Englische Grammatik: Das vorausschauende 'es' & Verbklassen

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Englische Grammatik: Verben und Satzstruktur

Das vorausschauende "es" (Anticipatory "it")

Das vorausschauende "es" wird in Satzstrukturen wie langes Subjekt + Kopulaverb + Subjektkomplement verwendet. Im Englischen gilt das Prinzip des Endgewichts (end-weight principle), welches besagt, dass lange oder komplexe Satzteile bevorzugt am Ende des Satzes stehen sollten.

Diesem Grundsatz folgend wird die ursprüngliche Satzstruktur geändert: Das lange Subjekt wird an das Satzende verschoben und durch ein vorausschauendes "es" am Satzanfang ersetzt. Dieses "es" nimmt das eigentliche Subjekt vorweg.

Beispiel:

  • It is nice that you are reading these notes right now.

Hier ist "that you are reading these notes right now" das eigentliche, lange Subjekt des Satzes. Das "It" am Anfang dient als Platzhalter und verweist auf das nachfolgende Subjekt. Da dieses "es" keinen direkten Bezug auf etwas zuvor Genanntes hat, sondern nur eine grammatikalische Funktion erfüllt, wird es als nicht-referenzielles "es" bezeichnet. Seine Verwendung ist durch die Grammatikregel bedingt.

Die fünf Klassen englischer Verben

Im Englischen unterscheidet man fünf verschiedene Klassen von Verben:

  1. Lexikalische Verben (Vollverben): z. B. run, put, have, like usw.
  2. Primäre Hilfsverben: do, have, be. Diese können auch als Vollverben verwendet werden:
    • I do my homework.
    • I have a friend named Juan.
    • I am 20.
  3. Modalverben (modale Hilfsverben): will, shall, would, can, could, may, might, must, should.
  4. Semi-Modalverben: Verben, die in bestimmten Kontexten als Modalverben fungieren, z. B. need und dare. In Fragesätzen und verneinten Strukturen kann dare auch als Vollverb verwendet werden (Did you dare?).
  5. Lexikalische Hilfsverben: Diese Klasse lässt sich weiter unterteilen:
    • a) Mit "be" gebildete Verben: be able to, be about to, be apt to, be bound to, be due to, be going to, be liable to, be likely to, be sure to, be meant to, be unlikely to, be supposed to
    • b) Mit "have" gebildete Verben: have to, have got to
    • c) Modale Redewendungen: had better, would rather, would sooner

Primäre Hilfsverben, Modalverben und Semi-Modalverben gehören zu den geschlossenen Klassen (d. h., ihre Anzahl ist begrenzt). Die anderen Klassen sind offen, sodass neue Verben hinzukommen können. Die Modalverben bereiten bei der Verwendung oft die größten Schwierigkeiten.

Eigenschaften von Modalverben

  • Sie erhalten kein -s in der 3. Person Singular (z. B. he can, nicht he cans).
  • Fragen und Verneinungen werden ohne "do" gebildet (z. B. can he?, nicht does he can?).
  • Ihnen folgt der Infinitiv eines Vollverbs ohne "to" (Ausnahme: ought to). Beispiel: he can swim, nicht he can to swim.
  • Sie haben keine Infinitiv- oder Partizipformen. Einige können durch lexikalische Hilfsverben umschrieben werden (z. B. canto be able to).
  • Sie haben keine regulären Vergangenheitsformen (could ist eine eigenständige Form, nicht nur die simple Vergangenheit von can).
  • Sie stehen immer am Anfang einer Verbalphrase (VP).

Bedeutungsklassen von Modalverben

Modalverben können nach ihrer Bedeutung gruppiert werden (nach Swan):

  • Sicherheit: must, will, won't, shall, shan't, must not, can't, couldn't, would, wouldn't
  • Wahrscheinlichkeit: should, shouldn't, ought to, oughtn't to
  • Schwache Wahrscheinlichkeit: may, may not, might, mightn't, could
  • Theoretische oder allgemeine Möglichkeit: can
  • Bedingte Sicherheit oder Möglichkeit: would, wouldn't, could, couldn't, might, mightn't

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