Entwicklung der Galicischen Fiktion nach 1950
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Prosa der 50er Jahre: Die Nachkriegszeit
Der Bürgerkrieg führte zu einer wichtigen Zäsur in der galicischen Literatur, die über ein Jahrzehnt andauerte. Werke, die im Exil entstanden, wurden später zu einigen der wichtigsten Werke der galicischen Nachkriegsfiktion (z. B. A Esmorga). Die galicische Literatur begann, sich von dieser Situation erst gegen Ende der 50er Jahre zu erholen.
Im Jahr 1951 erschien der erste galicische Nachkriegsroman: A xente da Barreira von Ricardo Carvalho Calero. Von diesem Zeitpunkt an begann die galicische Erzählung, sich durch die Veröffentlichung der Werke von Ánxel Fole, Álvaro Cunqueiro und Eduardo Blanco Amor zu erholen.
Realismus und Phantastik: Fole und Cunqueiro
Die Erzählbände von Ánxel Fole, wie Luz de candil (Das Licht der Öllampe) und Terra Brava, werden dem populären Realismus zugeordnet. Sie sind geprägt von ländlichen Schauplätzen, dialektaler Sprache, einfacher Handlung, Humor und der Verwendung von Erzählmethoden, die der mündlichen Überlieferung entstammen.
Cunqueiro hingegen vertrat den Phantastischen Realismus, der kulturelle Elemente vermischte. Er griff auf die Artus-Sagen, orientalische Märchen aus Tausendundeiner Nacht und populäre Werke zurück, wie in Merlín e familia (Merlin und Familie), Se o vello Sinbad volvese ás illas (Wenn der alte Sindbad auf die Inseln zurückkehrte) und As crónicas do sochantre (Die Chroniken des Sochantre).
A Esmorga (1959): Ein Wendepunkt
Im Jahr 1959 wurde eines der wichtigsten Werke der galicischen Fiktion nach dem Krieg veröffentlicht, das den Weg zur Modernisierung ebnete: A Esmorga (Die Esmorga) von Eduardo Blanco Amor. Dieses Werk stellte ein Novum in der Erzähltechnik dar, sowohl in seiner Struktur und Thematik als auch in der Darstellung der Charaktere und Milieus.
Die 60er Jahre: Neue Galicische Erzählung
In den 60er Jahren trat die Neue Galicische Erzählung in Erscheinung, eine Gruppe junger Schriftsteller, die in ihren Erzählungen und Romanen die narrativen Innovationen des europäischen zwanzigsten Jahrhunderts aufgriffen. Diese Autoren versuchten, verschiedene technische Möglichkeiten und Probleme zu nutzen und zu behandeln.
Zu dieser Gruppe gehören: Xosé Luís Méndez Ferrín, Carlos Casares, María Xosé Queizán, Xohán Torres und Xohán Casal.
Zu dieser Zeit veröffentlichte auch Xosé Neira Vilas sein Werk Memorias dun neno labrego (Erinnerungen eines Bauernjungen), das jedoch einen eher traditionellen Stil aufwies.
Letzte Jahrzehnte: 70er und 80er Jahre
Ab den 70er und 80er Jahren kam es zu einem plötzlichen Aufschwung der galicischen Erzählung mit einer Reihe neuer, bedeutender Erzähler und Werke von hoher Qualität. Viele dieser Werke erlangten Anerkennung außerhalb Galiciens, oft durch Übersetzungen (z. B. Manuel Rivas) oder literarische Auszeichnungen.