Eminems Biografie: Marshall Mathers' steiniger Weg
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Die schwierige Kindheit und familiäre Konflikte
Der junge Marshall fühlte sich seiner Großmutter Betty Kresin (heute eine häufige Kommentatorin des Verhaltens ihres Enkels in der amerikanischen Klatschpresse) sehr verbunden. Seine Beziehung zu seiner Mutter war hingegen eine ständige Quelle von Konflikten: Er wurde der Lüge und Drogenabhängigkeit bezichtigt und machte ihre ständigen Umzüge für ihre Unfähigkeit verantwortlich, eine feste Arbeit zu finden. Inzwischen berichtete die BBC, dass Briggs seinen Sohn verwöhnte, der erst mit zwanzig Jahren von zu Hause auszog.
Der Einfluss von Onkel Ronnie
Eminem wuchs zudem mit seinem fünfzehn Jahre jüngeren Bruder Nathan auf. Sein engster Freund in der Kindheit war jedoch sein Onkel Ronnie, der im selben Alter wie er war (seine Großmutter brachte Ronnie im selben Jahr zur Welt, in dem seine Mutter Marshall gebar). In den frühen neunziger Jahren beging Ronnie aufgrund depressiver Tendenzen Selbstmord. Dieser Vorfall führte zum endgültigen Abbruch der Beziehung zwischen Marshall und seiner Mutter, der er die Verantwortung für den Suizid gab.
Die turbulente Beziehung zu Kim und Tochter Hailie
Im Alter von vierzehn Jahren begann Marshall eine Beziehung mit Kimberley Anne Scott (die damals erst zwölf Jahre alt war), einer weiteren zentralen Figur in Eminems Welt. Die Beziehung der beiden war schon immer stürmisch, voller Kämpfe und heftiger Versöhnungen: Sie heirateten im Juni 1999, Eminem reichte im August 2000 die Scheidung ein, sie versöhnten sich Ende des Jahres und Kim reichte schließlich im März 2001 die Scheidung ein.
Im Jahr 1996 bekamen sie ihre Tochter Hailie Jade Mathers, das wichtigste Objekt von Eminems Verehrung. Um ihr Sorgerecht wurden erbitterte juristische Auseinandersetzungen mit Kims Familie geführt.
Das Privatleben als Fundament seiner Musik
All diese Details würden bei einem anderen Künstler lediglich dazu dienen, die Biografie unterhaltsam zu gestalten oder eine psychologische Analyse des Werks zu ermöglichen, doch im Fall von Eminem haben sie eine besondere Bedeutung: Diese Details sind sein Werk. In jedem Album und in jedem Text verarbeitet er seine eigenen Erfahrungen, von der Kindheit bis zu dem Moment, in dem er das Aufnahmestudio betritt.
Viele seiner Lieder behandeln zum Beispiel die Erfahrung der Vaterschaft, während er in anderen über die Tötung seiner Mutter oder von Kim fantasiert (in '97 Bonnie & Clyde mischt er die Stimme seiner Tochter Hailie mit Versen, in denen er über den Mord an ihrer Mutter spricht). Er bestand jedoch darauf, dass viele seiner Texte humorvoll gemeint sind und nicht wörtlich genommen werden sollten.
Die Anfänge der musikalischen Karriere
Marshall begann während der Schulzeit zu rappen, gefördert von seinem unzertrennlichen Onkel Ronnie. Mit vierzehn Jahren verließ er die Schule und versuchte sich in lokalen Bands wie Basement Productions, den New Jacks oder D12. Sein Künstlername Eminem feierte Premiere auf dem Album Infinite, das 1996 bei einem unabhängigen Label erschien.
Sein Debüt erhielt schlechte Kritiken und wurde als bloßer Versuch abgestempelt, die damals angesagten Namen der Hip-Hop-Szene in Detroit wie Nas und AZ zu imitieren. Er ließ sich jedoch nicht beirren, gewann den ersten Preis beim jährlichen Hip-Hop-Festival Wake Up Show und belegte den zweiten Platz bei den Rap Olympics in Los Angeles – eine beachtliche Leistung, mit der er sein Ziel erreichte.