Die Desamortisation in Spanien: Reformen des 19. Jahrhunderts

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Die Geschichte der Desamortisation in Spanien

Die Desamortisation (Säkularisierung) entwickelte sich bereits seit dem Mittelalter, vor allem durch Landabtretungen an den Adel, die Kirche und die Gemeinden. Seit dem 18. Jahrhundert wurden Desamortisationsmaßnahmen ergriffen, wobei die Cortes von Cádiz in die gleiche Richtung wirkten. Die Säkularisierung beinhaltete die Umwandlung des Vermögens der „toten Hand“ in Privateigentum.

Die Phasen unter Isabella II.

In der Regierungszeit von Isabella II. wurde die Säkularisierung in zwei wesentlichen Phasen durchgeführt:

  • Kirchliche Säkularisierung von Mendizábal (1836): Diese betraf das Vermögen des regulären Klerus. Espartero (1841) weitete diese Maßnahmen später auf den weltlichen Klerus aus. Durch diese doppelte Operation gingen viele wichtige Gehöfte und städtische Liegenschaften als „Nationalgüter“ (bienes nacionales) in die Hände des Staates über.
  • Die einzige wesentliche Änderung in der wirtschaftlichen Organisation des weltlichen Klerus der Pfarreien bestand darin, dass als Ausgleich für den Verlust ein Gehalt gezahlt wurde, was 1851 zu einem Konkordat mit dem Papst führte, um den drohenden Staatsbankrott abzuwenden.

Die zum Verkauf stehenden Immobilien wurden taxiert, öffentlich ausgeschrieben und an den meistbietenden Bewerber veräußert.

Ziele des ökonomischen Liberalismus

Die verfolgten Ziele waren die Anwendung des ökonomischen Liberalismus (Abschaffung des Ancien Régime) und die Tilgung von Staatsschulden. Mendizábal, der liberale Minister, handelte angesichts einer verzweifelten finanziellen Situation, in der es notwendig war, die Armee zur Niederschlagung der Carlisten-Revolte zu finanzieren. Der Verkauf des Nationalvermögens brachte jedoch nicht den erwarteten finanziellen Segen, sondern diente primär dazu, den Carlistenkrieg zu führen und Schulden abzubauen.

Die allgemeine Säkularisierung von Madoz (1855)

Die zweite Phase war die allgemeine oder zivile Säkularisierung (1855), durchgeführt von Pascual Madoz während des progressiven Zweijahreszeitraums. Diese betraf zwar auch kirchliches Eigentum, richtete sich aber konkreter gegen Gemeinschaftseigentum (Staat, Gemeinden und Militärorden). Dieses Gesetz verpflichtete die Gemeinden zur Versteigerung ihrer Güter gegen Entschädigung. In der Praxis war die Unterscheidung zwischen Eigen- und Gemeingut oft schwierig, was zum Verkauf großer Landmassen führte. Das Ziel war es, Ackerland für all jene zugänglich zu machen, die über die entsprechenden Mittel verfügten.

Folgen der Säkularisierung

Die Folgen der Säkularisierung waren weitreichend. In sozialen und wirtschaftlichen Bereichen wurden die Ergebnisse kritisch hinterfragt. Zwar gab es fiskalische Vorteile für den Staat, aber das Hauptziel – eine ausgewogene und gerechte Verteilung des Eigentums – wurde nicht erreicht.

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