Die Entwicklung des Katalanischen Romans nach dem Bürgerkrieg: Analyse von Autoren, Verlagen und Lesern
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Die Entwicklung des Katalanischen Romans nach dem Bürgerkrieg
Der Roman als Genre erforderte erhebliche wirtschaftliche Investitionen und eine gezielte Verbreitungsstrategie. Der Bürgerkrieg stürzte die gesamte Maschinerie der Romanautoren und führte zum Zusammenbruch der Beziehungen zwischen den radikalen Elementen der Erzählung. Man erreichte eine Szene, die vor dem Krieg noch helle Aussichten hatte, nun aber trübe erschien. Die katalanische Literatur des Krieges lässt sich auf drei verschiedenen Ebenen analysieren:
Autoren: Klassifizierung und Entwicklung
Die Schriftsteller lassen sich grob in zwei Gruppen einteilen:
- Autoren der Vorkriegszeit: Diese setzten ihre Arbeit fort, obwohl sie sich an die neuen Gegebenheiten anpassen mussten, wie zum Beispiel Mercè Rodoreda (Villalonga).
- Nachkriegsautoren: Diese wurden nach dem Konflikt geformt:
- Geboren vor 1939 und begannen ihre Karriere um 1950 (z.B. Baltasar Ponsell).
- Autoren, die zwischen 1936 und 1945 geboren wurden und später begannen (junge Autoren), wie Montserrat Roig Moix und Terence.
Dazwischen gab es Gruppen von Autoren, die vor 1939 groß geworden waren, aber noch nichts veröffentlicht hatten, wie Manuel Pedrolo und Maria Aurelia Capmany.
Verleger: Herausforderungen und Zensur
Verlage standen vor großen Schwierigkeiten. Ab den 1960er Jahren ließ die Zensur nach.
In den ersten Jahren der Diktatur veröffentlichten hauptsächlich zwei Verlage Romane: Selecta und Aymà, die sich oft auf mittelalterliche Klassiker konzentrierten.
Ab 1962 erschienen vermehrt neue Ausgaben. Die Bedeutung von Selecta ist auch relevant, da dieser Verlag wichtige Literaturpreise stiftete:
- Der Preis für den Roman (Eisner Award).
- Der Poesie-Preis (Cynosure).
- Der Preis für die katalanische Geschichte.
- Der Preis für die Bioassay (Victor Joseph Yxart).
Leser: Schwierigkeiten und neue Formen
Es war schwierig, Leser zu gewinnen, da die Leserschaft oft mit der Sprache verbunden war, was in einer anderen Sprache schwer zu überwinden war.
Da es an etablierten Kritikern mangelte, entstanden neue Formen der Meinungsbildung: Abonnements und Lesezirkel, in denen Bücher und Autoren vorgestellt, diskutiert und reflektiert wurden.
In den 1960er Jahren begannen einige Kritiker, über literarische Moden zu sprechen.
Allgemeine Entwicklungslinie
Unter dem Franco-Regime war die Situation für die katalanische Sprache und Literatur schlecht, was sich in einem Mangel an aktuellen Romanautoren widerspiegelte. Die Schriftsteller waren isolierte Figuren mit wenig Verbindung zueinander. Während der Romanentwicklung zeichneten sich drei Hauptströmungen ab:
Psychologischer Roman
Dieser konzentrierte sich auf die Gedanken eines Charakters im Kontrast zur erlebten Realität. Ein Beispiel ist Mercè Rodoredas La plaça del Diamant. Diese Romanform dominierte bis in die 1960er Jahre.
Neorealistischer Roman
Dies war ein neuer Ansatz für den realistischen Roman, der seinen Ursprung in Italien hatte. Ein Beispiel ist Ramona, adéu.