Digitale Welt verstehen: Web, Kultur & Technologie Glossar

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Web-Konzepte und ihre Definitionen

Arten von Web-Inhalten

Semantic Web

Das Semantic Web ist eine Erweiterung des World Wide Web, die Informationen so strukturiert, dass sie von Maschinen verstanden und verarbeitet werden können. Ziel ist es, die Bedeutung von Daten zu erfassen, um intelligentere Anwendungen zu ermöglichen.

Privates Web

Das Private Web umfasst Inhalte, die bewusst nicht von Suchmaschinen indexiert werden sollen oder nur über direkte Links zugänglich sind, um ihre Auffindbarkeit zu erschweren.

Passwortgeschützte und tiefe Webseiten

Hierbei handelt es sich um Webseiten, die einen Passwortschutz erfordern oder tief in der Struktur einer Website verborgen sind und somit nicht ohne Weiteres von Suchmaschinen erfasst werden können.

Unsichtbares Web (Deep Web)

Das Unsichtbare Web, auch Deep Web genannt, enthält Informationen, die nicht über herkömmliche Suchmaschinen zugänglich sind. Dazu gehören dynamisch generierte Inhalte, Datenbanken oder passwortgeschützte Bereiche. Der Umfang dieser Informationen ist um ein Vielfaches größer als der des sichtbaren Webs.

Opaque Web (Undurchsichtiges Web)

Das Opaque Web (undurchsichtiges Web) besteht aus Inhalten, die prinzipiell indexierbar wären, aber aus verschiedenen Gründen nicht von Suchmaschinen erfasst werden. Gründe hierfür können hohe Indexierungskosten, geringe Kapazität der Suchmaschinen zur Sortierung oder unbekannte URLs sein.

Gesellschaftliche und Kulturelle Aspekte des Internets

Die Digitale Kluft (Digital Divide)

Die Digitale Kluft beschreibt die Ungleichheit beim Zugang und der Nutzung des Internets. Nur ein kleiner Prozentsatz der Weltbevölkerung hat umfassenden Internetzugang. Es gibt verschiedene Dimensionen dieser Kluft:

  • Wirtschaftliche Kluft: Mangelnde finanzielle Mittel für Internetzugang oder Geräte.
  • Nutzungskluft (Power Gap): Unterschiede in der Fähigkeit, das Internet effektiv zu nutzen und dessen Potenziale auszuschöpfen.
  • Zugangskluft: Ungleichheiten beim physischen Zugang zum Internet.

Viral Marketing

Viral Marketing ist eine Marketingstrategie, bei der Inhalte oder Botschaften von Nutzern freiwillig weiterverbreitet werden, um die Reichweite exponentiell zu erhöhen (z. B. durch E-Mail-Weiterleitungen oder Social-Media-Shares).

Kommodifizierung von Kultur

Die Kommodifizierung von Kultur beschreibt den Prozess, bei dem kulturelle Ausdrucksformen zu kommerziellen Gütern werden. Wenn Kultur zur Ware wird, verliert sie oft ihre komplexen soziokulturellen Eigenschaften und wird zu einem reinen Rohstoff für die Industrie. Die Aussage "Jede Kultur = Nichts Kultur" impliziert, dass, wenn jede Form von Kultur kommerzialisiert wird, die Kultur als soziales Phänomen, wie wir sie kennen, verschwindet. Wenn alle Kunst- und Kulturformen ausschließlich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet werden, verlieren sie ihren ursprünglichen kulturellen Wert und ihre künstlerischen Eigenschaften.

Der Long Tail

Der Long Tail (langer Schwanz) beschreibt ein Geschäftsmodell, bei dem der Verkauf einer großen Vielfalt von Nischenprodukten, die jeweils nur selten nachgefragt werden, in der Summe profitabler sein kann als der Verkauf weniger Bestseller. Nutzer haben Zugang zu einer breiteren Auswahl an Produkten, die über die populärsten Artikel hinausgeht.

Technologien und Medienformate

Streaming

Streaming ermöglicht es Nutzern, audiovisuelle Inhalte (z. B. Musik, Videos) direkt von einem Server abzuspielen, ohne sie vorher herunterladen zu müssen. Dies erlaubt den wiederholten Zugriff auf eine Vielzahl von Inhalten.

