Eliminativer Materialismus und das Nervensystem

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Eliminativer Materialismus

Eliminativer Materialismus: Die ontologische Verpflichtung dieser Theorie des Geistes ist es, nur neuronale Ereignisse anzuerkennen. Dementsprechend ist sie eine eliminativistische Theorie, die nur an nervale und physische Ereignisse glaubt, um Verhalten und menschliches Erleben zu erklären. In der populären Darstellung wird dies oft als Entsorgung der Pop-Psychologie verstanden, da nach eliminativistischem Verständnis viele gebräuchliche psychologische Begriffe falsch oder fehlgeleitet sind, wenn sie als unabhängige Entitäten zum Erklären von Verhalten herangezogen werden.

Diese Theorie ist stark beeinflusst durch die Ansätze der Churchlands. Sie besagt, dass mentale Ereignisse durch neuronale Zustände erklärt werden. Die eliminative Position geht davon aus, dass die Alltagssprache und die Begriffe der Pop-Psychologie möglicherweise aufgegeben werden müssen, sobald eine ausreichend ausgereifte neurowissenschaftliche Theorie vorliegt. Unser eigenes Leben wäre davon betroffen, denn eliminativer Materialismus bedeutet eine Verschiebung der gebräuchlichsten Alltagsbegriffe, mit denen wir uns auf uns selbst, unsere Gefühle und Emotionen beziehen; das würde beispielsweise vorschlagen, Ausdrücke wie 'Angst' oder 'Wunsch' zu verwerfen oder neu zu interpretieren.

Beschreibung des Nervensystems

Aufbau des Gehirns und des Nervensystems: Das Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Neuronen, die zusammen etwa hundert Billionen synaptische Verbindungen bilden. Diese Neurone haben unterschiedliche Strukturen und Funktionen und die Fähigkeit, neue Netzwerke zu bilden. Das Nervensystem lässt sich in zwei große Teile gliedern, die zwar funktional zusammenarbeiten, aber anatomisch unterschieden werden: das periphere Nervensystem, das aus Ganglien und peripheren Nerven außerhalb von Rückenmark und Gehirn besteht, und das zentrale Nervensystem, das aus Rückenmark und Gehirn besteht und vor allem bei der Informationsverarbeitung eine Rolle spielt.

Man kann das Nervensystem in sieben Regionen unterteilen:

  • Rückenmark: Es überträgt sensorische Informationen aus Haut, Gelenken und Muskeln und enthält verschiedene Neurone, die für die Auslösung von Bewegungen zuständig sind.
  • Medulla oblongata: Eine Verlängerung des Rückenmarks, die unter anderem Atem- und Blutdruckregulation teilweise steuert.
  • Varol-Brücke (Pons): Besteht aus Neuronen, die Informationsverteilungen zwischen den Hemisphären des Kleinhirns und anderen Hirnregionen vermitteln.
  • Kleinhirn (Cerebellum): Es erhält Informationen aus verschiedenen Teilen des Nervensystems und des Ohres und ist an der Koordination und Planung von Bewegungen beteiligt.
  • Mittelhirn (Mesencephalon): Steuert teilweise Augenbewegungen und die Skelettmuskulatur; es dient als Relaisstation für auditive und visuelle Signale.
  • Zwischenhirn (Diencephalon): Unterteilt in Thalamus und Hypothalamus. Der Thalamus leitet sensorische und motorische Informationen an die Großhirnrinde weiter und reguliert emotionale Aspekte. Der Hypothalamus steuert das vegetative Nervensystem und reguliert hormonelle Sekretionen.
  • Hemisphären (Großhirn): Die beiden Hemisphären enthalten Kerngebiete, die aus Gruppen von Neuronen bestehen, darunter Basalganglien, Hippocampus, Amygdala und die Großhirnrinde. Das Großhirn ist in vier Lappen unterteilt: Frontal-, Parietal-, Temporallappen und Okzipitallappen. Diese Bereiche unterscheiden sich in der Verarbeitung sensorischer Informationen und motorischer Befehle.

Kognitive Funktionen und Gehirnareale

Bestimmte Bereiche des Gehirns sind stärker an der Entstehung kognitiver Funktionen beteiligt als andere. Kognitive Funktionen beruhen auf der Zusammenarbeit von Neuronen in verschiedenen Regionen:

  • Präfrontal- und prämotorischer Kortex: Sie erhalten sensorische Informationen, planen Bewegungen und koordinieren Verbindungen, die die Ausführung von Bewegungen steuern. Der Präfrontalcortex ist wichtig für die Abwägung von Handlungsfolgen und die Steuerung des Verhaltens der Individuen.
  • Parieto-temporo-okzipitaler Assoziationscortex: Dieser Bereich umfasst Regionen zwischen somatosensorischen, visuellen und auditorischen Arealen. Er integriert sensorische Informationen, die für Wahrnehmung und Sprache wichtig sind.
  • Limbischer Assoziationscortex: Er liegt verteilt in verschiedenen Teilen der Lappen, vor allem in Scheitel- und Temporallappen, und empfängt kortikale Projektionen. Er verbindet Emotionen mit motorischer Planung und anderen kognitiven Prozessen.

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