Eisprung und Lutealphase: Der Hormonzyklus der Frau
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Der Menstruationszyklus: Eisprung und Lutealphase
Der Prozess des Eisprungs (Ovulation)
Der Eisprung (Ovulation) ist der Prozess, bei dem eine reife Eizelle nach der Bildung eines Ovarialfollikels aus dem Eierstock in den Eileiter freigesetzt wird.
Erkenntnisse zur Dauer des Eisprungs
Bilder, die vom belgischen Arzt Jacques Donnez aufgenommen wurden, sind die bisher klarsten Aufnahmen des menschlichen Eisprungs. Dank dieser Aufnahmen konnte festgestellt werden, dass die Freisetzung der Eizelle kein plötzliches, explosives Ereignis ist, sondern ein Prozess, der etwa 15 Minuten dauert.
Die Lutealphase (Gelbkörperphase)
Die Dauer dieser Phase beträgt circa 14 Tage, beginnend mit dem Eisprung bis zum ersten Tag der Menstruation. Zu Beginn dieser Phase wandelt das Luteinisierende Hormon (LH) die Reste des Follikels in den Gelbkörper (*Corpus luteum*) um, welcher Östrogen und Progesteron produziert.
Hormonelle Steuerung und Endometrium-Vorbereitung
Diese Hormone hemmen den Hypothalamus und die Hypophyse, wodurch die Freisetzung von LH und FSH reduziert wird. Dies verhindert die Entwicklung weiterer Follikel. Das vom Gelbkörper produzierte Östrogen und Progesteron bewirkt, dass sich das Endometrium (Gebärmutterschleimhaut) vermehrt und seine Drüsen sekretionsfähig werden, um die Einnistung der Blastozyste (befruchtete Eizelle) zu fördern.
Schicksal des Gelbkörpers: Zwei Szenarien
Das weitere Schicksal des Gelbkörpers hängt davon ab, ob eine Befruchtung und Einnistung stattfindet:
- Keine Schwangerschaft: Wenn keine Einnistung der Blastozyste in die Gebärmutter erfolgt, degeneriert der Gelbkörper (*Corpus luteum*). Der Gelbkörper induziert seinen eigenen Abbau, indem er die Freisetzung von LH hemmt, das Hormon, das ihn aktiv hält. Wenn Östrogen und Progesteron im Blut sinken, wird die degenerierte Gebärmutterschleimhaut abgestoßen (Menstruation). Gleichzeitig erhöht sich die Ausschüttung von FSH durch das Verschwinden der Hemmung von Hypothalamus und Hypophyse, und ein neuer Zyklus beginnt.
- Schwangerschaft: Wenn die Eizelle befruchtet wird und sich zur Blastozyste entwickelt, wird Humanes Choriongonadotropin (HCG) produziert. HCG sorgt dafür, dass der Gelbkörper weiterhin Östrogen und Progesteron freisetzt, was die Menstruation verhindert. Die Wirkung von HCG ist identisch mit der von LH. In der fünften oder sechsten Schwangerschaftswoche verschwindet der Gelbkörper, und die Plazenta übernimmt seine Funktion.