Didaktische Auswahl und Analyse von Texten im Sprachunterricht
Eingeordnet in Lehre und Ausbildung
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 3,94 KB
Allgemeine Erwägungen zu Lernmaterialien
Die Leitlinien gliedern sich in zwei Abschnitte, die sich mit unterschiedlichen Themen befassen, sich ergänzen und voneinander abgrenzen. Die Auswahl der Texte und die Kriterien für diese Auswahl bilden die Grundlage für die Arbeit in einem Kurs. Der zweite Abschnitt behandelt Übungen zur didaktischen Reflexion über den Text.
1. Die Auswahl der Texte
Die Auswahl der Texte für einen Sprachkurs wirkt sich auf alle sprachlichen Proben der Studierenden aus. Dies betrifft alles, was die Lernenden hören, sehen oder schriftlich produzieren sollen (Aufsätze, Diskussionen und Präsentationen).
- Motivierende Texte: Suchen Sie nach Themen, die die Auszubildenden motivieren und einen Bezug zu ihrem Leben haben.
- Vielfältige Texte: Es ist wichtig, eine große Vielfalt an Texten anzubieten. Dies hält das Lernen bereichernd und inspirierend.
- Authentizität vs. Aufbereitung: Authentische Texte sind kommunikativ, aber oft nicht an das Niveau der Schüler angepasst und können Fehler enthalten (schlechte Kopien etc.). Aufbereitete Texte dienen zwar didaktischen Zwecken und sind sauber, es fehlt ihnen jedoch die Spontaneität und die Lebendigkeit des tatsächlichen Sprachgebrauchs. Es ist ratsam, authentische Texte zu bevorzugen, ohne die aufbereiteten völlig auszuschließen.
- Vollständigkeit des Textes: Es ist vorteilhaft, wenn Schüler an vollständigen Texten arbeiten können, um deren Bedeutung zu erfassen und sie leicht zu verstehen. Falls nur ein Ausschnitt gelesen wird, sollte der Lehrer den Kontext des Schreibens kurz erläutern.
2. Übungen zu den Texten
Zu den ausgewählten Texten muss eine didaktische Tätigkeit für den Studierenden festgelegt werden. Dies beinhaltet die Entscheidung, ob gelesen oder gehört wird, welche sprachlichen Aspekte des Diskurses analysiert werden sollen und wie die Arbeit strukturiert ist (Einzelarbeit, Partnerarbeit, Gruppenarbeit etc.).
Rezeptive/Produktive Fertigkeiten und Textarbeit
Der normale Prozess der Arbeit mit einer Äußerung beginnt mit den rezeptiven Fertigkeiten und endet mit der Produktion. Dies entspricht dem normalen Lernprozess: Bevor etwas erstellt oder getan wird, müssen verschiedene Modelle verstanden und interpretiert werden, die als Richtschnur dienen. Die didaktische Arbeit mit Texten folgt daher logischerweise diesen drei Schritten:
- Verständnis des Textes.
- Interpretation des Textes (sprachliche Reflexion und Vergleich verschiedener Modelle).
- Produktion von Textstrukturen.
Diese Schritte ergänzen die verschiedenen Analyseebenen.
Text und andere Analyseebenen
Der Text ist nicht die einzige Einheit der linguistischen Analyse und hat nicht die längste didaktische Tradition. Lehrer haben oft mehr Erfahrung im Unterrichten der niedrigeren Analyseebenen. Im Sprachunterricht ist es jedoch wichtig, alle Elemente ausgewogen zu integrieren, um die Entwicklung der kommunikativen Fähigkeiten der Schüler zu fördern. Die Hierarchie der Analyseebenen ist wie folgt:
Buchstaben und Laute > Wort > Satz > Absatz/Sequenz > Text
(Es ist ratsam, von den einfachsten zu den komplexeren Ebenen überzugehen.)
Ausbeutung von Texten
Sowohl die aktuelle Entwicklung der Sprachtdidaktik als auch der kommunikative Ansatz konzentrieren sich stark auf die Arbeit mit Texten im Unterricht. Lehrer neigen dazu, Texte im Unterricht sehr intensiv zu bearbeiten, wodurch die Schüler das Interesse am selben Text verlieren können. Diese Tendenz, den gesamten „Saft“ aus einem Text zu pressen, kann zur Ermüdung der Schüler führen. Im Gegenteil ist es von großem Interesse, mit einer großen und vielfältigen Anzahl von Texten didaktisch zu arbeiten, um das Verständnis und die Bereicherung der Modelle zu steigern, und die Ausbeutung zu begrenzen.