Entwicklungsstörungen und Infektionen im Mundraum

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Entwicklungsstörungen im Mundraum

Entwicklungsstörungen sind Anomalien der normalen zahnärztlichen Wachstums- und Entwicklungsform. In einigen Fällen sind sie nur leicht ausgeprägt und führen zu geringfügigen Störungen des normalen Aussehens, während andere schwerwiegender sind und gravierende Folgen haben können.

Weichgewebsanomalien

  • Lippen-Kiefer-Spalte: Kann seitlich, mittig, links unilateral oder bilateral auftreten und ist auch als Hasenscharte bekannt.
  • Gaumenspalte: Ergebnis eines Bindungsfehlers, kann den weichen Gaumen und das Zäpfchen oder den gesamten hinteren Gaumen betreffen.
  • Makroglossie: Vorhandensein einer übergroßen Zunge, die am Rand Abdrücke der Zähne aufweist (Lingua plicata oder Faltenzunge).
  • Mikroglossie: Ausbildung einer sehr kleinen Zunge, die entweder die gesamte Zunge oder nur eine Hälfte betrifft, abhängig davon, ob einer oder beide Nervi hypoglossi betroffen sind.

Entwicklungsstörungen des Unterkiefers

  • Makrognathie: Bezeichnet einen größeren Kiefer als normal, was zu einem sehr prominenten Kinn führt (Progenie).
  • Mikrognathie: Ein zu kleiner Kiefer, der zu einer Kinnretraktion (Retrognathie) oder einem fehlenden Kinn führt.

Entwicklungsstörungen der Zähne

  • Anodontie: Fehlender Zahnkeim, wodurch sich der entsprechende Zahn nicht entwickeln kann.
  • Überzählige Zähne: Auch akzessorische Zähne genannt, treten häufiger im Oberkiefer als im Unterkiefer auf. Sie können durchbrechen (eruptionieren), im Zahnfleisch eingebettet bleiben oder im Knochen impaktiert sein.
  • Dilazeration: Abknickung der Zahnwurzel im rechten Winkel zur Längsachse der Krone.
  • Amelogenesis imperfecta: Eine Erbkrankheit mit Schmelzanomalien wie Hypokalzifikationen oder Hypoplasien bei normalem Dentin und normaler Pulpa.
  • Dentinogenesis imperfecta: Führt zu Dentinanomalien. Die Zähne weisen eine opaleszierende Verfärbung (blau, grau oder violett) auf.

Zahnhartsubstanzverlust

  • Abrasion (physiologisch): Die normale Abnutzung der Kauflächen der Zähne durch kontinuierliches Kauen.
  • Abrasion (pathologisch): Die krankhafte Abnutzung der Zahnoberflächen durch externe Ursachen wie Zahnstocher, Stifte, unsachgemäße Zahnseideanwendung oder zu starkes Bürsten.
  • Erosion: Die Auflösung der Zahnhartsubstanz durch chemische Einwirkungen (z.B. Säuren).

Infektionen der Mundschleimhaut

Viren und Pilze sind die häufigsten Erreger, die die Mundhöhle besiedeln.

Virale Infektionen

  • Primäre Herpes-Stomatitis (Gingivostomatitis herpetica): Tritt beim Erstkontakt mit dem Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1) auf und äußert sich durch eine ödematöse Schwellung der Mundschleimhaut mit Bläschenbildung.
  • Rezidivierender Herpes labialis (Lippenherpes): Wird durch die Reaktivierung des HSV-1 durch Reize wie Erkältungen, fieberhafte Erkrankungen usw. verursacht.
  • Weitere virale Infektionen der Haut und Mundschleimhaut:
    • Herpes zoster (Gürtelrose): Verursacht durch das Varizella-Zoster-Virus (VZV).
    • Varizellen (Windpocken) und Masern: Virale exanthematische Kinderkrankheiten.
    • Mumps: Eine virale Infektion, die die Ohrspeicheldrüsen (Parotis) betrifft, mit Schwellung der Drüse, hohem Fieber und schmerzhafter Schwellung unterhalb der retroaurikulären Region.

Pilzinfektionen

Die bekannteste und häufigste Pilzinfektion ist die Candidose (Soor), verursacht durch Hefepilze der Gattung Candida.

Kieferzysten

Eine Zyste ist ein mit Epithel ausgekleideter Hohlraum im Gewebe, der flüssiges oder halbfestes Material enthält.

Epitheliale Zysten

Odontogene Zysten
Entzündliche Zysten:
  • Radikuläre Zyste (Wurzelzyste, periapikale Zyste)
Entwicklungsbedingte Zysten:
  • Follikuläre Zyste (Dentitionszyste)
  • Eruptionszyste
  • Laterale Parodontalzyste

Nicht-epitheliale Zysten (Pseudozysten)

  • Idiopathische Knochenkavität (Stafne-Zyste)
  • Solitäre Knochenzyste
  • Aneurysmatische Knochenzyste

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