Deutsche Grammatik: Satzarten, Verbtypen und Verbale Umschreibungen
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Einfache Sätze: Struktur und Typen
Satzarten (Modi)
- Deklarativ (Aussagesatz)
- Interrogativ (Fragesatz)
- Imperativ (Aufforderung/Zwang)
- Exklamativ (Ausruf)
- Desiderativ (Wunsch)
- Zögernd (Zweifel)
Prädikatsformen und Diathese
- Prädikativ (Attribute/Kopulativ)
- Aktiv (Handlungsverlauf)
- Passiv
Verbtypen nach Valenz
- Transitiv (mit direktem Objekt, CD)
- Intransitiv (ohne direktes Objekt, NOCD)
- Reflexiv
- Reziprok
- Unpersönlich
Unpersönliche Sätze
Unpersönliche Sätze zeichnen sich dadurch aus, dass sie kein explizites Subjekt haben oder das Subjekt nicht relevant ist. Das Verb ändert seine Form nicht, da es kein Subjekt gibt, mit dem es kongruieren müsste.
Reflexives Passiv (Passiva Reflexiva)
Diese Konstruktion beschreibt einen Vorgang, bei dem die Handlung auf das Subjekt zurückwirkt oder das Subjekt selbst der Träger der Handlung ist, ohne dass ein Agens genannt wird.
Kongruenz im Reflexiven Passiv
Wenn die Konstruktion pluralisch ist (z. B. „Es verkaufen sich die Bücher“), muss das Verb mit dem Subjekt in Zahl und Person übereinstimmen (Kongruenz).
Funktionen des Reflexivpronomens (SE/SICH)
Das Reflexivpronomen kann verschiedene Rollen einnehmen:
- Eigentlich Reflexiv: Die Handlung fällt auf das Subjekt zurück.
- Direkt (Akkusativ, CD): Juan wäscht sich.
- Indirekt (Dativ, CI): John bindet sich die Schuhe.
- Kausales Reflexiv: Das Subjekt lässt die Handlung an sich selbst ausführen.
- Reziprok: Gegenseitige Handlung.
- Direkt (CD): Johannes und Maria küssen sich.
- Indirekt (CI): Juan und Maria schreiben sich Briefe.
- Reflexive Passivkonstruktionen und Unpersönliche Konstruktionen.
Verben mit Spezifischer Rektion
Dies sind Verben, die eine bestimmte Ergänzung (oft präpositional) erfordern:
- bereuen
- sich schämen
- Mangel haben an
- übereinstimmen
- vertrauen
- glauben an
- betreiben
- setzen auf
- aufgeben
- darüber verfügen
- sich unterhalten über/durch
- denken (über/von)
- sich beschweren (über)
- streben nach
- versuchen
Verbale Umschreibung (Periphrase)
Eine verbale Umschreibung bezeichnet die Verbindung von zwei (oder mehr) Verbformen, die zusammen eine semantische Einheit bilden. Sie besteht typischerweise aus:
- Einem konjugierten Hilfsverb.
- Einem optionalen verbindenden Element (Präposition, Konjunktion oder Ø).
- Einer nicht-personalen Verbform (Infinitiv, Gerundium oder Partizip), die die Grundbedeutung trägt.
Beispiele für die Struktur
- Ich muss gehen (Modalverb + Infinitiv)
- Sie (Ø) arbeiten (Hilfsverb + Infinitiv, z. B. „Sie werden arbeiten“)
Umschreibung der Modalität
- Verpflichtung: müssen + Infinitiv, haben zu + Infinitiv, sollen + Infinitiv
- Möglichkeit: können + Infinitiv
- Zweifel/Vermutung: dürfte + Infinitiv, mag + Infinitiv
Aspektuelle Umschreibungen
- Durativ (Dauer): dabei sein zu + Infinitiv, weiter + Gerundium, gehen + Gerundium
- Ingressiv (Beginn/Eintritt): im Begriff sein zu + Infinitiv, anfangen zu + Infinitiv, beginnen zu + Infinitiv
- Inchoativ (Anfang): werfen zu + Infinitiv, brechen zu + Infinitiv, setzen zu + Infinitiv, starten/beginnen zu + Infinitiv
- Iterativ (Wiederholung): wieder + Partizip/Infinitiv
- Terminativ (Abschluss): aufhören zu + Infinitiv, beenden + Infinitiv
Das Prädikat
Das Prädikat kann aus Verben, Adjektiven oder prädikativen Ergänzungen bestehen. Es muss in der Regel mit dem Subjekt (S.) oder dem direkten Objekt (CD) in Bezug auf Person, Numerus oder Kasus übereinstimmen (Kongruenz).