Diabetes und Ballaststoffe: Ernährung und Kontrolle

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Diabetes: Ernährungsziele und Kontrolle

Ziele einer Diabetes-Diät

  • Guter Ernährungszustand
  • Optimale Kontrolle des Blutzuckerspiegels
  • Normalgewicht halten
  • Vermeidung von Komplikationen

Merkmale einer Diabetes-Diät

  1. Regelmäßige Mahlzeiten: Drei Hauptmahlzeiten und zwei Zwischenmahlzeiten einhalten. Regelmäßigkeit ist sehr wichtig.
  2. Energie:
    • Kalorienaufnahme an den individuellen Bedarf anpassen.
    • Aktivitätslevel berücksichtigen.
    • Energieaufnahme von nicht weniger als 1000 kcal.
    • Bei Übergewicht leicht unter dem Normalgewicht bleiben.
  3. Kohlenhydrate (50-55%):
    • Etwas weniger als normal.
    • Individuell nicht weniger als 40%.
    • Ausgewogene Verteilung der Kohlenhydrate über viele Lebensmittel, keine übermäßige Anreicherung in einer Mahlzeit.
    • Einschränkung von schnell resorbierbaren Zuckern (Mono- und Disaccharide wie Konfitüren, Gelees, raffinierte Lebensmittel).
    • Erhöhung der Zufuhr komplexer Zucker (Stärke, zellulosefaserreiche Lebensmittel wie Obst und Gemüse).
  4. Ballaststoffe: 30% der Kohlenhydrate sollten aus Ballaststoffen bestehen.
  5. Fette (30-35%):
    • Kontrolle der Lipidzufuhr in Bezug auf Menge (Kalorien) und Qualität (Herz-Kreislauf-Gesundheit).
    • Einschränkung von tierischen Fetten (gesättigte Fettsäuren und Cholesterin).
    • Erhöhung des Anteils an Fisch und pflanzlichen Fetten (ungesättigte Fettsäuren).
    • Verhältnis von mehrfach ungesättigten zu gesättigten Fettsäuren = 2.
  6. Proteine (15%):
    • Ausgewogenes Verhältnis von pflanzlichen und tierischen Proteinen.
    • Bevorzugung von Fisch und magerem Fleisch ohne Haut.
    • Verwendung von fettarmen Milchprodukten.
  7. Vitamine und Mineralien: Zufuhr durch fettarme Milchprodukte, Obst und Gemüse sicherstellen.
  8. Wasser (2 bis 2,5 Liter): Ausreichende Flüssigkeitszufuhr, insbesondere bei Polyurie.
  9. Regelmäßige körperliche Aktivität: Regelmäßige Bewegung ist wichtig.

Ballaststoffe: Definition und physiologische Wirkungen

Was sind Ballaststoffe?

Ballaststoffe sind Nahrungsbestandteile, die den Dickdarm erreichen, ohne im Dünndarm durch die körpereigenen Sekrete des menschlichen Verdauungssystems verdaut zu werden. Sie bestehen aus einer komplexen Gruppe von Materialien mit unterschiedlichen chemischen Strukturen, deren Hauptmerkmal ihre Resistenz gegen die Wirkung der menschlichen Verdauungsenzyme ist. Dazu gehören Cellulose, Hemicellulose, Lignin, resistente Stärke, Gummi- und Schleimstoffe, andere Polysaccharide (Alginat und Pektin), Oligosaccharide und Monosaccharide.

Physiologische Wirkungen von Ballaststoffen

  1. Wasserbindung:
    • Ballaststoffe binden Wasser durch Polysaccharid-Verbindungen oder durch Einschluss in ihre Struktur.
    • Sie beschleunigen die Darmpassage und beugen so Verstopfung vor.
    • Sie verkürzen die Einwirkzeit von schädlichen Substanzen im Darm und können so Darmkrebs vorbeugen.
  2. Anaerobe Fermentation:
    • Die Fermentation von Ballaststoffen führt zur Bildung von Gasen (Wasser, Kohlendioxid und Methan), die das Stuhlvolumen erhöhen und Verstopfung vorbeugen.
    • Kurzkettige Fettsäuren, die bei der Fermentation entstehen, dienen als Energiequelle und unterstützen die Erhaltung des Dickdarmepithels.
  3. Gallensäureausscheidung:
    • Ballaststoffe erhöhen die Adsorption von Gallensäuren, was zu einer vermehrten Ausscheidung und einer verringerten Resorption führt.
    • Dies erhöht den Bedarf an Cholesterin in der Leber für die Gallensäuresynthese und senkt dadurch den Cholesterinspiegel.
    • Ballaststoffe können somit Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen und verbessern.
  4. Darmabsorption:
    • Ballaststoffe erhöhen die Viskosität des Darminhalts und können so die Glukoseaufnahme verringern, was bei Diabetes und Fettleibigkeit von Vorteil ist.
    • Sie können jedoch auch die Aufnahme von Nährstoffen wie Eisen verringern, was bei Anämie nachteilig ist.

Empfohlene Ballaststoffzufuhr: 30-40 g pro Tag

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