Descartes' Schlüsselbegriffe und die Regeln der Methode
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Grundbegriffe der Kartesischen Philosophie
Vernunft (Guter Sinn)
Descartes definiert die Vernunft (oder den guten Sinn) als die Fähigkeit zur Unterscheidung von Wahrheit und Irrtum.
Ideen und Vorstellungen
In der Regel stellt jede intellektuelle oder objektive Vorstellung (pensamiento) eine Idee dar.
Angeborene Ideen (Ideae Innatae)
Dies sind die Ideen, die ursprünglich zum menschlichen Verstand gehören und nicht durch Erfahrung gewonnen werden.
Einfache und Komplexe Ideen
Die einfachen Ideen sind intuitiv zu erfassen. Die komplexen Ideen hingegen erkennen wir durch Demonstration.
Substanz
Im allgemeinen Sinn ist Substanz definiert als das, was zwangsläufig jeweils in seiner Individualität existiert.
Modi
Die Modi sind die Attribute oder Eigenschaften von Substanzen.
Akzidenz (Zufällige Eigenschaft)
Dies bezeichnet eine Eigenschaft, die zu einer Sache gehört, aber nicht in einem ständigen Bedarf steht.
Anthropologischer Dualismus
Das anthropologische Denken von Descartes ist ein Dualismus von Leib und Seele.
Attribute der Substanzen
Das wichtigste Attribut der unendlichen Substanz (Gott) ist die Vollkommenheit. Das Attribut der geschaffenen geistigen Substanz (Seele) ist der Gedanke. Das Attribut der geschaffenen körperlichen Substanz ist die Ausdehnung (Extensio).
Klare und Deutliche Idee
Für Descartes ist eine klare und deutliche Vorstellung jene Idee, die sich dem Verstand mit unmittelbarer Evidenz aufdrängt und keiner weiteren Begründung bedarf.
- Klare Vorstellung: Unser Verstand kann sie ohne jede Schwierigkeit verstehen.
- Deutliche Vorstellung: Sie erscheint einfach und elementar, nicht zusammengesetzt.
Metaphysik und Existenzbeweis
Objektive Realität
Descartes argumentiert, dass jede Idee, die außerhalb des Geistes existiert, aus einer wirklichen Ursache stammt. Wenn die Idee als objektive Realität eine adäquate reale Ursache erfordert, muss die Idee eines unendlichen Seins eine unendliche Ursache haben. Daher existiert das Unendliche (Gott existiert).
Attribute der Seele
Descartes zweifelt an der Existenz des Körpers, aber nicht an der Existenz der Seele, weil der Gedanke das einzige Attribut ist, das ihr gehört und sie nicht verlassen kann.
Denkende Substanz (Res Cogitans)
Alle Funktionen, die der Seele zugeschrieben werden können, führen zum Selbst. Nach dem Zweifel und dem Denken erkennen wir: Das Selbst ist die Res Cogitans, die denkende Substanz.
Ausgedehnte Substanz (Res Extensa)
Für Descartes sind dies die physischen Objekte.
Die Vier Regeln der Methode
Die Methode von Descartes basiert auf vier Schritten:
Evidenz
Nur das zuzugeben, was unserem Geist deutlich und klar präsentiert wird.
Analyse (Division)
Komplexe Ideen in einfache Ideen zu unterteilen. Die Analyse dient dazu, Hinweise auf einfache Ideen zu finden.
Synthese
Die zuvor geteilten Konzepte durch Synthese wieder zusammenzusetzen.
Enumeration (Vollständigkeit)
Den gesamten Prozess zu überprüfen, um sicherzustellen, dass nichts ausgelassen wurde.