Durchflusszytometrie und Zellzyklus: Interphase, Mitose & Meiose einfach erklärt
Eingeordnet in Biologie
Geschrieben am in
Deutsch mit einer Größe von 6,42 KB
Durchflusszytometrie: Zellzyklusphasen
Interphase: Vorbereitung auf die Zellteilung
Wenn die Zelle sich nicht in der Teilungsphase befindet, durchläuft sie die Interphase, die aus folgenden Stadien besteht:
- G1-Phase: Wachstum und Vorbereitung auf die DNA-Synthese. Die Zelle führt ihre normalen Lebensfunktionen aus.
- S-Phase: Synthese der DNA; die DNA wird verdoppelt.
- G2-Phase: Die Zelle bereitet sich auf die Mitose vor.
Der Zellkern (Nucleus Interphasic)
Der Zellkern ist ein charakteristisches Organell eukaryotischer Zellen.
Merkmale des Zellkerns
- Form: Oval.
- Ort: In tierischen Zellen meist zentral, in Pflanzenzellen eher seitlich.
- Größe: Variabel, bei tierischen Zellen etwa 5 Mikrometer.
- Anzahl: Meist ein Kern pro Tier- und Pflanzenzelle. Bei Pilzen können es zwei Kerne sein. Zellen ohne Kern (z.B. reife rote Blutkörperchen) werden als anukleär bezeichnet. Einige Muskelfasern sind mehrkernig (plurinukleär).
Bestandteile des Zellkerns
Kernhülle (Nucleolema)
- Trennt den Kern vom Zytoplasma.
- Besteht aus einer Doppelmembran (Phospholipide und Proteine – fluid-mosaik-Modell).
- Bildet eine Verbindung mit dem endoplasmatischen Retikulum.
- Enthält Porenstrukturen zur Regulierung des Stofftransports.
Kernplasma (Karyolymphe)
- Wässrige Lösung, die verschiedene Ionen, Nährstoffe und Nukleotide enthält.
- Nukleotide sind die Bausteine für Nukleinsäuren.
Nukleolus (Kernkörperchen)
- Produktionsstätte für Ribosomen.
Chromatin
- Starke Anfärbbarkeit.
- Besteht aus DNA und Proteinen.
- In der Interphase liegen DNA und Proteine als Fasern vor (z.B. 100 Ångström Fasern oder Perlenketten).
- Hier ist die genetische Information gespeichert.
Zellteilung
Es gibt zwei Hauptformen der Zellteilung:
- Erneuerung (Mitose): Führt zur Bildung neuer somatischer Zellen.
- Reproduktion (Meiose): Führt zur Bildung von Keimzellen (Gameten).
Genetische Information vor der Mitose
Vor der Mitose wird die genetische Information verdoppelt. Zu Beginn der Mitose kondensiert das Chromatin zu Chromosomen.
Somatische Zellen
- Diploid (2n): 46 Chromosomen (23 Paare). Stammen je zur Hälfte von Mutter und Vater.
- Haploid (n): 23 Chromosomen (nicht gepaart). Dies sind die Gameten (Keimzellen).
Mitose: Bildung identischer Zellen
Die Mitose ist der Prozess, bei dem aus einer diploiden Zelle zwei identische diploide Zellen entstehen.
Chromosomenpaare
- In einer diploiden Zelle bilden homologe Chromosomen ein Paar (z.B. 1 und 1). Diese Paare sind in Bezug auf die Merkmale gleich, bestimmen aber das Geschlecht.
- Die Chromosomen, die das Geschlecht bestimmen, sind Heterochromosomen, die anderen sind Autosomen.
Phasen der Mitose
Prophase
- Verdopplung der Centriolen.
- Der Kern beginnt, sich aufzulösen.
- Chromatin beginnt zu kondensieren.
- Die Centriolen wandern zu den entgegengesetzten Polen der Zelle.
- Die achromatische Spindel beginnt sich zu bilden.
- Die Chromosomen werden sichtbar.
- Die Kernmembran beginnt sich zurückzubilden.
Metaphase
- Die achromatische Spindel ist vollständig ausgebildet.
- Die Chromosomen heften sich an die Spindelfasern und bewegen sich zur Äquatorialebene (Äquator) der Zelle.
- Die Chromosomen richten sich in der Äquatorialebene aus.
Anaphase
- Die Chromatiden der Chromosomen trennen sich und wandern zu den Polen der Zelle.
- Das Ende der Anaphase ist erreicht, wenn die Chromatiden die Pole erreicht haben.
Telophase
- Die verkürzten Chromosomen beginnen sich zu dekondensieren.
- Die achromatische Spindel löst sich auf.
- Es bildet sich eine neue Kernmembran um die Chromosomen an jedem Pol.
- Vesikel sammeln sich in der Äquatorialebene der Zelle.
- Zytokinese (Teilung des Zytoplasmas):
- In tierischen Zellen erfolgt die Teilung durch Einschnürung.
- In pflanzlichen Zellen bildet sich aufgrund der starren Zellwand eine Trennwand, der sogenannte Phragmoplast, der zur Bildung der neuen Zellwand führt.
Meiose: Reduktion der Chromosomenzahl
Die Meiose ist der Zellteilungsprozess, bei dem aus einer diploiden Zelle vier haploide Zellen entstehen. Sie findet nur bei der Bildung von Gameten (Keimzellen) statt.
Prophase I
Die Prophase der Meiose I ist in fünf Unterphasen unterteilt:
- Leptotän: Die homologen Chromosomen organisieren sich und beginnen, sich zu paaren (Synapsis).
- Zygotän: Die beiden homologen Chromosomen umschlingen sich gegenseitig.
- Pachytän: Die zwei Chromatiden der homologen Chromosomen berühren sich, und es kommt zur Rekombination (Crossing-over), dem wichtigsten Prozess der Meiose, bei dem Chromatidstücke ausgetauscht werden.
- Diplotän: Die Chromosomenpaare beginnen sich zu trennen, wobei die Stellen sichtbar werden, an denen die Chromatiden verbunden waren (Chiasma).
- Diakinese: Letzte Phase der Prophase I.
Weitere Phasen der Meiose I
- Metaphase I: Die homologen Chromosomen richten sich paarweise in der Äquatorialebene der Zelle aus.
- Anaphase I: Die homologen Chromosomenpaare trennen sich und wandern zu den entgegengesetzten Polen der Zelle (Reduktionsteilung).
- Telophase I: Die Chromosomen erreichen die Pole, und es kommt zur Zytokinese (Trennung), wodurch aus einer diploiden Zelle zwei haploide Zellen entstehen.
Meiose II
Die Meiose II ähnelt stark der Mitose:
- Prophase II entspricht der Prophase der Mitose.
- Metaphase II entspricht der Metaphase der Mitose.
- Anaphase II entspricht der Anaphase der Mitose.
- Telophase II entspricht der Telophase der Mitose.