Descartes' Rationalismus: Methode, Deduktion und Mathematik

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Rationalismus und die Quelle des Wissens

Der Rationalismus besagt, dass wahres und gültiges Wissen über die Wirklichkeit nicht primär aus den Sinnen, sondern aus der Vernunft (Ratio) stammt. Diese Erkenntnisweise ist eng mit der Idee der modernen Wissenschaft verbunden: der Deduktion. Unsere Kenntnis der Realität kann deduktiv von bestimmten, klar festgelegten Ideen und Grundsätzen abgeleitet werden, welche als angeboren gelten.

Descartes' Suche nach einer neuen Methode

Hintergrund und Motivation

  1. Descartes erkannte die Notwendigkeit, eine geeignete Methode zu entwickeln, um neue Aspekte zu entdecken. Er strebte nicht danach, unzureichendes Wissen zu reparieren, sondern bemühte sich um eine völlig neue Methode.
  2. Negative Motivation

    Sein pädagogisches Umfeld basierte auf Wiederholung und Tradition, was die Entdeckung neuen Wissens unmöglich machte, da es keine systematische Methode gab.

  3. Positive Motivation

    Die Unterstützung der Entwicklung experimenteller Methoden in der Physik und Astronomie, insbesondere durch die Arbeit von Kepler, Kopernikus und Galileo Galilei. Dies begründete Descartes' Überzeugung, dass die Mathematik nicht nur Wiederholung, sondern Innovation ermöglicht.

Kritik am deduktiven Schlussverfahren

Descartes suchte gerade deshalb nach einer neuen Methode, die die Moderne kennzeichnen sollte. Er sah den Zusammenbruch der alten Welt der Ideen und Überzeugungen und suchte eine Methode, die in der Lage war, grundlegende Tatsachen der Natur sowie das geistige oder soziale Leben des Menschen zu erklären.

Die Notwendigkeit eines neuen Wahrheitskriteriums

Es wurde ein neues Kriterium der Wahrheit benötigt, das den aristotelischen Syllogismus ersetzen konnte. Die scholastische syllogistische Begründung konnte nur allgemeine Grundsätze liefern, die durch den Glauben an die geoffenbarte Wahrheit bereitgestellt wurden. Sie diente lediglich dazu, einen bestimmten Fall unter eine bereits bekannte allgemeine Wahrheit zu subsumieren.

Descartes und Bacon zur Syllogistik

Descartes und Francis Bacon führten ihre Kritik am Schlussverfahren an, das sie für die Rückständigkeit der Wissenschaft verantwortlich machten. Bacon argumentierte, die aristotelische Logik sei nutzlos für die Erfindung. Descartes behauptete, der Schluss sei sinnlos, um die Wahrheit zu erforschen, und könne lediglich dazu dienen, anderen darzulegen, was bereits bekannt ist.

Der Einfluss der Mathematik

Die Mathematisch-Analytische Methode

Die Methode von Descartes ist mathematisch, weil sie von einem Modell ausgeht, das auf zwei grundlegenden Konzepten basiert:

  • Ordnung
  • Maßnahme (Messbarkeit)

Die Methode ist zudem analytisch, da Descartes dem Primat des Einfachen über das Komplexe folgt. Nur das Klare und Einfache kann unterschieden werden.

Das Kriterium der Klarheit

Etwas erscheint uns als dunkel, wenn es nicht mit sich selbst identisch ist oder nicht klar definiert werden kann. Eine gute logische Folgerung führt zu einer Identität und schafft eine Tautologie zwischen zwei Elementen.

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