Descartes: Cogito ergo sum – Zweifel, Solipsismus & Gottesbeweis

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„Cogito ergo sum“: Der erste unzweifelhafte Beweis

„Ich denke, also bin ich.“ Mit diesem berühmten Satz, einem der berühmtesten in der Geschichte der Philosophie, will René Descartes zwei grundlegende Dinge feststellen:

  1. Die erste unzweifelhafte Gewissheit: Nachdem Descartes das gesamte Gebäude des Wissens der Methode des radikalen Zweifels unterworfen hat, erkennt er, dass das Subjekt, das denkt, real sein muss. Selbst wenn alles, was es denkt, falsch ist, muss das denkende Subjekt existieren, um überhaupt denken zu können. Das „Ich denke, also bin ich“ (Cogito ergo sum) ist somit so fest und sicher, dass es nicht angezweifelt werden kann.
  2. Das Wesen des Menschen: Dieser Satz besagt zweitens, dass der Mensch im Wesentlichen eine Substanz ist, deren Wesen das Denken ist (die Res Cogitans). Sein und Denken sind hier identisch.

Nachdem Descartes versucht hatte, alles anzuzweifeln, um eine sichere Wahrheit jenseits aller Unsicherheiten und Fehler zu finden, hatte er zwei gleichzeitige Intuitionen: die Tatsache seines Denkens und die Tatsache seiner eigenen Existenz. Er konnte alles anzweifeln, aber nicht, dass er dachte und dass er daher existierte.

Die Gefahr des kartesischen Solipsismus

Mit der Gewissheit der eigenen Existenz ist ein Teil des Problems gelöst. Doch was ist mit den anderen Dingen und der „externen“ Welt? Existieren sie oder sind sie nur eine Fata Morgana? An dieser Stelle besteht die Gefahr, dass das Subjekt allein gelassen wird – dies ist das Problem des kartesischen Solipsismus.

Die Philosophie von Descartes ist bis zu diesem Punkt sehr klar, doch von hier an entwickelt sich eine Ontologie, die oft als eher mittelmäßig betrachtet wird. Descartes muss auf die göttliche Güte zurückgreifen, um die Zuverlässigkeit seiner Wahrnehmungen zu garantieren. Wo er einst von einem bösen Dämon (genius malignus) oder einem täuschenden Gott sprach, muss er sich nun auf Gott verlassen, um aus dem metaphysischen Solipsismus herauszukommen, zu dem ihn die Intuition des „Ich denke, also bin ich“ geführt hatte.

Der Ausweg: Der Beweis der Existenz Gottes

Der nächste Schritt seiner Philosophie besteht daher darin, die Existenz Gottes zu beweisen. Descartes verwendet hierfür mehrere Argumente, die nicht originell sind, da sie praktisch das ontologische Argument von Anselm von Canterbury sowie Versionen der aristotelischen kosmologischen Beweise (wie den der unbewegten Antriebsmaschine und der ersten Ursache, die bereits von Thomas von Aquin verwendet wurden) mit geringfügigen Änderungen bekräftigen.

Kurz gesagt, die Existenz Gottes wird bewiesen, indem entweder von der Definition Gottes als ein vollkommenes Wesen ausgegangen wird, dem die Existenz nicht fehlen darf, oder von der Abhängigkeit und Kontingenz aller Wesen, die andere benötigen, um zu existieren, und somit die Notwendigkeit eines schöpferischen Seins belegt wird.

Die Garantie klarer und deutlicher Ideen

Aus der unbestreitbaren Tatsache seiner Güte ergibt sich ein grundlegender Teil des Puzzles. Diese Annahmen können zu einem Syllogismus im kartesischen Modus entwickelt werden, der folgende Schritte umfasst:

  1. Gott ist ein vollkommenes Wesen.
  2. Ein vollkommenes Wesen kann nicht täuschen.
  3. Alles, was wir klar und deutlich wahrnehmen, stammt von Gott.
  4. Jede angeborene, klare und deutliche Vorstellung ist notwendigerweise wahr, da sie von Gott garantiert wird.

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