Endokrines System: Hypophyse, Schilddrüse und Nebennieren – Anatomie & Erkrankungen

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Endokrines System: Wichtige Drüsen und ihre Pathologien

Die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse)

Die Hypophyse ist eine im Sella turcica des Schädels gelegene Drüse, die das gesamte endokrine System steuert. Sie besteht aus zwei anatomisch und physiologisch unterschiedlichen Regionen:

Vorderlappen (Adenohypophyse)

Der Vorderlappen sondert folgende Hormone ab:

  • FSH (Follikelstimulierendes Hormon): Stimuliert die Follikelreifung.
  • LH (Luteinisierendes Hormon).
  • TSH (Thyrotropin): Wirkt auf die Schilddrüse.
  • ACTH (Adrenocorticotropes Hormon): Stimuliert die Nebennierenrinde.
  • GH (Wachstumshormon).
  • Prolaktin: Stimuliert die Brustdrüsen und fördert die Milchproduktion.

Hinterlappen (Neurohypophyse)

Der Hinterlappen sondert ab:

  • ADH (Antidiuretisches Hormon): Kontrolliert die Wasserausscheidung.
  • Oxytocin: Fördert die Kontraktion der Gebärmutter bei der Geburt.

Erkrankungen der Hypophyse

Hypopituitarismus

Eine Unterfunktion der Hypophyse.

Hyperpituitarismus (Überfunktion der Hypophyse)

Wird meist durch Tumore verursacht. Die Symptome hängen vom betroffenen Hormon ab:

  • Tritt vor der Pubertät auf: Führt zu Gigantismus durch überschüssiges Wachstumshormon.
  • Tritt im Erwachsenenalter auf: Führt zu Akromegalie, gekennzeichnet durch:
    • Vergrößerung der Röhrenknochen.
    • Grobschlächtige Gesichtszüge.
    • Vergrößerte Mandibula (Unterkiefervorstand, Progenie) mit Vorbiss der unteren Schneidezähne.
    • Mikrodontie: Zähne sind von normaler Größe, wirken aber im Verhältnis zum übermäßig entwickelten Knochen zu klein.
    • Jochbein-Hypertrophie.
    • Makroglossie (vergrößerte Zunge) und Verdickung der Lippen.

Die Schilddrüse

Die Schilddrüse ist eine stark durchblutete, einzelne Drüse im Hals, lokalisiert auf Höhe des Kehlkopfknorpels und der Luftröhre. Sie aktiviert den allgemeinen Stoffwechsel.

Sekretion der Schilddrüse

Sie produziert Schilddrüsenhormone (T4 und T3). Die Sekretion wird durch TSH aus der Adenohypophyse stimuliert und durch den Spiegel der Schilddrüsenhormone im Blut gehemmt. Diese Hormone kontrollieren den Grundumsatz sowie das Wachstum und die Reifung des Nervengewebes und anderer Strukturen.

Pathologien der Schilddrüse

Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)

Es gibt verschiedene Formen, abhängig vom Alter des Beginns:

  • Angeborene Hypothyreose: Beginnt bereits im Fötalstadium und führt zu Störungen der psycho-physischen Entwicklung, Schwachsinn und Kleinwuchs.
  • Säuglings-juvenile Hypothyreose: Beginnt im Säuglingsalter und zeigt ähnliche Symptome wie bei Erwachsenen, einschließlich Wachstumsstörungen, Skelettreifungsstörungen und Beeinträchtigung der psychischen Gesundheit.
  • Erwachsenen-Hypothyreose: Führt zu einer Abnahme der psycho-physischen Fähigkeiten wie Apathie, geistige Trägheit, Menstruationsstörungen und Kopfschmerzen. Zudem können geschwollene Lippen und Zunge, tiefe, heisere Stimme (Stimmbandödeme), verzögerter Zahndurchbruch, Schmelzhypoplasie und Malokklusion auftreten.

Erkrankungen der Nebennieren

Unterfunktion: Morbus Addison

Charakterisiert durch:

  • Unregelmäßige bräunliche Pigmentierung der Hautfalten, Handflächen und Schleimhäute (besonders an Lippen, Zahnfleisch und Zunge).
  • Müdigkeit, Gewichtsverlust, Ohnmachtsanfälle.
  • Verlangen nach Salz, um den durch Erbrechen verlorenen Elektrolythaushalt zu kompensieren.
  • Gelenkschmerzen.

Überfunktion: Cushing-Syndrom

Charakterisiert durch:

  • Fettleibigkeit.
  • Vermehrter Haarwuchs.
  • Dehnungsstreifen auf der Haut.
  • Psychiatrische Erkrankungen.
  • Typische Fettablagerung im Gesicht (Mondgesicht).

Störungen der Gonaden

Unterfunktion oder Hypogonadismus

  • Hoden (männlich): Dysgnathie (Fehlbildung des Kiefers), Progenie (Vorstand des Unterkiefers), morphologische Veränderungen des Gaumens und Makrodontie (große Zähne).
  • Eierstöcke (weiblich): Mikrogenie (kleiner Kiefer) und abnormale Zahnentwicklung (Zähne eines Kindes bei Erwachsenen).

Zahnärztliche Manifestationen bei Diabetes Mellitus (DM)

Diese Manifestationen treten nicht ausschließlich bei DM auf, aber sie können ein Hinweis darauf sein, dass der Patient an Diabetes leidet.

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