Dimensionen der Bildung: Anthropologie, Ethik, Soziales, Politik
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Dimensionen der Bildung
Anthropologische Dimension der Bildung
Humanisierungsprozess: Wir untersuchen den Prozess der Evolution und den Ursprung der Primaten, die zur Herausbildung des Menschen (humano) geführt haben.
Faktoren:
- Bipedestación: aufrechte Haltung
- Ernährung
- Daumenopposition
- Das Kind wird mit offenen Fontanellen geboren, größere Gehirnkapazität
- Finger- und Fußstruktur
- Haarkleid, Kehlkopf und Sprechfähigkeit
- Sprache, Regeln und Denkfähigkeit, Kunst
Humanisierungsprozess (fortgesetzt): Wir studieren die Ereignisse, die dazu geführt haben, dass die Person menschlich wurde. Veränderungen entlang der Menschheit, Geschichte von Verhaltensänderungen und Veränderungen im kulturellen Erbe.
Ausbildung, Plastizität und Verhalten
Ausbildung: Unsere Fähigkeit, uns zu konfigurieren, um neues Lernen zu ermöglichen, unser Verhalten zu verändern und als Menschen in einem offenen Prozess zu handeln. Dieser Prozess steht in Beziehung zur Plastizität des Gehirns — sowohl auf individueller als auch auf sozialer Ebene. Welche Verhaltensänderungen und Codemanipulationen erzeugt werden, ist nicht genetisch determiniert. Bildung eröffnet Transformationspotenzial im Kognitiven: Wir können uns selbst erkennen und die Freiheit zu entscheiden, ohne allein dem Druck biologischer Triebe zu folgen.
Charakteristika der Bildung
- Aufhebung der Bindung an die Genetik: Die Fähigkeit, uns von rein triebgesteuertem Verhalten zu befreien, indem wir durch Umwelt und Kultur beeinflusst werden.
- Historische Bedingungen: Raum und Zeit beeinflussen uns und prägen Intention, Handlung und Verantwortung.
- Intention, Handlung und Verantwortung: Fähigkeit, über unvollendete Handlungen nachzudenken und sie zu definieren.
Grundlagen der Ausbildung
- Biologische Komplexität der Arten: Die Plastizität des Gehirns ermöglicht Lernen und erhöht kognitive Fähigkeiten.
- Psychologische Aspekte: Neugeborene durchlaufen Selbsterfahrung, Selbstverwirklichung und entwickeln Selbstwertgefühl.
Ethik oder moralische Dimension
Die ethische oder moralische Dimension befasst sich mit dem attitudebezogenen Inhalt: Einstellungen sind Gedanken und Handlungen, Gefühle, die einer Person oder Sache gegenüber positiv oder negativ sind.
Komponenten der Einstellung:
- Kognitiv: Bezieht sich auf Denken, Wissen und Glauben.
- Affective: Gefühle und Präferenzen.
- Behavioral (Verhaltenskomponente): Offene Handlungen oder Absichtserklärungen.
Diese drei Komponenten sind miteinander verknüpft. Wenn sie nicht zusammenwirken, kann sich die Einstellung ändern.
Werte und moralische Bildung
Werte: Ethik in Bezug auf Menschen, emotionales Engagement und Verhalten. Moralische Erziehung berücksichtigt kognitive und affektive Komponenten; das Gefühl ist hierbei sehr wichtig und ändert sich oft langsam. Moralische Bildung (oder Ethik) dient dazu, dass Personen nach ethischen Grundsätzen handeln und befähigt werden, Konflikte verantwortungsvoll zu lösen.
Normen und soziale Standards
Standards: Verhaltensmuster, die von einer Gruppe erworben werden. Soziale Werte sind je nach sozialer Gruppe unterschiedlich und dienen gemeinsamer Erziehung.
Soziale Dimension
Menschen leben nicht isoliert, sondern in Gemeinschaft und in Beziehung zu anderen.
Sozialisation: Erwerb und Akzeptanz anerkannter Normen und Werte innerhalb unserer sozialen Gruppe.
