Die Entwicklung der Landwirtschaft in Spanien im 19. Jahrhundert

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Die Landwirtschaft in Spanien im 19. Jahrhundert

Landwirtschaftliche Verzögerung Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, wo die Industrialisierung der Landwirtschaft im frühen 19. Jahrhundert begann, blieb die spanische Landwirtschaft hinter den Erträgen zurück. Der Agrarsektor hatte keine Kenntnis von den Veränderungen in anderen Ländern und erlebte keine landwirtschaftliche Revolution. Die Gründe für diese Verzögerung sind vielfältig:

  • Strukturell: Die Zusammensetzung des Ackerlandes war von schlechter Qualität, neben der Wasserknappheit.
  • Sozial: Es gab keine ausreichende Motivation für technische Änderungen. Die ungleichmäßige Verteilung der Eigentumsverhältnisse war ein klares Hindernis.
  • Wirtschaftlich: Spanien fehlte ein Binnenmarkt, hatte keine formellen Anträge oder eine Netzwerkinfrastruktur.

Die spanische Landwirtschaft gewann im Laufe des 19. Jahrhunderts an Dynamik. Die Folgen verbesserter Transportmöglichkeiten und die schrittweise Umsetzung des liberalen Wirtschaftsmodells ermöglichten es der Landwirtschaft, eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des Marktes und des Volkseinkommens zu spielen.

Der Ausbau des Agrarsektors

Seit 1870 erfuhr die Landwirtschaft einen Expansionsprozess: Getreide, Weintrauben, Oliven und Vieh. Die vermehrte Produktion wurde nicht durch höhere Erträge begleitet, sondern durch die Zunahme der Anbaufläche, während technologische Verbesserungen in diesem Sektor langsam eingeführt wurden. Die wachsende Inlandsnachfrage wurde durch einen bescheidenen Export ergänzt, um die Rentabilität des Sektors zu gewährleisten. Es war jedoch keine nachhaltige Entwicklung auf einem noch labilen Fundament, was periodische Lebensmittelkrisen nicht verhindern konnte. Am Ende des Jahrhunderts war Spanien ein überwiegend landwirtschaftliches Land, dessen Erwerbsbevölkerung noch stark an das Land gebunden war und aufgrund des begrenzten industriellen Wachstums den wichtigsten Bestandteil des Einkommens des Landes darstellte.

Der Kontrast auf dem Lande

Obwohl die landwirtschaftlichen Tätigkeiten im 19. Jahrhundert deutlich an Rentabilität gewannen, existierten soziale Gegensätze in der ländlichen Welt. Das Einkommen war sehr ungleich verteilt: Die Eigentümer sahen ihr Einkommen im Laufe des Jahrhunderts steigen. Die Masse der Lohnarbeiter erlitt sehr niedrige Löhne, die ihr Überleben begrenzten. Ihre harten Lebensbedingungen trugen zu einem Unbehagen bei, das sich zunehmend ausdrückte und später zur Politisierung einiger ländlicher Gebiete des Landes führte. Die Artikulation des Binnenmarktes führte zu einer Spezialisierung auf bestimmte Kulturpflanzen.

Regionale Modelle

Das nördliche Modell war durch die Ausdehnung des Maisanbaus und die Zunahme alternativer Produkte wie Kartoffeln gekennzeichnet. Das interne Modell zeichnete sich durch eine hohe Steigerung der Getreideproduktion aus, die über den Bedarf der Bevölkerung hinausging und die Rolle als Getreideexporteur in andere Regionen festigte. Das mediterrane Modell sah die Ausweitung des Weinbaus und des Obstanbaus, wie z.B. Orangen, für den Export vor.

Krise und Neuordnung des Sektors

In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts sahen sich Grundbesitzer in ganz Europa und auch in Spanien mit einer Krise konfrontiert. Die Konfiguration eines globalen Marktes durch die Verbesserung der Kommunikation und des Verkehrs führte zu einer Neuordnung der globalen Agrarwirtschaft, und landwirtschaftliche Produkte aus anderen Ländern fielen auf die europäischen Märkte. Auch wenn die Transportkosten hoch waren, begünstigten die niedrigeren Preise die landwirtschaftlichen Erträge dieser Länder. Die spanischen Landwirte verfolgten eine duale Strategie: protektionistische Maßnahmen und die Umstellung auf neue Produkte. Die Verringerung des Getreideanbaus zugunsten des Weinbaus (aufgrund der Reblaus in Frankreich) und des Olivenbaums. Wein, Oliven und Zitrusfrüchte wuchsen vor allem im Export.

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