Die Diktatur Primo de Riveras in Spanien
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Die Diktatur von Primo de Rivera (1923-1930)
Das Militärdirektorium (1923-1925)
Das Militärdirektorium präsentierte sich als Übergangsregime, das die bestehenden Probleme anging und Lösungen vorschlug. Es sollte das politische Leben regenerieren und war entschlossen, die ersten Schritte zur Beendigung des Caciquismo zu unternehmen. Die Absicht war, die demokratischen Institutionen abzubauen. Der Diktator schaffte per Dekret die politischen Parteien ab und gründete die Patriotische Union. Er löste Probleme der öffentlichen Ordnung durch deren Militarisierung und verfolgte Anarchisten und Kommunisten. Das nächste Problem war Marokko, wo er persönlich die Landung bei Alhucemas leitete. Dies führte nach dem Beginn einer Politik mit Frankreich zur Übergabe von Abd el-Krim und zur tatsächlichen Besetzung des Protektorats.
Das Zivildirektorium (1925-1930)
Das Zivildirektorium hatte die Absicht, das Regime zu institutionalisieren und befasste sich mit sozialen und wirtschaftlichen Fragen. Es wurde eine Nationale Beratende Versammlung geschaffen, die einen Verfassungsentwurf ausarbeitete, und es wurde eine Volksabstimmung über seine Politik abgehalten.
Wirtschaftliche und soziale Maßnahmen
Die Wirtschaft befand sich in den ersten Jahren in einer guten Lage. Private Investitionen und die Verbreitung der Elektrizität wurden gefördert. Es wurden viele Monopole geschaffen und öffentliche Arbeiten gefördert, was jedoch auch eine riesige Staatsverschuldung hinterließ. Die Weltwirtschaftskrise von 1929 begann sich bemerkbar zu machen.
Im sozialen Bereich wurden zur Beseitigung von Konflikten paritätische Ausschüsse mit der gleichen Anzahl von Arbeitgebern und Arbeitnehmern geschaffen. Die Gewerkschaft UGT unterstützte diese Maßnahmen, die anarchosyndikalistische CNT jedoch nicht.
Ende der Diktatur und Fall der Monarchie
Schließlich verlor der König sein Vertrauen in Primo de Rivera, woraufhin dieser von seinem Amt zurücktrat und ins Exil nach Paris ging. Dies führte zur Rückkehr des Republikanismus. Die Opposition traf sich zur Unterzeichnung des Pakts von San Sebastián, um einen Putsch zu organisieren, der die Monarchie beenden sollte. Dieser scheiterte, und es wurden Wahlen ausgerufen, die sich zu einer Volksabstimmung über die Monarchie entwickelten. Der König ging daraufhin ebenfalls ins Exil.
Hintergrund: Das System des Caciquismo
Die Situation in Spanien war nicht vom Rest Europas isoliert. Gewalt und Radikalismus waren in ganz Europa aufgrund sozialer Unterschiede, der Russischen Revolution und der weltweiten Systemkrise nach dem Krieg präsent. Die vorhergehende liberale Oligarchie basierte auf der Übereinkunft zwischen den politischen und sozialen Eliten und wurde von den politischen Führern beider Parteien gebildet.
Das System des Caciquismo begünstigte die Einsetzung von Abgeordneten durch die Zentralverwaltung, die sich wenig oder gar nicht um die sozioökonomischen Belange ihrer Vertreter kümmerten. In ihrem Dienst stand der Cacique, eine Person mit großer Macht, die die Bevölkerung ihres Umfelds politisch durch Einflussnahme beherrschte. Korruption war gängige Praxis.