Entkolonialisierung, Kalter Krieg und Weltordnung nach 1945
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Ursachen der Entkolonialisierung (Punto 4)
Nationale Befreiungsbewegungen
Zwischen 1945 und 1970 erlangten die Gebiete der europäischen Imperien ihre politische Unabhängigkeit. Die Faktoren dafür waren vielfältig:
- Nationale Befreiungsbewegungen in den Kolonien: Die indigene Bevölkerung, erzogen in westlichen Werten, wurde sich ihrer Marginalisierung bewusst und führte den Kampf um die Unabhängigkeit an.
Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs
- Die Auswirkungen des Zweiten Weltkriegs zeigten die Anfälligkeit der Europäer. Die Wirtschaftsmächte waren nicht in der Lage, ihre Imperien militärisch oder wirtschaftlich unverändert aufrechtzuerhalten.
Rolle der Vereinten Nationen
- Die Vereinten Nationen unterstützten die antikoloniale Bewegung. Die Erklärung der Vereinten Nationen von 1946 erkannte das Recht der Völker auf Selbstbestimmung an.
Kontext der Supermächte
- Die Supermächte unterstützten die Unabhängigkeitsprozesse zu ihrem eigenen Nutzen, um die neuen Länder in ihre jeweilige Einflusssphäre zu ziehen.
Folgen der Entkolonialisierung
Die neuen Länder standen vor mehreren Herausforderungen:
- Externe wirtschaftliche Abhängigkeit: Beibehaltung von Interessen der ehemaligen Kolonialmächte.
- Politische Instabilität: Verursacht durch die Schaffung künstlicher Grenzen, was zu Bürgerkriegen, Putschen und Militärdiktaturen führte.
Die Bandung-Konferenz
Die Konferenz wurde von asiatischen und afrikanischen Kolonien einberufen, die ihre Interessen koordinieren und den Entkolonialisierungsprozessen einen Impuls geben wollten. Sie etablierten ein Bündnis der Neutralen und Blockfreien Staaten, die sich keiner der beiden Großmächte anschlossen. Zu den Teilnehmerländern gehörten Ägypten, Pakistan, Indien, Burma, Laos, Kambodscha, Nord- und Südvietnam sowie Indonesien.
Der neue Weltordnung: Blöcke
Spaltung in Blöcke
Die Unterschiede zwischen den Alliierten führten zur Spaltung der Welt in zwei Blöcke mit gegensätzlichen ökonomischen, politischen und sozialen Systemen: den kapitalistischen Block (USA) und den sozialistischen Block (UdSSR). Die Einmischung in ihre jeweiligen Einflussbereiche, insbesondere in Europa, führte zu einer Eskalation der Spannungen.
Teilung Deutschlands
Im Jahr 1948 vereinigten die USA, Großbritannien und Frankreich ihre Besatzungszonen, worauf die UdSSR mit der Blockade Berlins reagierte. Im folgenden Jahr wurde Deutschland in zwei Staaten geteilt: die Bundesrepublik Deutschland (BRD) und die Deutsche Demokratische Republik (DDR).
Der Kalte Krieg (Cold War)
Definition und Merkmale
Der Kalte Krieg wird als ein Zustand ständiger internationaler Spannung und gegenseitigen Misstrauens zwischen den Blöcken definiert. Es kam nie zu einem offenen Konflikt zwischen der UdSSR und den USA, aber beide gewannen Einflussbereiche in Drittländern. Es wurde eine Reihe von Werten veröffentlicht, die das eigene System priesen und das gegenteilige ablehnten. Es wurde eine große soziale und politische Kontrolle ausgeübt und Kritik unterdrückt.
Friedliche Koexistenz
Ende der 1950er Jahre begann eine Phase des Abbaus der Spannungen. Eine Generation von Staats- und Regierungschefs, angeführt von Chruschtschow (UdSSR) und Kennedy (USA), zeigte eine tolerantere und offenere Haltung sowie die Bereitschaft zum gegenseitigen Verständnis. Es wurden Initiativen ergriffen, um direkte Konfrontationen zu vermeiden. 1963 wurde ein „Hotline“-Abkommen zur direkten Kommunikation zwischen den beiden Präsidenten ins Leben gerufen. Es wurden Verträge zur Rüstungskontrolle unterzeichnet, wie der Atomwaffensperrvertrag (NVV) im Jahr 1968 und die SALT-Verträge im Jahr 1972. Dies trug dazu bei, ein prekäres internationales Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.
Ende des Kalten Krieges
Ende der 1970er Jahre traten neue Spannungsquellen auf, die den Kalten Krieg wiederbelebten. Es kam zu einem neuen Wettrüsten, und beide Mächte setzten Atomraketen in Europa ein. Die Vereinigten Staaten konzipierten die Strategic Defense Initiative (SDI), bekannt als „Krieg der Sterne“. Die Kosten für die Aufrüstung verursachten ernste wirtschaftliche Probleme für die Wirtschaft beider Länder, was für die UdSSR schwerwiegender war und zu einer Krise führte, die schließlich zu ihrer Desintegration führte. Mit dem Ende der UdSSR endete auch der Kalte Krieg.