Dramaformen und Aufführungselemente im Barocktheater
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Arten des Dramas im Barocktheater
Im barocken Theater gab es zwei Hauptformen des Dramas: die ernste und die komische Art.
Lange Dramen (Long Works)
Die langen Werke können wie folgt eingestuft werden:
Ernste Dramen
- Tragödien: Präsentieren klägliche Schicksalsschläge, die das Publikum emotional berühren.
- Tragikomödien: Behandeln eine Vielzahl von Themen, meist im Zusammenhang mit Ehre.
- Autos Sacramentales: Religiöse Werke, deren grundlegendes Anliegen die Verherrlichung der Eucharistie ist.
Komische Dramen
- Komödien der Handlung und des Abenteuers: Behandeln Liebesbeziehungen, die von Adligen geführt werden.
- Komödien des Aushängeschilds (Comedia de capa y espada): Typisch für die verwegenen Komödien, in denen komische Charaktere eingefügt werden.
- Palastkomödien (Comedia de palacio): Dies sind höfische Komödien. Ihre Protagonisten sind von edler Herkunft.
- Burleske Komödien: Die Komik liegt in der Umkehrung der Werte des Anstands (z. B. verbale Komik).
Kurze Dramen (Short Works)
Das barocke Theater zeichnete sich durch eine Vielzahl kurzer dramatischer Stücke aus, die oft als Zwischenspiele in längeren Werken eingefügt wurden. Zu den kurzen Stücken des Theaters gehören:
- Entremeses (Zwischenspiele): Humorvolle Einakter. Dominierend sind burleske oder erotische Handlungen oder das Auftreten bizarrer Charaktere.
- Loas (Loben): Sie dienten als Einführung in die Aufführung und sollten die Aufmerksamkeit und Gunst des Publikums gewinnen.
- Bailes (Tänze): Sie waren die Zwischendarstellungen.
- Jácaras: Gesungene Balladen, die im Allgemeinen von Kämpfen handelten.
- Mojigangas: Tänze, die aus unzusammenhängenden und lächerlichen Bewegungen inmitten eines ohrenbetäubenden Lärms bestanden.
- Follas: Strukturen, die Mischungen aus kurzen komischen Genres darstellten.
Elemente der Aufführung im Barock
Visuelle Elemente
Gesten und Bewegungen waren teils in den Regieanweisungen identifiziert, teils implizit im Dialog enthalten.
Die Kostüme mussten dem Publikum schnell den Status des Charakters vermitteln und dienten auch dazu, Ort und Zeit der Handlung festzulegen. Die Bühnenbilder (Landschaft) wurden für die Aufführungen eingesetzt.
Hinter den Kulissen wurden Elemente von Innenräumen dargestellt; die Straße wurde ebenfalls angedeutet. Die Worte der Figuren deuteten Aspekte an, die das Publikum nicht sehen konnte.
Die Beleuchtung (Kerzen und Fackeln) ermöglichte es, den Ort zu präsentieren, den Schauspielern die Durchführung von Aktionen zu ermöglichen und Informationen über die Charaktere zu liefern.
Akustische Elemente
Geräusche erfüllten verschiedene Funktionen: Ankündigung des Beginns der Handlung oder des Auftritts eines Charakters. Sie konnten Aktionen ergänzen oder ersetzen.
Die Musik diente dazu, die Handlung zu markieren und Veränderungen des Ortes sowie die Ein- und Ausgänge der Charaktere anzuzeigen. Wie bei anderen Elementen der Aufführung gewann die Musik im Hoftheater und bei den Autos Sacramentales größere Bedeutung.