Die Entwicklung der mittelalterlichen Literatur und Kultur

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Literatur als historisches Kunstprodukt

Literatur wird als Kunstform und als Werkzeug verstanden, das die Verwendung des Wortes berücksichtigt. Literatur ist ein historisches Produkt; ihr Ziel ist es, zu unterrichten und zu begeistern.

Die mittelalterliche Gesellschaft und der Feudalismus

Unter dem Begriff Mittelalter versteht man eine sozioökonomische Organisation über einen Zeitraum von tausend Jahren, vom 5. Jahrhundert bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. Westeuropa war in dieser Zeit nach einem wirtschaftlichen und politischen Modell namens Feudalismus organisiert.

  • Die Produktionsbeziehungen beruhten auf der Landwirtschaft und strebten nach Autarkie.
  • Der Handel war zunächst unterentwickelt.
  • Die Gesellschaft war starr in drei Stände unterteilt: Klerus, Adel und Bauern.

Die ersten beiden Stände waren die Eigentümer des Grundbesitzes, während die Bauern die Arbeit verrichteten und Produkte abgaben, um im Gegenzug Schutz zu erhalten. Der Adel war für die militärische Verteidigung zuständig. Die sozioökonomische Idee basierte auf dem Monarchen von Gottes Gnaden. Innerhalb der einzelnen Stände gab es Hierarchien und soziale Konflikte.

Wandel und der Aufstieg der Bourgeoisie

Mit der Annäherung an das Ende des Mittelalters (15. Jahrhundert) entwickelten sich Handel, Handwerk und beginnende industrielle Aktivitäten. Es kam zu einem großen wirtschaftlichen Aufschwung, Städte wuchsen und Handelswege vermehrten sich. Die Bewohner der Städte, die Bourgeoisie, verließen ihren ursprünglichen Stand. So entstand eine neue, unternehmungslustige und dynamische soziale Schicht.

Schriftkultur und Bildung in den Klöstern

Die mittelalterliche Schriftkultur fand Zuflucht in den Klöstern, wo Mönche für die Erhaltung und Weitergabe des Wissens der Antike verantwortlich waren. Bücher (Handschriften) wurden mühsam von Hand auf Pergament (aus Tierhaut) kopiert. Im späten Mittelalter verließ die Schriftkultur die Klostermauern. Adlige legten private Bibliotheken an, was einen irreversiblen Prozess der Säkularisierung einleitete.

Die Entstehung der ersten Universitäten

Dieser Prozess förderte die Entstehung der ersten Universitäten:

  • Bologna und Neapel (Italien)
  • Paris und Montpellier (Frankreich)
  • Oxford und Cambridge (England)
  • Palencia und Salamanca (Kastilien)

Die Rolle der Frau und künstlerische Epochen

Vom späten Mittelalter an gewannen Frauen an Präsenz. Ab dem Ende des 11. Jahrhunderts erreichten Frauen in Südfrankreich eine ungewöhnliche Bedeutung als zentrale Figuren der höfischen Liebe. Auch in der Kirche stieg ihre Bedeutung durch die Aufwertung der Jungfrau Maria.

In der Architektur und Malerei entwickelte die mittelalterliche christliche Welt eigene Stile. Vom 10. bis zum 13. Jahrhundert triumphierte die Romanik (klösterliche, ländliche Kunst). Ab der Mitte des 12. Jahrhunderts bis zum 15. Jahrhundert dominierte die Gotik als urbane Kunstform, die mit dem Wachstum der Städte ihren Glanz entfaltete.

Individualismus und bedeutende Autoren

Am Ende des Mittelalters begünstigte der Handel den Austausch von Ideen und Kontakten zwischen den Kulturen. Die mittelalterliche Welt wich einer neuen Ära, in der das Individuum wichtiger wurde. Dies führte zur Entstehung neuer Gefühle wie Individualismus, Einsamkeit und persönlicher Betroffenheit. In der Literatur traten bedeutende Größen hervor:

  • Dante Alighieri (1265–1321) und seine Göttliche Komödie
  • Petrarca (1304–1374)
  • Boccaccio (1313–1375) mit dem Decamerone
  • Chaucer (1340–1400), Autor der Canterbury Tales
  • Ramon Llull (1232–1316)
  • Juan Ruiz in Kastilien

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