Die Desamortisation von Mendizábal und Madoz
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9) Der Verkauf von Mendizábal und Madoz
Gesetze der fortschreitenden liberalen Säkularisation
Ursachen der Säkularisation
- Mangel an öffentlichen Finanzen.
- Die liberale Ideologie des Privateigentums.
- Der Wunsch der Bourgeoisie, den Adel zu imitieren.
Die Gesetze und wesentliche Änderungen
1) Das allgemeine Gesetz der Desamortisation
Dieses Gesetz wurde von Mendizábal verteidigt. Im Zuge dessen wurden zwei wesentliche Änderungen durchgeführt:
Die Änderung des Adelsbesitzes
Das Gesetz zur Entfremdung des adeligen Erbes wurde im Jahr 1836 verabschiedet. Damit wurde die Existenz von gebundenem Eigentum verboten, und die Eigentümer durften mit absoluter Freiheit verkaufen. Die Anwendung dieses Gesetzes war sehr konfliktträchtig, da geklärt werden musste, wer der rechtmäßige Eigentümer war. Dies wurde durch den Umstand erschwert, ob es sich um ein herrschaftliches Gut oder eine territoriale Gerichtsbarkeit handelte.
Wenn es ein Gerichtsgut war, waren die Bauern die Besitzer; wenn es eine territoriale Herrschaft war, war der Grundherr der alleinige Besitzer. Die Regierung weigerte sich, in diesen Fällen eine Entscheidung zu treffen, und überließ dies den Gerichten, die jeden Fall einzeln behandelten. Es ist nicht genau bekannt, wie viele Fälle es gab, aber den großen Adelsfamilien gelang es oft, die volle Verantwortung für alle Grundstücke in den Herrschaften zu behalten. Dennoch gab es bis ins späte 19. Jahrhundert hinein Streitigkeiten über diese Entscheidungen.
Die Änderung der Eigentumsverhältnisse des Klerus
Diese Änderung wurde im Jahr 1837 angenommen. Das Gesetz verfolgte eine Reihe von Zielen, welche die Ursachen der Säkularisierung widerspiegelten:
- a) Ein finanzielles Ziel: Die Staatsschulden sollten beglichen und die Kosten der Karlistenkriege gedeckt werden.
- b) Ein politisches Ziel: Die Anzahl der Anhänger des liberalen Regimes sollte durch die Schaffung einer Gruppe von bürgerlichen Eigentümern erhöht werden, die mit der liberalen Ordnung verbunden waren und diese unterstützten.
- c) Ein soziales Ziel: Es sollte eine ländliche Mittelklasse durch landwirtschaftliche Grundstücke geschaffen werden.
Um diese Ziele zu erreichen, unterdrückte der Staat die religiösen Orden (mit Ausnahme derer, die in der Lehre oder Krankenpflege tätig waren) und erklärte deren Besitztümer zu Volkseigentum. Der Weltklerus war ebenfalls von diesem Prozess betroffen. Diese verstaatlichten Klerus-Ländereien wurden in öffentlichen Versteigerungen verkauft. Die Bezahlung konnte in bar oder durch Staatsanleihen zum Nennwert erfolgen, der oft über dem tatsächlichen Marktwert lag.