Epidemiologie: Risikofaktoren, Kontaminanten und Infektionskrankheiten
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Was ist ein Risikofaktor?
Risikofaktoren sind alle Faktoren, die provozieren, erleichtern oder begünstigen, dass eine Person an einer bestimmten Erkrankung erkrankt, indem sie dem ursächlichen Agens ausgesetzt wird. Zum Beispiel: Rauchen oder die Arbeit in einer Mine, bei der Rauch und mineralischer Staub Atemwegserkrankungen verursachen und somit eine Erkrankung hervorrufen können.
Abiotische Kontaminanten: Typen
Primär (identifizierbar): Partikel; Schwefelverbindungen; Stickstoffverbindungen; anorganische Kohlenstoffverbindungen; CO₂ (Kohlenstoffdioxid) und andere Kohlenwasserstoffe; radioaktive Verbindungen.
- Sekundär: Die in der Atmosphäre entstehenden physikalisch‑chemischen Wechselwirkungen.
- Photochemischer Smog (Verkehr, Industrie).
- Saurer Smog (saurer Regen).
- Überschüssiges Ozon (verschlechtert chronische Erkrankungen der Atemwege).
Durch Lebensmittel übertragene Erkrankungen
Es wurden über 250 verschiedene Krankheiten beschrieben: Die meisten sind ansteckend und werden durch verschiedene Bakterien, Viren und Parasiten verursacht (z. B. Toxoplasma, Salmonella). Andere sind Vergiftungen, verursacht durch chemische Toxine oder durch mit Schadstoffen kontaminierte Lebensmittelprodukte, ebenso durch Pilze.
Säuglingssterblichkeitsrate (IMR)
Die Säuglingssterblichkeit gibt die Wahrscheinlichkeit des Todes eines Individuums im ersten Lebensjahr an. Zur Berechnung wird die Formel verwendet: IMR = Anzahl der Todesfälle unter 1 Jahr × 1.000 / Gesamtzahl der Geburten.
Unterschied zwischen kontinuierlichen und diskreten Variablen
Der Unterschied zwischen kontinuierlichen und diskreten Variablen besteht darin, dass kontinuierliche Variablen im Gegensatz zu diskreten Variablen nicht exakt messbar sind, da zwangsläufig Messfehler auftreten. Kontinuierliche Variablen werden oft diskret gespeichert; das Ausmaß hängt von der Distanz zwischen benachbarten registrierbaren Werten ab, die durch die Entscheidung über die Messauflösung bestimmt wird.
Variablen und Muster des Auftretens
Pattern des Auftretens: Untersuchung, wie eine Erkrankung innerhalb der Bevölkerungsstruktur verteilt ist und wo das Auftreten stattfindet. Es werden drei Dimensionen betrachtet: Zeit (wann), Person (wer) und Ort (wo).
- Variablen der Person: Äußere Faktoren (z. B. Umwelt, Immunsystem) und innere Faktoren (Alter, Geschlecht, Rasse, ethnischer Hintergrund).
- Weite: Ebene der Studien, z. B. Einkommens‑ und Zivilstatus.
- Variablen des Ortes: Administrativer Ort (Land, Region, Stadt) und epidemiologischer Ort (z. B. Lebensraum, spezifische Umgebung).
- Variable der Zeit: Zeitpunkt oder Zeitraum, in dem das Ereignis stattfindet.
Epidemiologie von Infektionskrankheiten
Die Epidemiologie von Infektionskrankheiten untersucht Infektionskrankheiten als ein globales Phänomen, das große Bevölkerungsgruppen betrifft. Die Epidemiologie dient mehreren Zwecken:
- Studium der Morbidität und Mortalität in Bevölkerung und betroffenen Gruppen.
- Entwicklung von Strategien zur Gestaltung von Kontrolle, Beseitigung und Ausrottung.
- Im Krankenhauskontext: Untersuchung von Ätiologie, Übertragung und Mechanismen der beteiligten Faktoren.
- Ermöglicht Programme und Maßnahmen zur Definition von Überwachung, Prävention und Kontrolle.
- Analyse der Ursachen für das Auftreten neuer Erreger.
Infektionskrankheiten verursachen etwa 25 % der Todesfälle in bestimmten Bevölkerungen; sie sind in vielen Regionen die zweithäufigste Todesursache und insgesamt die häufigste Todesursache in der Kindheit und Jugend.
Punkte
- Ausrottung der Pocken.
- Kontrolle von Poliomyelitis, Guinea‑Wurm, Lepra und neonatalem Tetanus.
- Reduzierung von Mortalität, Morbidität und Behinderungen durch übertragbare Krankheiten.
Grundlagen
- Kolonisation: Verbreitung eines infektiösen Agens im Wirt.
- Infektion: Invasion des Wirtsgewebes durch ein Agens.
- Infektionskrankheit: Klinische Manifestationen einer Infektion.
- Epidemiologische Kette: Vorgang von Reservoir über Übertragungsweg bis zu einem empfänglichen Wirt.
Krankheitsagente
- Infektiosität: Fähigkeit eines infektiösen Agens, eine Infektion zu verursachen, sich zu verbreiten und zu überleben bzw. zu replizieren.
- Pathogenität: Fähigkeit, in einer infizierten Population Krankheit zu produzieren.
- Virulenz: Ausmaß der Schädlichkeit eines Agens.
- Antigenität / Immunogenität: Fähigkeit, eine Immunantwort auszulösen.
Umwelt und Reservoir
- Reservoir: Lebensraum, in dem das Agens natürlicherweise vorkommt und in dem sein Überleben begünstigt wird.
- Quelle der Infektion: Ort, in dem das Agens gelegentlich verbleibt und sich möglicherweise vermehren kann.
Übertragungsmechanismen
Direkter Kontakt
- Sexueller Kontakt.
- Kontakt mit Schleimhäuten.
- Transplantation/Transplacentare Übertragung.
- Tierbisse und direkte Verletzungen (z. B. Hände).
- Aerosole und Tröpfchen (große und mittelgroße Tröpfchen) durch Husten oder Sprechen.
Indirekter Kontakt
- Über Aerosole in der Umwelt.
- Über unbelebte Träger (Fomites) wie Wasser, Lebensmittel, Blut, Erde.
- Über Vektoren (z. B. Insekten), die das Agens vom Reservoir zum Wirt transportieren.