Descartes und Anselm: Beweise für die Existenz Gottes

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Demonstration der Existenz Gottes

6.1 Argumente für die Existenz Gottes

a) Das Kausalitätsargument: Die Idee des Unendlichen

Dieses Argument stützt sich auf zwei grundlegende Prämissen:

  1. Die Theorie der objektiven Realität von Ideen, welche deren Inhalt oder objektiven Gehalt beschreibt.
  2. Der Grundsatz „Nichts kommt von nichts“ (Nihil ex nihilo fit), der besagt, dass alles eine Ursache und eine Folge hat.

Die Idee und die objektive Realität eines Dinges müssen eine wirkliche Ursache haben, die proportional zu dieser Idee ist. Die Idee eines unendlichen Seins kann nicht von einem endlichen Wesen verursacht werden. Hieraus wird die Existenz Gottes abgeleitet.

b) Gott als die Ursache meines Seins (Argument der Vollkommenheit)

Dieses Argument basiert auf der Theorie der objektiven und formalen Realität von Ideen und besagt Folgendes:

In meinem Geist existiert die Idee der Vollkommenheit. Wäre ich die Ursache für die objektive Realität dieser Idee der Vollkommenheit, so müsste meine formale Realität proportional zu dieser Idee sein. Ich besitze jedoch nicht die Vollkommenheit, die ich mir vorstelle. Da ich die Idee der Vollkommenheit habe, diese aber nicht selbst besitze, kann ich nicht die Ursache dieser Idee sein. Die Ursache meiner Vorstellung von Perfektion muss daher ein Wesen sein, das so perfekt ist wie die Idee der Vollkommenheit selbst – und dieses Wesen kann nur Gott sein, der diese Idee in mich gelegt hat.

c) Das Ontologische Argument

Das ontologische Argument sucht Beweise für die Existenz Gottes allein aus der Idee Gottes heraus. Anselm von Canterbury argumentiert, dass Gott nicht nur in Gedanken, sondern auch in der Realität existieren muss.

Descartes greift dieses Argument auf, da er nur die Sicherheit des Denkens, die Existenz von Ideen und die Art der von ihm entdeckten Ideen als Ausgangspunkt hat.

6.2 Gott garantiert die Wahrheit

Für Descartes ist Gott der Urheber von allem, was existiert. Gott ist der Schöpfer und somit der Garant für die Wahrheit. Gott ist vollkommen, und ein vollkommenes Wesen kann nicht irreführend sein, da Irrtum ein Mangel ist.

Die Vollkommenheit Gottes ist die Quelle und Garantie aller wahren Erkenntnis. Da die Perfektion Gottes Irrtum ausschließt, muss der Fehler bei uns unvollkommenen Wesen liegen, die wir klare und deutliche Vorstellungen falsch interpretieren oder verwechseln.

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