Engagiertes Theater: Buero Vallejo und Alfonso Sastre
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Engagiertes Theater: Antonio Buero Vallejo eröffnete mit seinem Werk "Historia de una escalera" den Weg zum realistischen Drama, das politisches Engagement und sozialen Rückzug thematisiert. Alfonso Sastre schuf ein Theater der Agitation, das die Macht infrage stellte; für ihn muss der Dramatiker die Ordnungspolitik und die Rolle des Künstlers kritisch hinterfragen.
Buero Vallejo verteidigte die Bemühungen, innerhalb bestimmter Normen des sozialen Systems und trotz der Zumutungen der Zensur zu arbeiten, um seine Werke aufzuführen und gegen das Unrecht vorzugehen. Er verwendete oft historische Charaktere oder Situationen, die zeitlich von der Gegenwart entfernt waren. Ab 1950 zeigte diese Generation realistische Züge: pessimistisch und bitter. Die Themen bezogen sich auf grundlegende Fakten wie Einwanderung und Intoleranz in ländlichen Gebieten. Einfache Charaktere fungierten dabei als psychologisch definierte Vertreter bestimmter sozialer Sektoren. Die Sprache war einfach, direkt und gewaltvoll.
Das Leben und Werk von Buero Vallejo
Buero Vallejo: Er wurde in Guadalajara geboren, zog später nach Madrid um und schrieb sich für die bildenden Künste ein. Im Bürgerkrieg töteten die Republikaner seinen Vater, und er selbst übernahm eine militärische Rolle in diesem Konflikt. Nach Kriegsende wurde er angeklagt, zum Tode verurteilt, später auf Bewährung entlassen und schrieb schließlich "Historia de una escalera".
Seine Bücher behandeln die Situation des Menschen in einer Welt, die von Unterdrückung, Intoleranz, Lügen und fehlenden Anreizen geprägt ist. Sein Werk lässt sich wie folgt unterteilen:
- Realistische Dramen: Eine kritische Auseinandersetzung mit der spanischen Gesellschaft.
- Historische Dramen: Nutzung der Vergangenheit, um die Gegenwart zu analysieren. Ein Beispiel ist "Das Konzert von Saint-Ovide" (El concierto de San Ovidio), das die Ausbeutung Blinder thematisiert.
- Werke symbolischen Charakters: Hier werden bühnentechnische Verfahren genutzt, um den Zuschauer in die Lage der Charaktere zu versetzen.
In "Das Konzert von Saint-Ovide" wird eine Gruppe Blinder von der Figur Valindin ausgenutzt und gezwungen, zur Belustigung anderer aufzutreten. Es ist eine Konfrontation zwischen Freiheit und Unterdrückung.
Alfonso Sastre und die Radikalisierung
Sastre: Er blieb dem existenziellen Drama zunächst treu, wandte sich dann aber dem Theater des Protests (Teatro de denuncia) zu, welches oft von der Zensur verboten wurde. Seine ideologische Radikalisierung führte ihn zum Experimentieren mit der klassischen Tragödie, dem Theater des Absurden, dem Grotesken und dem Theater von Brecht, was er als "komplexe Tragödien" bezeichnete (z. B. "Das Blut und die Asche").