Epochen der Kunst: Barock, Rokoko und Romantik

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Barock

Der Barock ist eine Epoche zwischen der Renaissance und dem Klassizismus. Es war eine Zeit, in der die katholische Kirche auf die Reformation und die vielen revolutionären kulturellen Bewegungen reagieren musste, die neue Wissenschaften und neue Formen der Religion hervorbrachten.

Barocke Malerei

Die grundlegenden Merkmale der barocken Kunst sind die folgenden:

  • Verwendung gebogener Linien
  • Üppige Dekoration
  • Prunkvolle Gebäude
  • Dramatische Gesten und Bewegung
  • Dominanz der Farbe über die Zeichnung
  • Diagonale Linienführungen
  • Werke, die über den Bildrahmen hinausgehen
  • Bedeutung des Lichts (Chiaroscuro), Entstehung neuer Themen und Werke

Künstlerisch stellte sie eine Reaktion gegen die Heiterkeit und Ausgeglichenheit der Renaissance dar, die bereits durch die Ausdruckskraft des Manierismus übertroffen worden war. Es war ein raffinierter und emotionaler, oft extravaganter Stil, der jedoch keine Einheitlichkeit aufwies. Im 17. Jahrhundert gab es mehrere Zentren künstlerischer Produktion mit widersprüchlichen Anliegen: die römische Kurie, der königliche Hof von Versailles, die calvinistischen und bürgerlichen Niederlande.

Barocke Architektur

Die barocke Architektur zeichnet sich aus durch:

  • Ablehnung der Einfachheit; Suche nach Komplexität.
  • Klassische Formen (Säulen, Bögen, Giebel, Friese) werden nicht abgelehnt, aber phantasievoll umgestaltet.
  • Manchmal wird das Gebäude zu einer großen Skulptur.
  • Gebälke sind geschwungen und gespalten, nehmen Kurven und gegenläufige Spiralen an.
  • Verwendung elliptischer, ovaler und anderer Formen (z.B. die Bienenform bei Borromini).
  • Wände sind konkav und konvex, wodurch sie sich zu bewegen scheinen.
  • Verzicht auf gerade Linien und glatte Flächen.
  • Neue Grundrissformen erzeugen einen schrägen Bewegungssinn (dynamische Räume), der die Statik der Künste aufbricht.
  • Der Wunsch, das Unendliche anzudeuten oder darzustellen (ein sich verlierender Weg, ein Himmelsgewölbe, ein Spiel von Spiegeln, die Perspektiven verändern und unkenntlich machen).
  • Erfolgreiche Verwendung von Kolossalordnungen, die 2 oder 3 Stockwerke umfassen.
  • Glockentürme, einzeln oder paarweise, sind reich verziert.
  • Einsatz von Lichteffekten und perspektivischen Spielen.
  • Betonung von Licht und Lichteffekten durch Helldunkel.
  • Suche nach Überraschungseffekten.
  • Vorliebe für das Dramatische und Theatralische.
  • Sehr dekorativ und formaler Überschwang im Innen- und Außenbereich.
  • Ungezügelte Liebe zur und der Triumph der gekrümmten Salomonischen Säule.
  • Mixtilineare Bögen und Giebel, ovale Fenster.
  • Der Bogen ruht auf der Säule durch ein Gebälk (römische Bauweise) oder direkt auf dem Kapitell (byzantinische Bauweise). Beide Formen wurden bereits in der Renaissance verwendet.
  • Großflächige Gestaltung.
  • Schaffung neuer Gebäudetypen.

Typische Bauwerke sind: Paläste, Sakralbauten, Stadtplanungen, große Gartenanlagen und Galerien (die später zu eigenständigen Galerien führten).

Barocke Skulptur

Die barocke Skulptur setzte den Weg der Renaissance fort. Es wurde polychromes Holz verwendet, und die religiöse Thematik dominierte, insbesondere bei der Schaffung von Altarbildern für Kirchen und Figuren für Prozessionen. Die Figuren zeichnen sich durch einen dramatischen Realismus aus: hagere Gesichter, offene Wunden, Anzeichen von Schmerz und Leid.

Rokoko

Man verzichtet auf die großen klassischen Ordnungen und ersetzt sie durch kleinere Räume und Kabinette. Grandiose Themen werden aufgegeben zugunsten von leichteren Sujets und angenehmem Licht. Die Proportionen ändern sich: Decken und Böden sind fast auf gleicher Höhe. Der Akzent liegt auf dekorativen Elementen und Möbeln im Innenbereich, ergänzt durch Spiegel. Die geschwungene Linie ist vorherrschend, auch bei Stilmöbeln. Der Garten ergänzt das Gebäude.

Romantische Malerei

Die romantische Malerei appelliert an Subjektivismus und Originalität. Gewalttätige Szenen, wie in Goyas Die Erschießung der Aufständischen, inspirieren. Es besteht eine Vorliebe für das Drama, das das Publikum anspricht und den Ausdruck von Gefühlen verstärkt, oft unter Verwendung starker Licht- und Schattenkontraste (Chiaroscuro). Farben sind charakteristisch für die Romantik, da sie dominieren und die Zeichnung eine untergeordnete Rolle spielt. Der Pinselstrich wird sichtbar und ungestüm. Der Farbauftrag ist in der Regel dick und pastos, wodurch das Gemälde einen verstärkten taktilen Charakter erhält und die impulsive, spontane Schaffensweise betont wird. Manchmal hat das fertige Bild den Charakter einer Skizze.

In gewisser Weise kann man die Romantik als eine Art Neo-Barock betrachten, aufgrund der Bewegung, des Impulses, der Kontraste und der Farben dieser Gemälde. Barocke Maler beeinflussen oft die Maler der Romantik: Caravaggio hinterlässt deutliche Spuren bei Géricault, während Rubens Delacroix und Gros beeinflusst. Diese Überlegung schließt jedoch nicht aus, dass auch andere Maler konkreten Einfluss hatten: So nähern sich die Nazarener den italienischen Primitiven wie Fra Angelico an, Leonardo Gérard und schließlich Prud'hon werden durch den Manieristen Correggio beeinflusst.

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