Agenten der Sozialisation: Die Familie ist der primäre Agent, danach die Schule, andere soziale Gruppen und die Welt der Arbeit. Diese Agenten dienen der Reproduktion gesellschaftlicher Normen und Werte, lassen aber auch Raum für sozialen Wandel, denn Gesetze und Normen können geändert werden, um soziale Verbesserungen zu erreichen.
Sozialer Wandel kann zu Konflikten führen — z. B. unterschiedliche Regeln in Schule und Familie. Dieser Konflikt überträgt sich nicht zwangsläufig negativ; er kann auch Verbesserungspotenzial bieten.
Im 20. Jahrhundert wurde gezeigt, dass in verschiedenen Bereichen der Bildung unterschiedliche akteure (z. B. Physiotherapeuten, Sozialarbeiter) eine Rolle spielen können. Kompensatorische Erziehung wirkt sich auf soziale und kulturelle Ungleichheiten aus und bietet pädagogische Ansätze, um Defizite auszugleichen.
Wirtschaftliche Dimension
Humankapitaltheorie: Je höher die Bildung, desto größer das Humankapital und potentiell die wirtschaftliche Produktivität. Allerdings ist eine bessere Ausbildung keine Garantie für höhere Produktivität.
Amerikanischer Funktionalismus: Berufliche Bildung ist sehr spezifisch und praxisorientiert. Risiko: Bei Arbeitsplatzverlust fehlen oft die Fähigkeiten für andere Tätigkeiten.
Marxistische Theorie: Befürwortet ein breites, vielseitiges (praktisch-intellektuelles) Wissen, das Menschen befähigt, unterschiedliche Tätigkeiten auszuüben und Positionen zu wechseln.
Dimension der Politik
Die Entwicklung der Bildung ist in der Verfassung verankert, in der grundlegende demokratische Werte enthalten sind. Darüber hinaus werden im BOE (Boletín Oficial del Estado) Gesetze zur Regulierung des Bildungssystems festgelegt, die im Kongress und Senat verabschiedet werden. Einige Regionen oder Gemeinden verfügen zudem über eigene autonome Bildungspolitiken und -verordnungen.
Die soziale und wirtschaftliche Dimension steht in Zusammenhang mit der politischen Dimension: Abhängig von der Wirtschaftslage eines Landes und seiner Regierungsform werden mehr oder weniger Ressourcen für Bildung bereitgestellt. Politische Wertentscheidungen (z. B. Gleichheit, Respekt, Vielfalt) beeinflussen die Bildungspolitik maßgeblich.
Arten der Bildung
Formale Bildung
Beispiele: Kindergärten, Schulen (Primar, Sekundar), Hochschule/Universität. Die formale Bildung umfasst die Zeiträume der allgemeinen Schulpflicht (z. B. 6 bis 16 Jahre) und ist vorsätzlich, geplant und gesetzlich geregelt. Sie folgt einem Stundenplan und verleiht akademische Grade, die landesweit anerkannt sind.
Nicht-formale Bildung
Beispiele: Alphabetisierungskurse für Erwachsene, bestimmte Ausbildungsangebote, Sprachkurse oder Freizeitkurse (z. B. Winterkurse). Diese bilden außerhalb des formalen Systems statt. Sie sind freiwillig, können zu Zertifikaten führen, sind jedoch nicht unbedingt in allen Fällen gesetzlich geregelt oder landesweit anerkannt. Nicht-formale Bildung ist organisiert und systematisch, aber nicht immer durch Gesetze festgeschrieben.
Informelle Bildung
Beispiele: Radio, Internet, Freundeskreis, Medien — Weiterbildung außerhalb der Schule, die nicht formal organisiert ist. Informelle Bildung ist meist unplanmäßig und diffusem Charakter: Jeder empfängt und interpretiert Informationen und Erfahrungen auf seine Weise. Sie ist nicht zwangsläufig geplant oder intentional, unterscheidet sich dadurch von formaler und nicht-formaler Bildung.
Heimlicher Lehrplan: Nicht explizit und nicht unvermeidlich, da er nicht an einen bestimmten Raum oder eine bestimmte Zeit gebunden ist, ist er dennoch seit Anbeginn der Menschheit präsent. Die Familie vermittelt möglicherweise Inhalte, die weder formal noch informell im engeren Sinne genannt werden.