Freie Software

Freie Software zeichnet sich durch vier grundlegende Freiheiten aus: die Freiheit, die Software zu nutzen, zu studieren, zu verbreiten und zu verbessern. Obwohl Freie Software oft kostenlos erhältlich ist, bedeutet "frei" hier Freiheit, nicht unbedingt kostenlos. Sie kann auch kommerziell vertrieben werden, solange die Freiheiten gewahrt bleiben.

Partizipativer Journalismus

Partizipativer Journalismus (Bürgerjournalismus) umfasst verschiedene Formen, bei denen Bürger aktiv an der Erstellung und Verbreitung von Nachrichten und Informationen teilnehmen. Dazu gehören Gegenberichte, die Blogosphäre und andere bürgerschaftliche Initiativen.

Netzkunst (Net Art)

Netzkunst (Net Art) ist eine Kunstform, die das Internet als Medium, Plattform und Thema nutzt. Sie ist oft ein Phänomen der kollektiven Schöpfung und Interaktion.

Die Blogosphäre

Die Blogosphäre ist die Gesamtheit aller Blogs und ihrer Verbindungen im Internet. Sie bildet einen eigenen Raum, in dem Autoren über ihre Umgebung schreiben und als Informationssender agieren. Blogs interagieren miteinander und bilden ein großes Netzwerk. Es gibt verschiedene Blog-Typen, darunter persönliche Blogs, Microblogs (z. B. Twitter) und professionelle Blogs.

P2P (Peer-to-Peer)

P2P (Peer-to-Peer) beschreibt ein Netzwerkmodell, bei dem Computer direkt miteinander kommunizieren und Informationen austauschen, ohne einen zentralen Server. Dies ermöglicht die freie Verteilung, den Austausch und die Vervielfältigung von digitalen Inhalten wie Audio-, Video- und Bilddateien im Internet. P2P-Netzwerke zeichnen sich durch eine hohe Stabilität aus, da ihr Wert exponentiell mit der Anzahl der verbundenen Nutzer steigt. Die freie Zirkulation von Dateien wirft jedoch Fragen bezüglich des Urheberrechtsschutzes auf, was die Notwendigkeit sozialer Vereinbarungen oder rechtlicher Rahmenbedingungen unterstreicht.

Rechtliche und Philosophische Konzepte

Herausforderungen bei der Untersuchung der Informationsgesellschaft

Die Untersuchung der Informationsgesellschaft (IG) ist komplex, da:

  • Sie ideologische Konzepte beinhaltet, die schwer objektiv zu fassen sind.
  • Sie oft der Logik einer Utopie der Informationsgesellschaft und des Wissensmanagements folgt.
  • Wie in jeder Branche eine Konstante gilt: Technologie plus Markt führt zu Erfolg, da es lukrativ ist.

Informationsgesellschaft

Eine Informationsgesellschaft ist eine Gesellschaft, in der die Erstellung, Verteilung, Verbreitung, Nutzung und Manipulation von Informationen eine bedeutende wirtschaftliche und kulturelle Aktivität darstellt.

Copyleft

Copyleft ist ein Lizenzmodell, das im Gegensatz zum traditionellen Urheberrecht steht. Es erlaubt die freie Nutzung, Modifikation und Weiterverbreitung eines Werkes, unter der Bedingung, dass die abgeleiteten Werke ebenfalls unter derselben Copyleft-Lizenz veröffentlicht werden. Ursprünglich für Software entwickelt, wird es heute auf viele kreative Outputs angewendet.

Urheberrecht (Copyright)

Das Urheberrecht (Copyright) gewährt dem Urheber eines Werkes (einschließlich Software) exklusive Rechte an dessen Nutzung und Verbreitung. Der Urheber kann entscheiden, unter welchen Bedingungen sein Werk vervielfältigt und verbreitet werden darf. Diese Rechte können vom Urheber nach Belieben eingeschränkt oder großzügig gewährt werden.

Zusätzliche Konzepte

GNU und GPL

GNU ist ein freies Betriebssystem, das von Richard Stallman initiiert wurde. Die GPL (General Public License) ist eine weit verbreitete Copyleft-Lizenz für Freie Software, die sicherstellt, dass die Freiheiten der Software für alle Nutzer erhalten bleiben.

Rhizom-Theorie

Die Rhizom-Theorie ist ein philosophisches Konzept von Gilles Deleuze und Félix Guattari, das nicht-hierarchische, vernetzte und nicht-lineare Strukturen beschreibt, die sich ständig weiterentwickeln und verbinden können.

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