Digitale Videoformate: Von miniDV bis HDCAM im Vergleich

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miniDV und DV: Der Standard für Einsteiger und Profis

miniDV / DV: Diese Kameras reichen vom Heimanwender- bis zum professionellen Bereich. Alle teilen sich die Komprimierung von Bild und Ton. Es ist ein sehr verbreitetes Bandformat. miniDV / DV-Kameras verwenden ein 4:2:0-Kompressionssystem für den PAL-Modus mit einer Sampling-Frequenz von 13,5 MHz für die Luminanz und 6,75 MHz für die beiden Chrominanz-Kanäle. Ein relativer Nachteil ist, dass Audio und Video nicht perfekt synchronisiert sind, was in DVCAM- und DVCPRO-Systemen behoben wurde.

Repräsentative miniDV-Kameramodelle

  • Panasonic NV-GS1: Diese Kamera kostet rund 1.000 Euro und liefert Bilder von guter Qualität unter optimalen Lichtverhältnissen. Die Auflösung liegt bei etwa 400 Zeilen, was für einen Camcorder geschätzt wird. Sie verfügt über einen Firewire-Ausgang, um Video in Echtzeit zu übertragen.
  • Canon XL1S: Diese Kamera und ihre Varianten sind auf halbem Weg zwischen dem Consumer- und dem professionellen Markt angesiedelt. Ihr Preis liegt über 4.000 Euro. Sie verfügt über ein 3-CCD-System mit 360.000 Pixeln, einen optischen Sucher, Wechselobjektive, optische Bildstabilisierung und gute manuelle Kontrollen.
  • JVC DV700W: Dieses Modell gehört zum Besten, was auf dem Markt für DV-Kameras mit miniDV-Bändern zu finden ist. Dies ist eine professionelle Kamera mit Wechselobjektiven und 3-CCD-System. Neben einer guten Helligkeit und Auflösung (800 Zeilen) bietet sie viele manuelle Kontrollen und professionelle Leistung. Der Preis liegt bei ungefähr 10.000 $.

DVCAM: Das proprietäre Format von Sony

DVCAM ist ein proprietäres Format aus dem Hause Sony. DVCAM-Kameras nutzen die gleichen technischen Prinzipien wie DV-Kameras mit einer 5:1-Kompression und einer Abtastrate von 4:2:0. Allerdings ist die Bandgeschwindigkeit sowie die Spurbreite größer. Es können zwei Arten von Bändern verwendet werden: Mini mit 40 Minuten Aufnahmezeit und Standard, die bis zu 184 Minuten erreichen. Darüber hinaus können sie auf DV-Bändern oder Sony miniDV-Modellen aufzeichnen.

Sony DVCAM Topmodell

DSR-570WS: Dies ist das Topmodell der Sony DVCAM-Reihe. Es enthält ein 3-CCD-System mit 570.000 Pixeln. Die Kamera arbeitet im Interlaced-Modus mit einer Auflösung von 800 Linien für den 16:9-Modus und 850 Linien für den 4:3-Modus. Diese Kamera besitzt einen austauschbaren Bajonett-Anschluss.

DVCPRO: Panasonics Antwort auf DVCAM

DVCPRO ist Panasonics Antwort auf das Sony DVCAM-Format. Es stützt sich ebenfalls auf das Schema der miniDV-Kompression (5:1), nutzt jedoch ein 4:1:1-Sampling für den PAL-Modus. Die Bänder dauern maximal 66 Minuten, und das Audio ist perfekt mit dem Bild synchronisiert. Ein Beispiel ist das High-End-Modell AJ-D810A, das über 3 CCDs und eine Auflösung von 750 Zeilen verfügt.

DVCPRO-50: Die nächste Generation

Mit dem Format DVCPRO50 versuchte Panasonic, sich durch erhebliche Verbesserungen von Sony abzuheben. Das Sampling wird auf 4:2:2 erhöht und der DV-Kompressionsfaktor auf 3,3:1 verringert. Ein Beispiel für dieses Format ist das Modell AJ-D910A.

Betacam SX: Optimiert für Live-Nachrichten

Betacam SX von Sony ist ein System, das auf die Realisierung von Live-Nachrichten und Reportagen orientiert ist. Es ist die Absicht des japanischen Unternehmens, damit den Erfolg des analogen Betacam SP-Formats zu ersetzen, welches den Markt jahrelang dominierte. Die 4:2:2-Abtastung gewährleistet eine ordnungsgemäße Farbwiedergabe über mehrere Generationen nach der Bearbeitung. Um die Kompatibilität zu gewährleisten, können Betacam SX-Geräte analoge SP-Bänder lesen. Die Kameraserie ist relativ groß, mit Modellen wie der DNW-90WSP, die ein ideales Modell für digitales Filmemachen mit mittlerem Budget darstellt.

Digital Betacam: Höchste Bildqualität

Dieses System ist ein weiterer Schritt von Sony zur Steigerung der Bildqualität. Die Kompression erfolgt durch eine ähnliche Methode wie bei DV, jedoch mit einem deutlich niedrigeren Verdichtungsverhältnis von 2,3:1. Das Sampling-Verhältnis beträgt 4:2:2. Die Qualität des Originals ist so gut, dass mehrere Effekte und Bearbeitungsprozesse keinen spürbaren Qualitätsverlust im Endprodukt verursachen. Einige Modelle dieses Systems sind die DVW-790WS, die ebenfalls eine gute Wahl für preisbewusstes digitales Filmemachen ist.

High Definition: DVCPRO HD

Innerhalb der High-Definition-Formate sticht das Panasonic DVCPRO HD hervor. Damit betreten wir vollständig die Welt der Hochauflösung. Diese Kameras nutzen ein Trägerband von 1/4 Zoll, was sie relativ kompakt macht. Für die hohe Auflösung verwendet das System ein 3-CCD-System mit jeweils 2,2 Megapixeln. Es gibt spezielle Kameras für die Welt des Fernsehens, die im Interlace-Modus arbeiten, sowie digitale Filmkameras für Profis. Ein Beispiel für dieses Format ist die AJ-HDC20A Kamera, deren Preis um die 60.000 Euro liegt.

HDCAM und CineAlta: Die High-End-Lösung

Dies sind die Formate aus dem Hause Sony, um High-Definition-Bilder einzufangen. Sie sind die Topmodelle des japanischen Unternehmens und zugleich die teuersten. Sony entwickelte diese Kameras auf Bestellung und in enger Beziehung zu George Lucas, der sie für die Star Wars Trilogie einsetzte, die komplett in CineAlta gedreht wurde. Ein Beispiel für diesen Kameratyp ist das Modell HDW-F900, das über 3 CCDs mit jeweils 2,2 Megapixeln verfügt. Sie hat die Fähigkeit, Aufnahmen direkt mit 24 Bildern pro Sekunde progressiv zu machen. Das Band ist ein halbes Zoll breit und ermöglicht bis zu 50 Minuten kontinuierliche Aufzeichnung. Die Abtastung entspricht wie bei DVCPRO HD 74,5 MHz für die Luminanz und 37,125 MHz für die beiden Chrominanz-Kanäle.

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