrierung, die Bestimmung der erwerbsfähigen Bevölkerung sowie Prognosen für die Zukunft. Die spanische Bevölkerung weist eine Tendenz zur Alterung und eine signifikante Reduktion der jungen Bevölkerung auf, was eine Folge der sinkenden Geburtenraten in den 1990er Jahren ist.

Zusammensetzung nach Geschlecht und Alter

  • Die Pyramide von 1900: Sie spiegelt eine Bevölkerung mit hohen Geburtenraten wider; die Lebenserwartung war noch sehr gering aufgrund hoher Sterblichkeit.
  • Die Pyramide von 1950: Die Basis wurde reduziert, was den Rückgang der Geburten infolge des Bürgerkriegs widerspiegelt. Die erhöhte Sterblichkeit durch den Krieg zeigt sich in den Altersgruppen 25 bis 39 Jahre.
  • Die Pyramide von 1991: Sie zeigt die Folgen der Kriegssterblichkeit in den Altersgruppen zwischen 72 und 82 Jahren.
  • Die Pyramide von 2008: Sie weist verschiedene Merkmale auf: eine leichte Erholung in der Altersgruppe 0–4 Jahre nach der tatsächlichen Abnahme in der Gruppe 5–15 Jahre sowie eine Verdickung der Kohorten in den Gruppen 25–34 Jahre.

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