Die Diktatur von Miguel Primo de Rivera in Spanien

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Die Diktatur von Miguel Primo de Rivera

Der Staatsstreich (Golpe de Estado), der das verfassungsrechtliche System beendete, hatte verschiedene Ursachen. Erstens waren es die Auswirkungen der vorangegangenen Jahre. Der Aufstieg des Nationalismus in Katalonien und im Baskenland wurde von den konservativen Rechten mit Argwohn betrachtet.

Ursachen und der Aufstieg zur Macht

Die Spaltung der konservativen und liberalen Parteien sowie der Aufstieg der Sozialisten und Republikaner alarmierten die Oligarchie und das Militär. Hinzu kamen die sozialen Kämpfe, welche die Staats- und Regierungschefs verängstigten; ihre autoritäre Herrschaft sah darin die letzte Station des Wachstums der Arbeiterbewegung.

Am 12. September 1923 lehnte sich Primo de Rivera gegen die Regierung auf. Mit dem Entwurf einer „Regeneration“ präsentierte er das Ziel, eine eiserne Diktatur zu errichten. Es wurde der Kriegszustand über das Land erklärt, die verfassungsrechtlichen Garantien wurden ausgesetzt und die Cortes (Parlament) aufgelöst. Das konstitutionelle Regime wurde somit eliminiert.

Maßnahmen gegen den Regionalismus und Parteien

In Bezug auf Katalonien verbot Primo de Rivera die Verwendung der Flagge und der Hymne; ebenfalls wurde der Gebrauch der katalanischen Sprache eingeschränkt. Mit der Unión Patriótica wurde eine einzige Einheitspartei geschaffen.

Die öffentliche Ordnung war eine der Obsessionen Riveras, für den die Arbeiterbewegung und Kriminalität dasselbe waren. Ein Erfolg des militärischen Direktoriums war die Beendigung des Krieges in Marokko. Nachdem Abd el-Krim in die französische Protektoratszone eingedrungen war, erfolgte die Landung bei Alhucemas als gemeinsame spanisch-französische Aktion. Im Jahre 1926 war der Krieg beendet, was Primo de Rivera auf den Gipfel seines Ruhmes hob.

Institutionalisierung und Widerstand

Zur Institutionalisierung der Diktatur wurde eine Nationale Beratende Versammlung einberufen. Ein weiterer Aspekt der Sozialpolitik der Diktatur war die Nachahmung des italienischen Vorbilds; zudem wurde der Somatén (eine Bürgerwehr) gebildet.

Die Opposition gegen das Regime setzte sich aus liberalen Führern und Konservativen zusammen. Auch die Republikaner begannen sich zu organisieren, und die Arbeiter der Linken begannen zu reagieren. Die meisten Intellektuellen schlossen sich der Kritik an, und auch in der Armee wuchs die Unzufriedenheit. Dies manifestierte sich schließlich in massiven studentischen Demonstrationen.

Das Ende der Diktatur

Angesichts dieses Klimas akzeptierte König Alfonso XIII. den Rücktritt von Primo de Rivera und ersetzte ihn durch General Berenguer, der die Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung einleiten sollte. Während des Jahres 1930 wuchs die Opposition gegen den König stetig. Im August jenes Jahres erreichten Vertreter der Oppositionsparteien eine Einigung im Pakt von San Sebastián, um einen Aufstand zu organisieren. Seitdem wurden die Ereignisse vorbereitet, die einem Militärputsch glichen. Während dieser Prozesse gab es eine Welle von Mobilisierungen.

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