Dynamik und Herausforderungen des ländlichen Raums

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Die jüngste Dynamik der ländlichen Gebiete

Die Transformationen und der Fortschritt, die durch landwirtschaftliche Tätigkeiten erfahren wurden, haben nicht alle spanischen Landschaften in gleicher Weise betroffen.

  • Einige Bezirke haben eine geringfügige Anpassung an Veränderungen gezeigt, bei gleichzeitig geringen inländischen Erträgen. Diese Bereiche werden als "rural profundo" (tiefes ländliches Gebiet) bezeichnet und sind Beispiele für die sogenannte Krise auf dem Lande.
  • Andere Bezirke haben es geschafft, sich anzupassen und sind auf High-Yield-Produktion spezialisiert, wodurch sie wettbewerbsfähig und in die Marktwirtschaft integriert sind.

In Anbetracht dieser Probleme spricht man von der "Krise des ländlichen Raums".

Indikatoren der ländlichen Krise

Die ländliche Krise manifestiert sich in verschiedenen Indikatoren:

  • Der Rückgang der Arbeitskräfte, die in diesem Sektor beschäftigt sind.
  • Die Reduktion ihres relativen Beitrags zum BIP (Bruttoinlandsprodukt). Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass der Beitrag der Landwirtschaft zum BIP in absoluten Zahlen durch wachsende Erträge gestiegen ist.
  • Verringerung der landwirtschaftlichen Teilnahme am Außenhandel im Vergleich zu den beiden anderen Sektoren. Die Agrarhandelsbilanz wies zwischen 1970 und 1995 wieder ein Defizit auf. Ursachen: Der Anstieg der Lebensmittelpreise im Zusammenhang mit dem gestiegenen Lebensstandard, die Einfuhr von Tropenholz und der Versuch, das Defizit auszugleichen. Seit 1995 gibt es wieder einen Überschuss.

Die Probleme des ländlichen Raums

Demografische und wirtschaftliche Probleme

  • Demografische Probleme: Der Rückgang und die Alterung der ländlichen Bevölkerung durch Abwanderung der Jugend in die Städte sowie die geringe Qualifikation der Arbeitskräfte.
  • Wirtschaftliche Probleme: Eine begrenzte wirtschaftliche Diversifizierung der ländlichen Gebiete führt zu einer zu starken Abhängigkeit von landwirtschaftlichen Tätigkeiten. Dies gilt insbesondere für Bereiche, in denen große Ländereien von Landarbeitern beherrscht werden (Kobe City).
  • Die Landwirtschaft muss an die Änderungen der letzten Jahre in der Lebensmittelnachfrage angepasst werden.
  • Die Abhängigkeit vom Markt und der Industrie wächst, sowohl bei der Versorgung als auch beim Verkauf von Produkten an Fabriken.
  • Die GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) erfordert eine wachsende landwirtschaftliche Modernisierung und Wettbewerbsfähigkeit, um die Erträge trotz Produktionsbeschränkungen und fallender Kurse zu steigern.

Infrastruktur und Umweltprobleme

  • Ausrüstung und Lebensqualität: Viele Kerne haben Zugänglichkeitsprobleme, Mängel in der Infrastruktur und Grundversorgung sowie eine geringe Ausstattung mit öffentlichen Annehmlichkeiten, was insgesamt zu einer schlechteren Lebensqualität führt.
  • Umweltprobleme: Landwirtschaftliche Arbeiten führen zur Degradierung der Umwelt. Die Vegetation wird durch Abholzung und Brandrodung weiter Räume abgebaut.
  • Der Boden verschlechtert sich aufgrund von Übernutzung sowie dem Einsatz von Pestiziden und chemischen Düngern.
  • Oberflächen- und Grundwasser leiden unter Übernutzung und Verschmutzung durch Chemikalien sowie direkte Einleitungen von Gülle in die Flüsse.

Planung im ländlichen Raum

Die Lösung der ländlichen Probleme erfolgt durch eine Politik der ländlichen Planung und Raumordnungspolitik. Die Akteure sind die EU, die regionalen Regierungen und lokale Verwaltungen.

  • Die EU: Sie bietet Strukturfonds für ärmere Agrarregionen an. Ziel ist der Erhalt der Landwirte, die Verbesserung der Betriebe, die Diversifizierung der Aktivitäten und die Schaffung von Infrastrukturen. Das LEADER-Programm hilft den am stärksten von der GAP betroffenen Gebieten durch Subventionen für innovative Maßnahmen im ländlichen Tourismus.
  • Die Autonomen Gemeinschaften: Sie besitzen die Kompetenzen im Landmanagement.
  • Lokale Regierungen: Sie ordnen die Landschaft ihrer Gemeinde und fördern Maßnahmen zur Steigerung des lokalen Potenzials und der Lebensqualität.

Grundzüge der Maßnahmen zur Entwicklung

  • Wirtschaftliche Entwicklung: Die Beibehaltung der ländlichen Bevölkerung hängt primär von Arbeitsplätzen und verbesserten Konjunkturaussichten ab. Initiativen zielen auf Diversifizierung, Modernisierung, Qualitätsverbesserung und die Förderung von Genossenschaften ab.
  • Diversifizierung: Förderung der industriellen Umwandlung und Entwicklung des ländlichen Tourismus (Agrotourismus, Ökotourismus, Kulturtourismus). Dies verbessert die Infrastruktur und fördert die Sanierung von Gebäuden.
  • Qualitätsproduktion: Einführung von Ursprungsbezeichnungen und Qualitätslabels, um den hohen Anforderungen gerecht zu werden.
  • Infrastruktur: Verbesserung der Erreichbarkeit und Grundversorgung. Kleine urbane Kerne dienen als Zentren für die Bevölkerung und bieten Beschäftigung im Industrie- und Dienstleistungssektor.
  • Umwelt und Ökologie: Die EU unterstützt die Forstwirtschaft und die Extensivierung des Anbaus. Der ökologische Landbau nutzt natürliche Systeme ohne Chemikalien (Fruchtfolge, organische Dünger). Trotz höherer Preise und begrenzter Haltbarkeit wächst dieser Sektor in der EU rasant. In Spanien hat sich die Produktion seit 1991 versechsfacht, primär aufgrund von Bedenken gegenüber GVO und Lebensmittelbetrug.

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