Einführung in die Kantische Ethik: Vernunft und Moral
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Kantische Ethik
Die reine Vernunft wird zur praktischen Vernunft im Umgang mit dem eigenen Willen. Sie fungiert als Führer, der verantwortlich ist für die zentralen Fragen: „Was soll ich tun?“ und „Was darf ich hoffen?“. Die Antwort darauf kann in der „Kritik der praktischen Vernunft“ und der „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ gefunden werden.
3.1 Der Wert der Menschheit
Ein oft übersehener Beitrag der Ethik Kants ist die Bedeutung der Menschlichkeit. Wissenschaft und Wissen sind nichts anderes als Mittel, die dazu beitragen, den Menschen authentischer zu machen und unser moralisches Verhalten zu verbessern. Wie Rousseau bekennt auch Kant, dass sein Interesse an der Ethik an erster Stelle steht.
3.2 Die traditionelle Ethik
Nach der Erkenntnis über theoretische Fragen rücken die ethisch-praktischen Aspekte ins Zentrum der Analyse. Dabei zeigt sich ein gemeinsamer Nenner: Es handelt sich um materiale Ethiken.
Ethische Materialien und ihre Nachteile
Kant glaubt, dass diese Stoffe letztlich auf einer Liste von Regeln oder Vorschriften basieren. Diese weisen jedoch zwei entscheidende Nachteile auf:
- Empirische Ethik: Ihr Inhalt sagt uns, was zu tun oder zu vermeiden ist. Dieser Inhalt stammt aus der Erfahrung und ist darauf ausgerichtet, ein gesetztes Ziel zu erreichen. Sie basieren auf einem Gut und legen den Pfad fest, um dieses zu erreichen. Hypothetische Imperative ordnen oder verbieten Maßnahmen im Hinblick auf das fixierte Ziel; es handelt sich daher um eine bedingte Notwendigkeit.
- Heteronomie: Sie sind heteronome Ethiken, da unser Wille durch Prinzipien bestimmt wird, die nicht aus der Vernunft selbst stammen, sondern von einer externen Instanz. Materiale ethische Vorschriften garantieren eine Reihe von Zwecken, die von persönlichen Interessen und nicht allein von der Vernunft abhängen.
Diese zwei Eigenschaften machen materiale Ethiken für Kant unannehmbar. Für ihn muss eine wahrhaft menschliche Ethik zwei Bedingungen erfüllen:
- Sie muss universell sein.
- Sie muss autonom sein.
Diese beiden Eigenschaften sind nur in einer rationalen Ethik möglich.
3.3 Die Mündigkeit des Menschen
Kant lehnt materiale Ethiken ab, da sie nicht zeitlos und allgemeingültig sind. Es ist an der Zeit, dass der Mensch die Verantwortung für seine eigene Emanzipation übernimmt. Dies erfordert eine autonome Ethik, in der der Mensch selbst das Sittengesetz bestimmt.