Einfluss von Teratogenen und Umweltfaktoren auf die Kieferentwicklung

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Teratogene Einflüsse auf die dentofaziale Entwicklung

Verschiedene Substanzen und Einflüsse können die Entwicklung des dentofazialen Bereichs beeinträchtigen:

  • Ethylalkohol: Kann zu zentralem mesofazialem Mangel führen.
  • Aminopterin: Assoziiert mit Anenzephalie.
  • Aspirin, Dilantin, Valium & Tabakkonsum: Mögliche Ursachen für Lippen-Kiefer-Gaumenspalten (LKG).
  • Toxoplasmose: Kann Hydrozephalus, Mikrozephalie und Mikrophthalmie verursachen.
  • Hypervitaminose D: Führt zu einem vorzeitigen Verschluss der Schädelnähte.
  • Röntgenstrahlen: Risiko für Mikrozephalie.
  • Viren (z. B. Röteln): Können Taubheit, Mikrophthalmie und Katarakte auslösen.

Wachstumsstörungen durch Traumata

Verletzungen durch intrauterine Einflüsse (Molding) können Läsionen am Unterkiefer erzeugen. Traumata während der Geburt, insbesondere durch den Einsatz von Zangen, führen häufig zu Kieferfrakturen, Verformungen der Kiefergelenke (TMJ) und kraniofazialen Skelettanomalien.

Umweltfaktoren und Genexpression

Umweltfaktoren beeinflussen die Genexpression und damit das normale Wachstum sowie die Funktion des Kauorgans. Diese Faktoren lassen sich in Unfälle, Traumata, Gewohnheiten sowie lokale und systemische Erkrankungen unterteilen.

Pränatale Umwelt

Ernährungsbedingte Faktoren können die Entwicklung beeinträchtigen. Virale Erkrankungen der Mutter und Teratogene verursachen Fehlbildungen wie Mikrogenie, Oligodontie oder Anodontie. Mütterliche Myome und eine ungünstige Lage des Fötus führen häufig zu kraniofazialen Skelettasymmetrien oder einer Ankylose des Kiefergelenks.

Postnatale Umwelt

Unfälle oder Schläge nach der Geburt können Anomalien im Zahnbogen oder Veränderungen im Kiefergelenk verursachen.

Lokale Faktoren

Gewohnheiten wie Fingerlutschen, Lippen- und Zungenpressen, Schnullergebrauch, atypisches Schlucken, Mundatmung, Bruxismus und Fehlhaltungen können in Abhängigkeit von Häufigkeit und Intensität zu Dysgnathien führen.

Anomalien der Zahnform, -größe und -anzahl

  • Form: Entwicklungsdefekte, Traumata und Stoffwechselkrankheiten können die Zahnform verändern und zu Malokklusionen führen (z. B. Konkreszenz, Fusion, Gemination, Schizodontie und Amelogenesis imperfecta).
  • Größe: Es gibt individuelle Unterschiede in der Relation zwischen Kiefer und Zähnen, die sich als Makrodontie oder Mikrodontie manifestieren können.

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