Einfluss des Römischen Rechts und Kirchenrecht: Geschichte und Entwicklung
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Einfluss des Römischen Rechts und Kirchenrecht
Dieser Glaube an die Perfektion des römischen Rechts wurde durch die Bemühungen der Anwälte und Juristen gestärkt, die an den Universitäten in Rechtswissenschaften ausgebildet wurden. Dies offenbarte die Exzellenz der juristischen Quellen, die in den höchsten Machtkreisen Anwendung fanden. Das römische Recht, zusammen mit der griechischen Philosophie, Literatur und der klassischen griechisch-römischen Medizin, bildete ein integriertes Modell, das in den intellektuellen Kreisen Europas nie aufhörte, verehrt zu werden.
5.1.1.3. Der Einfluss des Römischen Rechts auf die lokale Gesetzgebung
In den Bereichen, die vom geltenden Recht abgedeckt wurden, herrschte eine zunehmende Einheitlichkeit, verursacht durch den wachsenden Einfluss des römischen Rechts auf die Gesetzgeber. Ursprünglich manifestierte sich dieser Einfluss durch die Verarbeitung von Anthologien während der Dunklen Zeitalter. Ein Beispiel hierfür ist das Brevier von Alarich, eine Sammlung von Dokumenten des Zivilrechts.
Zwischen dem 5. und 10. Jahrhundert waren Notare und Schreiber die einzigen Akteure in einer juristischen Kultur, die in einer von Analphabetismus dominierten Welt hohes Ansehen genoss. Die Rezeption des römischen Rechts ermöglichte es Anwälten, tatsächliche Formeln zu verfassen, die dieses Recht zur Durchsetzung der politischen Ansprüche von Königen und Kaisern nutzten. Dies führte zur Entstehung lokaler Rechtsquellen, die stark vom römischen Prinzip durchdrungen waren.
5.1.1.5. Die Tradition der Kirchenrechtler
Das Kanonische Recht ist das Recht der christlichen Kirche:
- Als Institution hatte die Kirche schon immer ein Recht, das ursprünglich fast vollständig aus dem in den heiligen Büchern offenbarten Willen Gottes stammte.
- In den Zeiten der Apostel hofften die Christen, Probleme der inneren Disziplin der Kirche und der Beziehungen unter den Gläubigen durch Rückgriff auf das Wort Gottes, die Lehre Christi und die Anforderungen der brüderlichen Liebe lösen zu können.
- Das geheime Wesen des Christentums in den ersten drei Jahrhunderten machte die Existenz eines juristischen und gerichtlichen Apparates praktisch unmöglich. Alles änderte sich, als Kaiser Konstantin im vierten Jahrhundert die Freiheit der Religionsausübung gewährte.
- Seit dieser Zeit konnte die Zuständigkeit des Papstes und der Bischöfe von den Gläubigen offen ausgeübt werden. Die kaiserliche Macht unterstützte dies sogar, indem sie bischöflichen Entscheidungen Rechtskraft verlieh, Streitigkeiten, die freiwillig an sie verwiesen wurden, urteilte und die Verfolgung rein religiöser Straftaten der kirchlichen Gerichtsbarkeit vorbehielt.