Demografischer Wandel und Migration: Ursachen und Folgen
Eingeordnet in Geographie
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,87 KB
Das demografische Ungleichgewicht
- Entwicklungsländer: Das schnelle Bevölkerungswachstum erfordert hohe Investitionen in Nahrung, Bildung und Gesundheit. Dies führt häufig zu Hunger, Unterernährung, Analphabetismus und einem niedrigen Lebensstandard. Viele dieser Länder haben Maßnahmen zur Geburtenkontrolle eingeführt.
- Industrieländer: Die Alterung der Gesellschaft verursacht hohe Kosten für Renten, Gesundheit und soziale Unterstützung. Viele Länder fördern gezielt die Erwerbstätigkeit von Frauen.
Das Bevölkerungswachstum in Verbindung mit übermäßigem Ressourcenverbrauch belastet die Umwelt schwer.
Grundbegriffe der Migration
- Migration: Bevölkerungsbewegungen vom Herkunftsort zum Zielort sowie die Umverteilung der Bevölkerung im Gebiet.
- Auswanderung (Emigration): Das Verlassen des Herkunftslandes.
- Einwanderung (Immigration): Die Ankunft in einem Zielland.
- Netto-Migration: Das Gleichgewicht zwischen Ein- und Auswanderung an einem Ort (Negativ: mehr Emigration / Positiv: mehr Immigration).
Ursachen der Migration
- Push-Faktoren (Herkunftsort): Natürliche Ursachen (Erdbeben, Vulkanausbrüche), politische Gründe (Krieg, Verfolgung) oder wirtschaftliche Bedingungen (Überbevölkerung, Arbeitslosigkeit).
- Pull-Faktoren (Zielort): Natürliche Bedingungen (günstiges Klima), politische Stabilität (soziale Harmonie) oder wirtschaftliche Anreize (größeres Arbeitsplatzangebot).
Arten der Migration
Interne Migration: Landflucht
Interne Migration bezeichnet Bewegungen innerhalb eines Staates. Die Landflucht beschreibt den dauerhaften Wohnsitzwechsel vom ländlichen Raum in die Stadt.
- Industrieländer: Die Landflucht erreichte ihren Höhepunkt im 19. Jahrhundert und in den 1960er Jahren, motiviert durch überschüssige Arbeitskräfte im Agrarsektor.
- Entwicklungsländer: Die Landflucht beschleunigte sich Mitte des 20. Jahrhunderts und ist heute die bedeutendste Migrationsform, bedingt durch hohes Bevölkerungswachstum und schlechte Lebensbedingungen auf dem Land.
Externe Migration
Europa war historisch gesehen ein Hauptakteur der externen Migration.
- Überseeische Migration: Verbunden mit der Eroberung und Kolonisierung. Im 16. Jahrhundert begann die Besiedlung Amerikas durch Europäer. Im 19. Jahrhundert wanderten über 60 Millionen Menschen nach Australien und Nordamerika aus.
- Migration nach Westeuropa (1945–1975): Nach dem Zweiten Weltkrieg benötigten westeuropäische Industrieländer Arbeitskräfte für den Wiederaufbau. Einwanderer kamen aus ehemaligen Kolonien sowie aus Ländern wie Portugal, Italien, Griechenland und Spanien.
- Aktuelle Migration (seit 1990): Menschen aus Entwicklungsländern (Afrika, Asien, Lateinamerika) wandern in Industrieländer (Nordamerika, Europa, Japan, Ozeanien), um dort oft körperlich schwere oder schlecht bezahlte Arbeit zu verrichten.
Folgen der Abwanderung
- Herkunftsländer:
- Demografie: Verlust junger Menschen, Überalterung, sinkende Geburtenrate.
- Wirtschaft: Sinken der Arbeitslosigkeit, potenzielle Konjunkturverbesserung.
- Soziales: Rückgang sozialer Unruhen und Modernisierung der Gesellschaft.
- Empfängerländer:
- Demografie: Bevölkerungswachstum und Verjüngung der Gesellschaft.
- Wirtschaft: Bereitstellung von Arbeitskräften für den Niedriglohnsektor.
- Politik: Entwicklung hin zu multikulturellen Gesellschaften.