Die Deutsche Reichsgründung: Von 1815 bis 1871
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Vom Heiligen Römischen Reich zum Deutschen Bund (1815)
Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation (oft als „Deutsches Reich“ bezeichnet) überlebte bis zu den Napoleonischen Kriegen im Jahre 1815 und wurde durch den Deutschen Bund ersetzt, der aus mehr als dreißig Staaten bestand. Unter diesen stachen das Kaiserreich Österreich und das Königreich Preußen hervor. Beide Staaten hatten Territorien, die außerhalb des Deutschen Bundes lagen.
Das Königreich Dänemark besaß ebenfalls eine Region (Holstein) innerhalb der Eidgenossenschaft. Der Großteil der deutschen Bevölkerung war durch einen kulturellen Zusammenhang, die Sprache, geeint. Allerdings sprach ein Großteil der Bevölkerung des Deutschen Bundes nicht Deutsch, während es deutschsprachige Bevölkerung in anderen Teilen Europas gab.
Einigungsversuche und Scheitern der Revolution 1848
Die Revolution von 1848/49 scheiterte daran, die verschiedenen deutschen Minderheiten zu vereinen. Die Frankfurter Nationalversammlung, die eine deutsche Verfassung verkünden wollte, wurde von Österreich und Preußen nicht unterstützt und von nicht-deutschen Minderheiten, wie den Tschechen, abgelehnt.
Allerdings trug der Deutsche Zollverein (1834) durch die Etablierung engerer Wirtschaftsbeziehungen zur Einigung bei.
Die Ära Bismarck: Deutsche Einheit durch Kriege
Durch den Rückgriff auf Krieg (1849–1871) wurde das Königreich Preußen und dessen Kanzler Otto von Bismarck zum Motor der deutschen Einheit. Die Einigung Deutschlands vollzog sich unter Führung Preußens durch verschiedene Kriege:
Der Deutsch-Dänische Krieg (1864)
Im Jahre 1864 gab es einen internationalen Konflikt zwischen dem Deutschen Bund und Dänemark: Es ging um die Erbfolge der dänischen Herzogtümer Schleswig und Holstein. Preußen erklärte zusammen mit Österreich Dänemark den Krieg. Nach der dänischen Niederlage wurden die Herzogtümer gemeinsam von Österreich und Preußen verwaltet.
Der Deutsche Krieg gegen Österreich (1866)
Bismarck nutzte die Spannungen zwischen Österreich und Preußen und provozierte einen Krieg (1866) gegen Österreich. Preußen wurde dabei von Italien unterstützt. Das Kaiserreich Österreich wurde geschlagen und musste Venedig an Italien abtreten. Dies führte zur Umgestaltung des Deutschen Bundes, aus dem Österreich ausgeschlossen wurde. Preußen stand an der Spitze der neuen Organisation und annektierte die Herzogtümer Schleswig-Holstein.
Der Deutsch-Französische Krieg (1870–1871)
Der Sieg der preußischen Armee provozierte die Feindschaft fast aller süddeutschen Staaten und die Überraschung der europäischen Mächte. Bismarck nutzte die französische Haltung gegenüber den deutschen Staaten, um die nationale öffentliche Meinung zu gewinnen, was zum Krieg gegen Frankreich (1870–1871) führte.
Die Gründung des Deutschen Reiches (1871)
So entstand 1871 ein neues Deutsches Reich, das den Zusammenschluss der nord- und süddeutschen Staaten ohne Österreich umfasste.
Herausforderungen des neuen Deutschen Reiches
Das neue Reich stand vor großen Herausforderungen:
- Territoriale Anpassungen
- Unzureichende parlamentarische Strukturen
- Kulturelle und religiöse Gegensätze
- Große soziale Kontraste
- Veränderungen in der Außenpolitik