Entwicklung des hispanoamerikanischen Romans und der Lyrik im 20. Jahrhundert

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Der amerikanische Roman im frühen 20. Jahrhundert

Dieser erste Teil des Jahrhunderts ist durch die Fortsetzung der realistischen Linie gekennzeichnet. Die Realität kann nach Themen klassifiziert werden:

Regionale Romane oder Tierromane

  • J. E. Rivera (La Vorágine)
  • R. Gallegos (Doña Bárbara)
  • R. Güiraldes (Don Segundo Sombra)

Sozialer Roman

  • A. Arguedas (Raza de Bronce)
  • J. Icaza (Huasipungo)
  • C. Vuelta (La Hojarasca)

Roman der mexikanischen Revolution

  • M. Azuela (Los de Abajo)
  • M. L. Guzmán (El águila y la serpiente)

Erneuerung der lateinamerikanischen Geschichte (1930er Jahre)

In den 1930er Jahren entstehen neue Erzählformen, gekennzeichnet durch:

  • Präsenz existenzieller Probleme.
  • Einbruch des magischen Realismus, der die amerikanische Realität widerspiegelt.
  • Mythische und allegorische Behandlung von Charakteren, Umgebungen und Handlungen.
  • Sehr sorgfältige Prosa mit innovativen Elementen.

Autoren dieser Periode:

  • Alejo Carpentier (El reino de este mundo)
  • Miguel Ángel Asturias (El señor presidente)
  • Jorge Luis Borges (Ficciones)
  • Juan Rulfo (El Llano en llamas, Pedro Páramo)

Der hispanoamerikanische Roman-Boom (1960er Jahre)

Die 1960er Jahre sind eine Blütezeit des hispanoamerikanischen Romans. Die zentrale Frage ist die Realität Hispanoamerikas. Die Entwicklung dieses Themas wird durch verschiedene Strömungen vorangetrieben:

  • Sozialer Realismus
  • Psychologischer Realismus
  • Magischer Realismus
  • Strukturalismus

Erzähltechniken umfassen:

  • Verschiebung von Zeit, Raum und Bewusstsein.
  • Vielfalt der Perspektiven.
  • Aktive Teilnahme des Lesers.
  • Ästhetische und konzeptuelle Auflösung der Erzählstruktur.
  • Lähmung der zeitlichen Entwicklung.
  • Mischung aus Realem und Fantastischem.
  • Kombination verschiedener Erzählungen und Sprachregister.
  • Schaffung neuer Begriffe.

Autoren und ihre Werke:

  • Julio Cortázar: In seinen Romanen spielt er mit Sprache und Vorstellungskraft. In Rayuela dominiert das Chaos, die Absurdität und die Fragmentierung, mit geringer Beachtung von Rechtschreibung und Symbolik.
  • Gabriel García Márquez: In Hundert Jahre Einsamkeit zeigt sich der magische Realismus. Ressourcen wie Namenswiederholungen, historische Perspektiven und kreisförmige Strukturen werden genutzt. Weitere Werke: Der Herbst des Patriarchen.
  • Mario Vargas Llosa: Seine Erzählungen verbinden die Realität mit mythischen Welten aus dem Leben Perus. Seine literarische Produktion umfasst verschiedene Aspekte.

Hispanoamerikanische Lyrik im 20. Jahrhundert

Frühe Jahre des Jahrhunderts: Der Modernismo

Die frühen Jahre des 20. Jahrhunderts sind geprägt von der Fülle der modernistischen Poesie, deren bedeutendster Vertreter Rubén Darío ist. Der Modernismo zeichnet sich durch die Suche nach Schönheit und formaler Perfektion aus.

Die Autoren zeigen Ermüdungserscheinungen der modernistischen Bewegung, die um 1916 bis 1920 verschwindet und durch neue Ausdrucksformen ersetzt wird.

Postmodernismo und Avantgarde (1920er Jahre)

Postmodernismo

Die Pracht der formalen Gestaltung (Umfang, Rhythmus, Wortschatz) weicht einem einfacheren, direkteren menschlichen Ausdruck. Es gibt eine stärkere Hinwendung zu intimen Problemen. Autoren: Baldomero Fernández Moreno, Alfonsina Storni, sowie César Vallejo und Pablo Neruda (in ihren frühen Werken).

Avantgarde-Poesie

Ab den 1920er Jahren sind in Lateinamerika die in Europa entstandenen Avantgarde-Strömungen spürbar. Hervorzuheben sind der Kreationismus (eingeleitet von Huidobro), der Ultraismus (Jorge Luis Borges) und der Surrealismus (César Vallejo, Pablo Neruda, Octavio Paz).

1930er Jahre: Reine Poesie und Schwarz-Poesie

Reine Poesie

Dichter, die sich von der schrillen Avantgarde abwenden, aber oft aus ihr hervorgehen. Diese Poesie weist Parallelen zur spanischen Generation von '27 auf (Einfluss von Juan Ramón Jiménez, Bewunderung für Góngora, Vorliebe für formale Perfektion). Bei diesen Dichtern zeigt sich ein Gleichgewicht zwischen Tradition und Erneuerung, Klassizismus und Moderne. Autor: Jaime Torres Bodet, Eduardo Carranza, Jorge Luis Borges.

Schwarz-Poesie

Entsteht auf den Westindischen Inseln und schöpft Inspiration aus den ethnischen und kulturellen Besonderheiten der Region. Sie wurzelt in einer reichen Folklore, in der afrikanische und spanische Elemente eng miteinander verschmolzen sind. Autoren: Luis Palés Matos, Emilio Ballagás, Nicolás Guillén.

Hispanoamerikanische Lyrik der letzten Jahrzehnte (ab 1945)

Von 1945 bis heute ist die Verbreitung von Strömungen, Bewegungen und Gruppen bemerkenswert. Als markanteste Trends können das Überleben der reinen Poesie, das Aufkommen einer existenziellen und thematischen Haltung sowie die Fülle an engagierter, sozialer und politischer Poesie hervorgehoben werden.

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