Descartes' Gottesbeweise: Ontologisches und Kausales Argument
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Descartes schließt die Existenz Gottes aus? Korrektur und Analyse
Descartes schließt die Existenz Gottes nicht aus. Vielmehr stellt er fest, dass Zweifel in seinem Kopf bezüglich der Existenz Gottes aufkommen, insbesondere Fragen über den Ursprung der Idee der Vollkommenheit in ihm. Er bezweifelt alles außer seiner eigenen Existenz, da er sich selbst als unvollkommen erkennt.
Da Gott als vollkommen gedacht wird und nichts aus dem Nichts entstehen kann, kommt Descartes zu dem Schluss, dass Gott existieren muss und uns das Siegel der Vernunft hinterlassen hat – das „Siegel des Architekten“.
Erste Demonstration: Die Idee der Vollkommenheit
Dies ist die erste Demonstration der Existenz Gottes: Die Idee der Vollkommenheit kann nur durch ein vollkommenes Wesen gegeben worden sein, da wir selbst nicht das Maximum erfasst haben und die gesamte Idee der Vollkommenheit nicht in uns fassen können.
Mit diesem Argument wird die Möglichkeit eines Irrtums in seiner Methode widerlegt. Denn wenn Gott vollkommen ist, ist er frei von Bosheit und kann uns nicht täuschen. Alles, was er in meinem Geist klar und deutlich konzipiert hat, ist wahr. Von der ersten Hypothese eines „betrügerischen Gottes“ wechselt er zu einem Gott als Garant für die Wahrheit der Beweisführung durch die res cogitans (das denkende Ding).
Zweite Demonstration: Das Ontologische Argument
Weitere Demonstrationen des Philosophen wurden bereits früher von Anselm von Canterbury vorgebracht: Wenn Gott als das Vollkommenste konzipiert wird, leitet sich daraus zwingend seine Existenz ab, da Existenz eine Vollkommenheit ist. Diese Darlegung ist als ontologisches Argument bekannt.
Dritte Demonstration: Das Kausale Argument
Das dritte Argument leitet sich aus einer gut durchdachten Schlussfolgerung ab und weist eine klare Ähnlichkeit mit dem dritten Weg von Thomas von Aquin auf (die Kontingenz der Seienden erfordert ein notwendiges Wesen).
In dieser Argumentation führt dies zwangsläufig zur Existenz von jemandem, der alles ins Dasein gebracht hat – sowohl das denkende Subjekt selbst als auch die anderen endlichen Wesen. Dieser Jemand ist Gott.
Die Rolle Gottes nach dem „Cogito, ergo sum“
Descartes, beeinflusst von der scholastischen Tradition, versucht, die Existenz Gottes zu berücksichtigen, da die vollkommene Natur Gottes notwendig für sein philosophisches System ist, das auf dem „Cogito, ergo sum“ (Ich denke, also bin ich) aufbaut.
Wäre Gott nicht existent, würde sein methodischer Zweifel in den sogenannten subjektiven Solipsismus stürzen. Dies bedeutet, dass nur die Sicherheit unserer Existenz, unseres subjektiven Bewusstseins, gesichert wäre. Aus diesem Zustand heraus wäre es unmöglich, sowohl die Existenz anderer Geister als auch die äußere Welt außerhalb unseres Geistes zu beweisen.
Gott als Garant des Wissens
Kurz gesagt, Gott wird zum Garanten des rationalen Wissens: Alles, was klar und deutlich gedacht werden kann, ist wahr, weil Gott als vollkommenes, nicht-täuschendes Wesen diese Wahrheit garantiert.