Epikur und Plotin: Philosophie von Glück und Einheit
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Epikur von Samos: Naturphilosophie und Ethik
Epikur von Samos wurde in Athen geboren. Seine Studien und Lehren sind schriftlich nur fragmentarisch erhalten, insbesondere in verschiedenen Themenbereichen wie den natürlichen und ethischen Prinzipien. Seine zentralen Ideen umfassen:
Naturphilosophie und Erkenntnistheorie
Seine Naturphilosophie ist eine Fortsetzung der Arbeit von Demokrit über Atome und ihre Eigenschaften, jedoch mit einer Besonderheit: Die Atome bewegen und stoßen entsprechend den Schwankungen der Natur zusammen (das Clinamen oder die Abweichung). Dies geschieht jenseits des Bereichs der Willkür. Empfindungen sind Folgen des Flusses von Atomen, die sich von den Dingen trennen und Bilder (Eidola) produzieren, die den Dingen ähneln, von denen sie stammen.
Die Philosophie des Glücks
Die Philosophie dient als Instrument für das menschliche Leben, das in Ruhe (Ataraxie) und ohne Unruhe verlaufen sollte, als notwendige Bedingung für das Glück. Sowohl die Naturwissenschaft als auch die Philosophie müssen dazu beitragen, die vier Ängste (den Tetrapharmakos) zu überwinden:
- Angst vor den Göttern
- Angst vor dem Tod
- Angst, das Gute nicht zu erreichen
- Angst vor Schmerz und dem Übel
Da das Ende keinen Schmerz bedeutet, ist diese Furcht unbegründet.
Das Kriterium des Vergnügens
Das Glück dient als Kriterium, um zu bewerten, was zu wählen oder abzulehnen ist. Das Vergnügen ist das einzige Gut, während Schmerz das einzige Übel ist. Der weise Mann muss Vorsicht walten lassen und seinen Appetit durch Mäßigung (Temperantia) zügeln, um die Seelenruhe nicht zu stören.
Der Kult der Freundschaft
Die Pflege der Freundschaft war eine seiner gängigsten und wichtigsten Praktiken.
Der römische Epikureismus
Die ursprüngliche Lehre Epikurs wurde in Rom oft in hedonistischen Versionen missverstanden – als eine Einladung zu rein sinnlichen Genüssen. Dies war etwas, das Epikur in seinen Schriften ausdrücklich und wiederholt ablehnte.
Lukrez und die Natur
Der bedeutendste Vertreter des römischen Epikureismus war Lukrez. Sein Gedicht konzentriert sich auf die Kritik des Naturkonzepts. Für Lukrez ist die Natur eine Gesamtheit von Dingen und Wesen ohne Anfang und Grund; er sieht sie als ein System, das für seine eigene Organisation verantwortlich ist.
Plotin und der Neuplatonismus
Plotin war ein Schüler von Ammonius Saccas.
Das Wesen des Einen
Das eigentliche Wesen muss als Teil eines Ganzen betrachtet werden, das durch das Eine (Gott) dargestellt wird. Wichtig ist nicht die Individualität, sondern die rechtmäßige Rolle jedes Einzelnen innerhalb der universellen Einheit. Da die Wirklichkeit des Einen allein nicht ausdrücken kann, was sie ist, hat sie keine Form, keine Qualität, keine Quantität, keinen Verstand und keine Seele. Sie kennt keine Zeit und ist weder beweglich noch immobil.
Das Eine und die Emanationen
Alle Dinge entstehen durch Emanation (Ausstrahlung) aus dem Wesen des Einen. Die erste Ausstrahlung des Einen ist die Intelligenz (der Nous), die zweite ist die Seele.
Die Materie als Prinzip des Bösen
Die Materie wird als das Böse angesehen, da sie das Gegenteil des Einen darstellt. Plotin vertritt ein Prinzip gegensätzlicher Kräfte im Universum: das Gute und das Böse. Die Materie geht nicht direkt von Gott aus, sondern besteht aus dem Chaos. Das Thema spielt eine negative Rolle bei der Beobachtung der Seele: Die Seele steht an erster Stelle zwischen dem Guten und dem Bösen.
Die Rückkehr zum Einen
Da die Seele von Gott kommt, ist ihre Rückkehr zum Ursprung die wesentliche Mission und der Zweck des menschlichen Lebens. Die Seele bildet eine Einheit mit dem Körper, bleibt aber in ihrer Essenz dem Einen treu. Der Aufstieg erfolgt durch die Tugenden, die Liebe der Seele und schließlich die Ekstase. Für Plotin ist das Ziel nicht die Welt, wie man sie sich wünscht, sondern das Erreichen der göttlichen Kontemplation.