Dopingmittel: Anabolika, Stimulanzien und Risiken
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Dopingmittel und ihre Nebenwirkungen
Doping — Anabole Steroide
Anabolische Steroide sind synthetische oder semi-synthetische Hormone (z. B. Oxymetholon, Nandrolon, Methandrostenolon, Testosteron Cypionat, Stanozolol etc.). Sie sind in der chemischen Struktur den männlichen Sexualhormonen (Androgenen) sehr ähnlich. Die männlichen Sexualhormone sind für die Ausbildung männlicher Geschlechtsmerkmale und für den Muskelaufbau verantwortlich. Die Einnahme dieser Stoffe ohne ärztliche Aufsicht birgt schwerwiegende gesundheitliche Risiken, weil:
- sie nicht sehr selektiv sind und auch auf andere Organe wirken,
- beim Absetzen ein Rebound-Effekt mit mangelnder körpereigener Produktion auftreten kann, wodurch Zeichen der Feminisierung oder andere Effekte sichtbar werden (z. B. Brustvergrößerung/Gynäkomastie, Haarausfall etc.),
- es leicht möglich ist, die Dosis durch unsachgemäße Anwendung zu überschreiten.
Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören: Lebertoxizität, Lebertumoren, Unfruchtbarkeit, Impotenz, Flüssigkeitsretention, Gallensteine oder Nierenerkrankungen, Gynäkomastie, Vermännlichung (Virilisierung) bei Frauen, Wachstumsstörungen bei Kindern und Hypogonadismus (unzureichende Entwicklung der Genitalien), Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Akne sowie psychische Störungen.
Amphetamine
Amphetamine führen zu einer Stimulation des zentralen Nervensystems. Sie werden verwendet, weil sie Müdigkeit reduzieren und Aufmerksamkeit sowie Selbstvertrauen steigern können. Nach der Wirkung kann jedoch ein Gegenzustand auftreten, der zum vermehrten Gebrauch führt, um den gewünschten Effekt zu erhalten. Amphetamine können sehr gefährlich sein: Die Unterdrückung des Müdigkeitsgefühls kann zu plötzlichem Tod durch Herz-Kreislauf-Kollaps führen.
Wachstumshormon (Growth Hormone)
Das Wachstumshormon wird von der Hypophyse produziert und unterstützt das Wachstum. Es wirkt doppelt: anabol (Muskelaufbau) und stoffwechselverändernd (z. B. Bevorzugung der Nutzung von Kohlenhydraten und Lipiden bei körperlicher Anstrengung). Nebenwirkungen: Neigung zu Diabetes, Störungen des Kalziumstoffwechsels und Merkmale einer Überfunktion wie Hypertrophie von Händen, Füßen und Schädel (akromegaloide Veränderungen).
Autologe Transfusionen
Autologe Transfusionen werden verwendet, um die Zahl der roten Blutkörperchen (die für den Sauerstofftransport zuständig sind) zu erhöhen. Dadurch können Athleten während des Höhentrainings hohe Werte roter Blutkörperchen halten. Die Risiken umfassen Infektionen, Hämolyse, mögliche Nierenschäden und allergische Reaktionen auf die Konservierungsmittel, die zur Lagerung des Blutes verwendet werden.
Stimulanzien
Zu den Stimulanzien zählen Substanzen wie Ephedrin und Koffein (im Text wurde auch Codein genannt; Codein ist jedoch pharmakologisch ein Opioid und nicht primär ein Stimulans). Mit diesen Produkten erzielen Sportler eine anregende Wirkung. Bei Überdosierung oder unkontrollierter Anwendung können Reizbarkeit, Zittern, Herzrasen, Nervosität und Schlaflosigkeit auftreten. Ein besonderes Problem ist, dass Ephedrin und ähnliche Stoffe in vielen Kombinationspräparaten (z. B. bei Erkältungs- oder Hustenmitteln) enthalten sind, was die unbeabsichtigte Aufnahme erhöht.
Opioid-Analgetika
Opioid-Analgetika werden von manchen Sportlern eingesetzt, um die Schmerzschwelle zu erhöhen oder trotz bestehender Verletzungen weiterzutrainieren. Dadurch kann sich eine Verletzung jedoch deutlich verschlimmern. Neben den analgetischen Effekten bergen diese Substanzen das Risiko einer Atemdepression, besonders wenn der Sportler mehr Sauerstoff benötigt.
Beta-Blocker und Beta-Agonisten
Beta-Blocker sind Medikamente, die Beta-Rezeptoren blockieren (z. B. Propranolol) und dadurch Herzfrequenz und Blutdruck senken sowie Muskelentspannung fördern können. Hinweis: Clenbuterol, das im Text erwähnt wurde, ist kein Beta-Blocker, sondern ein Beta-2-Agonist mit anderen Wirkungen; Clenbuterol wird in manchen Fällen missbräuchlich eingesetzt. Beta-Blocker können zu einer verlangsamten Herzfrequenz führen und in schweren Fällen Ohnmacht und Kreislaufkollaps verursachen. Einige Stoffe haben zudem anabole Effekte.
Diuretika
Diuretika sind eine Gruppe von Arzneimitteln unterschiedlicher Herkunft und Wirkmechanismen, die die Urinproduktion erhöhen. Neben Wasser werden dabei auch Elektrolyte (vor allem Kalium) ausgeschieden, die für die normale Funktion des Herzens wesentlich sind. Durch Missbrauch von Diuretika kann der Kaliumspiegel im Blut sinken (Hypokaliämie), was Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall den Tod zur Folge haben kann.
Erythropoetin (EPO)
Erythropoetin (EPO) ist ein Hormon, das in der Niere gebildet wird und das Knochenmark zur Bildung roter Blutkörperchen anregt. Dadurch erhöht sich die Sauerstofftransportkapazität des Blutes und der Muskulatur. Gleichzeitig verdickt sich das Blut, was das Risiko für Herzinfarkte und andere kardiovaskuläre Erkrankungen steigern kann.