DSM-IV: Grundlagen und multiaxiale Beurteilung

Eingeordnet in Medizin & Gesundheit

Geschrieben am in Deutsch mit einer Größe von 5,26 KB

Allgemeine Hinweise zum DSM-IV

  • Das DSM-IV ist ein symptomatisches Handbuch, das aus der Psychiatrie stammt (herausgegeben von der American Psychiatric Association).
  • Es ist nicht an einen spezifischen psychologischen theoretischen Ansatz gebunden (wie z. B. systemische, psychodynamische, humanistische oder kognitive Verhaltenstherapie).
  • Es ist ein Instrument, das auf empirischen Daten und einer beschreibenden Methode basiert.
  • Das DSM-IV gilt für Erkrankungen, die im aktuellen Moment auftreten, nicht für Erkrankungen in der Vergangenheit.
  • Es dient der Klassifizierung und Katalogisierung von Symptomen und bietet keinen Raum für Fragen oder Bedenken bezüglich der Diagnoseerstellung.
  • Das DSM-IV ist eine Studie zur symptomatischen Klassifizierung der aktuellen Symptomatik.
  • Die Grundidee des DSM-IV war die Schaffung einer gemeinsamen Sprache für Verantwortliche im Bereich der psychischen Gesundheit (Psychologen, Psychiater) sowie für angrenzende Berufsgruppen wie Sozialarbeiter, Krankenschwestern und Ergotherapeuten.
  • Letztlich wird angestrebt, die Kommunikation zwischen allen Personen zu erleichtern, die direkt oder indirekt im Bereich der psychischen Gesundheit tätig sind.
  • Es dient als nützlicher Leitfaden für die klinische Praxis durch kurze Lieferzeiten und klare Kriterien für jede Diagnose sowie durch einen präzisen Ausdruck der diagnostischen Hypothesen für jede Gruppe von Kriterien oder Symptomen.
  • Diagnostiziert werden Symptome mit klinischer Bedeutung, die beispielsweise zu einer Verschlechterung im sozialen oder persönlichen Bereich führen. Eine einfache Angst, die diese Kriterien nicht erfüllt, wird nicht über das DSM-IV analysiert.
  • Das Ziel des DSM-IV ist es, klare Beschreibungen der diagnostischen Kategorien zu geben, damit Ärzte und Forscher Diagnosen überwachen, Informationen austauschen und unterschiedliche psychische Störungen diskutieren können.

Kategorien psychischer Störungen im DSM-IV

  • Störungen der Kindheit, Kindheit oder Jugend: (z. B. geistige Behinderung, Autismus etc.).
  • Delirium, Demenz, Amnesie und andere kognitive Störungen.
  • Psychische Störungen aufgrund eines medizinischen Krankheitszustands.
  • Substanzbezogene Störungen.
  • Schizophrenie und andere psychotische Störungen.
  • Affektive Störungen (Stimmungsstörungen).
  • Angststörungen.
  • Somatoforme Störungen: Vorhandensein von körperlichen Symptomen, die eine Krankheit andeuten, aber nicht in vollem Umfang durch eine medizinische Ursache, Substanzgebrauch oder andere psychische Störungen erklärt werden können (z. B. Somatisierungsstörung).
  • Vorgetäuschte Störungen (künstliche Störungen): Körperliche oder psychische Symptome, die vorsätzlich hervorgerufen oder vorgetäuscht werden, mit dem Ziel, die Krankenrolle zu übernehmen.
  • Dissoziative Störungen: (z. B. Amnesie).
  • Sexual- und Geschlechtsidentitätsstörungen: (sexuelle Funktionsstörungen und Paraphilien).
  • Essstörungen.
  • Schlafstörungen: (Albträume, Schlafwandeln, Pavor nocturnus etc.).
  • Störungen der Impulskontrolle: (Pyromanie, Trichotillomanie, Kleptomanie etc.).
  • Anpassungsstörungen: Entwicklung von emotionalen oder Verhaltenssymptomen als Reaktion auf einen identifizierbaren Stressor.
  • Persönlichkeitsstörungen: (z. B. antisoziale, narzisstische Persönlichkeitsstörung etc.).

Das multiaxiale Assessment-System

Das multiaxiale System beinhaltet eine Bewertung auf mehreren Achsen. Jede dieser Achsen entspricht einem anderen Informationsbereich, der den Kliniker bei der Behandlungsplanung unterstützt und die Vorhersage der Ergebnisse dieser Intervention ermöglicht.

  • Achse I: Klinische Störungen. Hier werden die wichtigsten psychiatrischen Erkrankungen oder aktuellen Symptome beschrieben (z. B. Depression, Demenz, Substanzabhängigkeit, Schizophrenie etc.).
  • Achse II: Persönlichkeitsstörungen / Geistige Behinderung. Angabe, ob eine zugrunde liegende Persönlichkeitsstörung (oder Merkmale einer solchen), eine Entwicklungsstörung oder eine geistige Behinderung vorliegt (z. B. Borderline-Persönlichkeitsstörung, autistische Störung, leichte geistige Behinderung etc.).
  • Achse III: Medizinische Krankheitszustände. Hier werden relevante medizinische Bedingungen des Patienten spezifiziert.
  • Achse IV: Psychosoziale und umweltbedingte Probleme. Beschreibung psychosozialer und ökologischer Belastungen im Leben des Patienten (z. B. Arbeitslosigkeit, Eheprobleme, Trauer etc.).
  • Achse V: Globale Beurteilung des Funktionsniveaus (GAF). Diese Achse umfasst die Meinung des Klinikers über die allgemeine Funktionsfähigkeit. Diese Information ist nützlich für die Behandlungsplanung sowie für die Messung von Auswirkungen und Ergebnissen.

Verwandte Einträge: